02.03.2020 - 12:42

Elektromobilität: Bestand wächst auf 240.000 E-Fahrzeuge

Das Kraftfahrt-Bundesamt hat die Angaben zum Pkw-Bestand veröffentlicht. Das Elektro-Segment aus reinen Elektroautos und Plug-in-Hybriden in Deutschland bringt es in Summe auf nunmehr 240.000 Fahrzeuge. Auch wenn das Wachstum stark ist: Der Elektro-Anteil an der Gesamtflotte bleibt überschaubar.

Zu den Details: In Deutschland wurden im vergangenen Jahr 63.281 reine Elektroautos neu zugelassen. Der Bestand wuchs laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) von 83.175 Anfang 2019 auf 136.617 Elektroautos (1.1.2020) an. Der Marktanteil im Bestand stieg leicht von 0,2 auf 0,3 Prozent.

Die Hybrid-Pkw (inklusive Plug-in-Hybride) legten von 341.411 (0,7 Prozent) auf 539.383 Exemplare (1,1 Prozent) zu. Die Anzahl an Plug-in-Hybriden wuchs von 66.997 auf 102.175 (+52,5 Prozent). Ihr Marktanteil am Bestand aller Pkw in Deutschland verdoppelte sich also auf 0,2 Prozent. Der Bestand an Wasserstoff-betriebenen Pkw stieg von 374 auf 507 (+35,6 Prozent).

Zählt man die beiden relevanten Kategorien BEV und PHEV als E-Fahrzeuge zusammen, ergibt sich ein Bestand von rund 240.000 Fahrzeugen mit einem Anteil von 0,5 Prozent am Gesamtfuhrpark in Deutschland.

Eine Besonderheit gibt es bei den Transportern: Bei vielen Modellen gibt es neben einer Pkw- auch eine Transporter-Variante. Jedoch werden diese beim KBA bei den Pkw-Zulassungen nicht aufgelistet – dementsprechend auch nicht in unserem eMobility-Dashboard. Deutlich wird dies u.a. am Beispiel des Renault Kangoo Z.E. mit 1.323 Neuzulassungen als Transporter. In die Elektro-Bestandszahlen des KBA fließen diese Exemplare allerdings nicht mit ein.

Werfen wir noch einen Blick auf die Neuzulassungen: Mit Blick auf das Gesamtjahr 2019 konnten die reinen Elektroautos mit 63.281 Neuzulassungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Plus von 75,5 Prozent erzielen. Beim Marktanteil schafften es die Stromer somit auf 1,8 Prozent. Zum Vergleich: Im Jahr 2018 kamen gerade einmal 36.062 reine Elektro-Pkw neu auf die Straße. 2019 konnte das BEV-Segment also spürbar zulegen, wenn auch auf niedrigem Niveau im Hinblick auf den Neuwagenmarkt.

Die Hybrid-Pkw (inklusive PHEV) kamen im vergangenen Jahr auf 239.250 Neuzulassungen – ein Plus von 83,7 Prozent gegenüber 2018. Der Hybrid-Marktanteil betrug damit 8,32 Prozent. Auch hier war eine deutliche Zunahme zu erkennen. Spaltet man die Hybrid-Pkw in HEV und PHEV auf, so ergibt sich folgendes Bild: Die Hybrid-Pkw (ohne PHEV) kamen im vergangenen Jahr auf 193.902 Neuzulassungen. Im Vergleich zu 2018 ist dies ein Plus von 96,2 Prozent (98.816 Neuzulassungen). Die Plug-in-Hybride schafften es 2019 immerhin auf 45.348 Neuzulassungen. Zum Vorjahreszeitraum legten die PHEVs somit um 44,2 Prozent zu. Deren bereinigter Marktanteil betrug 1,3 Prozent.

Zahlen liegen auch zu den Brennstoffzellen-Fahrzeugen vor: Im Gesamtjahr 2019 wurden 208 FCEV neu zugelassen, was einem Plus von 38 Prozent entspricht. Aufgeteilt auf die Modelle waren es 140 Hyundai Nexo, 67 Toyota Mirai und ein FCEV von Mercedes-Benz.

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Mit den Neuzulassungen im Dezember wurde auch die schwelle von 100.000 Neuzulassungen von Fahrzeugen mit einem Stecker überschritten. Die reinen Elektro-Pkw und Plug-in-Hybride kamen zusammen auf insgesamt 108.629 Neuzulassungen. Darüber hinaus ist Deutschland in absoluten Zahlen somit nicht nur der größte europäische Markt für E-Fahrzeuge, sondern auch für rein elektrische Pkw. Was angesichts der Marktgröße freilich kein Wunder ist. Norwegen – noch immer das Vorzeigeland der Elektromobilität in Europa – kam im gleichen Zeitraum auf 60.345 Neuzulassungen reiner Elektro-Pkw bzw. 79.640 Neuzulassungen von Fahrzeugen mit einem Stecker. Mit Blick auf den Marktanteil führt jedoch Norwegen mit gewaltigem Abstand: Denn der lag 2019 bei den reinen Elektro-Pkw bei 42,4 Prozent, in Deutschland wie oben erwähnt nur bei 1,8 Prozent.


Hinweis: Zahlen nach Antriebsarten erst ab Januar 2017.

Über das Gesamtjahr 2019 hinweg liegt der Renault Zoe mit insgesamt 9.431 Neuzulassungen an der Tabellenspitze der Elektro-Wertung. Dahinter befindet sich der BMW i3 mit 9.117 Neuzulassungen. Knapp dahinter an dritter Stelle folgt das Tesla Model 3 (9.013). In die Top 10 schaffte es zudem noch der VW e-Golf (6.898), der Smart EQ Fortwo (5.287), der Audi e-tron quattro (3.578), der Hyundai Kona Elektro (3.521), der Nissan Leaf (2.362), der Smart EQ Forfour (2.362) und der Kia e-Soul (1.591).

Bestand an E-Fahrzeugen wächst weltweit auf 7,9 Millionen

Auf rund 7,9 Millionen ist im Jahr 2019 der weltweite Bestand an Pkw und leichten Nutzfahrzeugen mit ausschließlich Batterie-elektrischem oder mit Range Extender sowie Plug-in-Hybridantrieben gestiegen, 2,3 Millionen mehr als vor einem Jahr. Die Zahlen stammen aus einer aktuellen Erhebung des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW).

In der Auswertung für 2018 waren es global noch 5,6 Millionen Fahrzeuge. Für 2019 kommt alleine China auf 3,8 Millionen, auf Platz 2 folgen mit einigem Abstand die USA mit knapp 1,5 Millionen Fahrzeugen. Vollhybride und Brennstoffzellenfahrzeuge wurden nicht berücksichtigt – sondern nur Autos, die per Kabel geladen werden. Eine detaillierte Auswertung finden Sie hier.
kba.de

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8 Kommentare zu “Elektromobilität: Bestand wächst auf 240.000 E-Fahrzeuge

  1. EFahrer

    Noch 863.383 für das restlichen – #wir schaffen das – Versprechen oder versprochen?

  2. Horst Köhler

    Dass 2019 bei den PKW-Neuzulassungen in Deutschland die reinen Elektroautos trotz größerer Markenauswahl, gesunkener Preise und besserer Batterien nur auf 1,8 % Marktanteil kamen, hängt sicher auch damit zusammen, dass die Hersteller vor dem 1.1.2020 noch möglichst viele Verbrenner verkaufen wollten/mussten. Ein weiterer Grund mag sein, dass die neueste Generation von Dieselfahrzeugen seit Mitte 2019 dank moderner Abgasreinigungs-Techniken (Partikelfilter, Abgasrückführung, SCR) so sauber wie nie ist und fast so etwas wie eine Renaissance erlebte. Man darf daher gespannt auf die Absatzzahlen der E-Autos in 2020 sehen. Möglich, dass sie auch in diesem Jahr hinter den Erwartungen zurückbleiben: es könnte sich im Bewusstsein der Kunden noch mehr einprägen, dass die tatsächliche CO2-Bilanz eines E-Autos durch die Batterieproduktion, deren Entsorgung und die Art des verwendeten Stroms für die Batterieaufladung bestimmt wird. Noch ist die Umweltbilanz der E-Autos nicht gut.
    Horst Köhler, Friedberg
    Fachautor für Klimawandel und den Emissionen aus Transport und Verkehr

    • Peter Schwierz

      Werter Herr Köhler,

      können Sie erklären, wie Sie zu der pauschalen Behauptung „Noch ist die Umweltbilanz der E-Autos nicht gut.“ kommen? Sie leiten doch korrekt her, „dass die tatsächliche CO2-Bilanz eines E-Autos durch die Batterieproduktion, deren Entsorgung und die Art des verwendeten Stroms für die Batterieaufladung bestimmt wird“. Es wird also bei jedem Elektro-Modell der unterschiedlichen Hersteller anders sein. Im optimalen Fall ist die CO2-Bilanz sogar hervorragend, im Mittel (deutscher Strommix) schon heute besser als beim Verbrenner. Die einschlägige Fachlektüre empfehle ich Ihnen dringend!
      Peter Schwierz, Fachautor für Elektromobilität

      • Gerhard Schmitz

        Guten Tag, Ihnen Herr Peter Schwierz kann ich aus voller Überzeugung bestätigen. Fahre ein reines E – Auto, mit grünen Strom. (Solaranlage)
        .

    • alupo

      Einfach einmal mit aktivierter Nase herumlaufen. Das reicht völlig aus um den Blödsinn mit dem vermeintlich sauberen Verbrennungsmotor zu widerlegen.

      Merke : Wenn es stinkt ist etwas nicht in Ordnung.

      Schon seltsam dass es immer noch Menschen gibt die sich mit immer der gleichen Lügen aufs Neue anlügen lassen. Schade, aber das Gedächtnis hat sich in den letzten paar Jahrtausenden offensichtlich nicht allzu sehr weiterentwickelt.

  3. Horst Köhler

    Zunächst, Herr Schwierz: ich lese natürlich einschlägige Fachliteratur, aber ich kenne auch die Meinung der Wissenschaft zum Thema. Ich habe weder behauptet, dass die Umweltbilanz der E-Autos schlechter als die der Verbrenner ist, noch dass sie schlecht ist. Dass sie „nicht gut“ ist, mag in ein oder zwei Jahren anders sein, wenn der Ökostrom-Anteil am Strommix weiter steigt. Eine Umweltbilanz bewertet aus meiner Sicht nicht nur die CO2-Emissionen bei der Produktion der E-PKWs und der benötigten Elektrizität, sondern auch die Schäden an Mensch, Flora und Fauna durch den menschenunwürdigen Kobaltabbau im Kongo und den unvorstellbar hohen Wasserverbrauch bei der Lithiumgewinnung (mehrere Millionen Liter für 1 t !) sowie den Einsatz von Chemikalien und Lösungsmitteln. Daher nochmals: die Umweltbilanz der E-Autos ist für mich nicht gut, zumindest aktuell nicht.
    Horst Köhler, Friedberg

    • HAF

      Da haben wir aber Glück, dass das Erdöl für den Betrieb von Verbrennungsmotoren bei uns CO2 neutral auf heimischen Bäumen wächst und nicht in den teilweisen ärmsten Ländern der Welt unter Zerstörung der Umwelt gefördert wird um dann in riesigen Schiffen um die halbe Welt gefahren zu werden.
      Man stelle sich nur vor, man würde mit dem Kauf von Erdöl Despoten unterstützen oder gar Kriege ums Öl fördern…. ;o)

  4. Meikel

    Was bedeutet denn Wasserverbrauch? So einfach weg kann das Wasser ja nicht sein. Materie verschwindet ja nicht einfach so. Verdunstet es also und regnet irgendwo anders wieder herunter oder ist es belastet und bedarf einer Kläranlage? Irgendwo muss es ja einen Wasserkreislauf geben, das relativiert zumindest den „Wasserverbrauch“!

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Gefunden bei electrive.net
https://www.electrive.net/2020/03/02/elektromobilitaet-bestand-waechst-auf-240-000-e-fahrzeuge/
02.03.2020 12:13