16.03.2020 - 16:15

Stresstest fürs Netz: 100 Haushalte mit 49 E-Autos in Linz

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Im Rahmen des österreichischen Forschungsprojekts Urcharge bereiten die Projektpartner eine sechsmonatige Demophase vor: In einer Wohnsiedlung im Linzer Stadtteil Kleinmünchen wird ab Mitte April 2020 getestet, was passiert, wenn die Hälfte der Bewohner auf E-Autos umsteigt.

Die in das Projekt eingebundenen Bewohner geben dazu ihre Verbrenner-Autos ab und erhalten im Gegenzug insgesamt 40 Renault Zoe und neun Nissan Leaf. Auf den Tiefgaragenparkplätzen werden Wallboxen mit 11 kW installiert und durch intelligentes Lastmanagement gesteuert. Insgesamt machen rund 100 Haushalte mit. Antworten erhoffen sich die Initiatoren auf die Fragen, ob das Stromnetz die Mehrbelastung ausbalancieren kann und inwiefern Wallboxen eigene Stromanschlüsse brauchen beziehungsweise gemeinsam gesteuert werden können.

„Die Ladeleistung soll getestet und optimiert werden, um den Bewohnern möglichst netzschonend und kostengünstig die notwendige Energie zur Verfügung zu stellen“, heißt es in einer begleitenden Pressemitteilung. Erforscht werde außerdem auch das Ladeverhalten der Elektroauto-Fahrer. „Es muss kein Fahrtenbuch geführt werden und auch die GPS-Daten werden nicht erfasst. Wir schauen uns nur das Ladeverhalten an“, äußert E-Mobilitäts-Experte Gerald Mayrhofer vom Energieversorger Linz AG, der das Projekt zusammen mit der TU Wien angestoßen hat.

Neben Linz AG und Technischer Universität Wien sind bei dem Feldversuch auch die Unternehmen Keba AG (Ladestationen) und ETA (Umweltmanagement) sowie die Linzer Wohnungsgenossenschaft Neue Heimat mit an Bord. Dem Praxisteil ist bereits eine Modellstudie vorangegangen. Die Leitung des Gesamtprojekts hat die TU Wien inne. Die Kosten für Urcharge belaufen sich auf insgesamt 1,3 Millionen Euro, wobei der österreichische Klima- und Energiefonds bis zu 420.000 Euro beisteuert.

Ähnliche Feldversuche gibt es auch andernorts: So hat u.a. die EnBW-Tochter Netze BW ihr auf Einfamilienhäuser zugeschnittenes Ladeprojekt „E-Mobility-Allee“ in Ostfildern vor knapp einem halben Jahr abgeschlossen und will nun in Tamm mit dem Projekt „E-Mobility-Carré“ testen, wie sich die Elektromobilität mit Mehrfamilienhäusern verbinden lässt.
nachrichten.at, linzag.at

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12 Kommentare zu “Stresstest fürs Netz: 100 Haushalte mit 49 E-Autos in Linz

  1. notting

    Das ist doch zieml. sinnfrei bzw. als reines E-Auto-Lobhudelei-Papier angelegt. Oft ist es näml. so, dass es max. einen festen Stellplatz gibt wo man vllt. Ladeinfrastruktur aufstellen kann, aber mehr Autos im Haushalt. D.h. man muss jeden Abend/Nacht >1 E-Auto geladen bekommen. Nur mag man nicht mitten in der Nacht E-Autos umparken…
    Dank der Tatsache, dass der Zoe schon immer mit mind. 22kW laden konnte, hätte man das hier auch untersuchen können, ob eben 22kW-Ladung reicht. Nicht mal entspr. Ladeleistung ist vorgesehen 🙁

    notting

    • Andreas V.

      Es ging hier aber um einen Netz-Test am Beispiel des oft vernachlässigten städtischen Mietwohnungsszenario, wo halt üblicherweise ein Stellplatz pro Wohnung zur Verfügung steht.
      So ist es oft.
      Und Du brauchst – an Deinem Wohnort – keine 22kW um ein e-Auto gemütlich über Nacht zu laden.

      Was ist denn Deine Alternative zur angeblichen E-Auto-Lobhudelei, die ich hier nicht erkennen konnte?

      • Manfred Stummer

        100% Zustimmung!!

      • notting

        „Es ging hier aber um einen Netz-Test am Beispiel des oft vernachlässigten städtischen Mietwohnungsszenario, wo halt üblicherweise ein Stellplatz pro Wohnung zur Verfügung steht.
        So ist es oft.“
        … und weil eben meist pro Haushalt >1 Auto vorhanden ist, müssen dann eben >1 E-Autos irgendwie geladen werden. Habe ich doch bereits geschrieben.

        notting

    • Michael

      Glaub du fährst selbst noch kein E-Auto oder? Bzw. eines, welches auf der Höhe der Zeist ist, das man nicht zwingend jeden Abend laden muss…

      Ich lade mein Model 3 z.B. nur alle paar Tage und aktuell sogar wieder nur mit PV Überschuss, das Netz bekommt davon gar nix mit und selbst mit nur der einen Wallbox könnte man mindestens 3 Autos versorgen, ohne Nachts umparken zu müssen.

      • notting

        Schön für dich, wenn du soviel Kohle für ein Model 3 mit so großem Akku hast bzw. dein Job usw. so nahe ist. Ich kenne aber viele Menschen, die mehr (einschl. mir selbst) oder weniger gezwungenermaßen 70-90km/h einfache Strecke pendeln müssen (d.h. mit viel Autobahn) und meist nicht soviel Kohle haben (auch an die Winter-Reichweite und Akku-Degradation denken, unter solchen Umständen gilt die Mindestkapazitätsgarantie von 70-75% meist deutl. weniger als 8 Jahre). Z. B. Stichwort Zeitvertrag (wo man nie weiß ob sich der Umzug lohnt, auch Stichwort Probezeit) bzw. furchtbare Wohnungssituation in der Zielstadt oder die Familie will nicht umziehen etc.

        notting

        • Ronald Köhler

          Leute die keinen Stellplatz haben, werden für dieses Projekt nicht Frage kommen – so einfach.
          Leute, die in der Tiefgarage in den nächsten 10 Jahren sich auch keine Steckdose vorstellen können, sollten besser gar kein Auto mehr fahren.
          Aber täglich 2x 90km (halt ich für viel) nicht in einem Zoe/Leaf II/e-Corsa fahren und nachts laden (1,8x 15kWh= 27kWh =nach 3 Stunden an 11kW = voll oder 7 Stunden an CEE blau mit 3,7kW ) zu können, ist schlicht nonsens, heute schon!
          Also bitte, ja !

        • Stefan Uebermasser

          Es muss ja nicht jeder ein E-Aut fahren. Das Ziel ist, für diejenigen für die es passt, die Möglichkeit zu schaffen und den Anteil an der Gesamtflotte so deutlich anzuheben. Nur weil es aus subjektiven gründen für einen selber (noch) nicht passt muss man nicht pauschal eine Technologie die in sovielen anderen Bereichen ein Fortschritt und überlegen ist komplett ablehnen.

  2. Ekkehard

    Man darf sich eben kein Auto kaufen, wenn man keinen Stellplatz hat. Ganz einfach. Und man muß die modernen Autos ja auch nicht alle jede Nacht laden, mir reicht z.B. im Prinzip zweimal die Woche bei 400km wöchentlicher Fahrleistung.
    Ein „weiter so“ mit fossilen Kraftstoffen ist jedenfalls keine Option.

  3. Martin

    ich fahre jetzt 1 Jahr E-Auto und habe noch kein einziges Mal zu Hause geladen, obwohl ich einen Stellplatz mit 220V Steckdose habe (der allerdings von meiner Frau und ihrem Plug-in dauerbelegt ist), Nach 3monatiger Testphase habe ich sogar auf den Notlader verzichtet. Einzig ein Typ2 Kabel und die öffentliche Ladeinfrastruktur reichen völlig für mein Fahrprofil (5km täglicher Arbeitsweg, etwa 120 km pro Woche fürs Nebengewerbe und bis zu 350km pro Woche fürs Hobby) Coronabreinigt 0km
    Es funktioniert

  4. Klaus GRambichler

    HAbe im Herbst meinen Diesel aus 2016 gegen ein MS70D aus 2015 eingetauscht und ordentlich Aufpreis gezahlt. Hauptsächlich lade ich am Supercharger und gehe in der Zwischenzeit einkaufen oder am Sonntag mit der Familie essen.
    Wenn es sich gerade nicht ergibt, dann lade ich ausnahmsweise daheim in der Garage (11kW).
    Keine nennenswerten Einschränkungen gegenüber Diesel erkannt, obwohl ich schon 10.000km in 4 Monaten runtergespult habe.

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16.03.2020 16:07