12.02.2021 - 09:49

Rivian plant offenbar Europa-Werk – auch Deutschland im Rennen

Das unter anderem von Amazon und Ford unterstützte Elektroauto-Startup Rivian sucht informierten Kreisen zufolge nach europäischen Standorten für ein neues Werk. Im Gespräch seien unter anderem Deutschland, Großbritannien und Ungarn, hieß es.

Die Fabrik soll zuerst ein Lieferfahrzeug für Amazon herstellen und später auch Fahrzeuge für Privatkunden, wie unter anderem die Finanznachrichtenagentur Bloomberg berichtet. Laut den mit den Vorgängen vertrauten Personen werden derzeit noch mehrere Länder in Betracht gezogen – neben den drei genannten Ländern werden aber wohl auch noch mögliche Standorte „außerhalb der europäischen Union“ geprüft.

Dennoch scheint die Standort-Sondierung mehr als nur politisches Geplänkel zu sein. Dem Bericht zufolge hat Rivian den Immobilien-Dienstleister Jones Lang LaSalle (JLL) mit der Standortsuche beauftragt. Angeblich hofft Rivian, bereits 2022 mit der Produktion in Europa beginnen zu können.

Sowohl Rivian als auch JLL und Großkunde sowie -Investor Amazon lehnten gegenüber Bloomberg eine Stellungnahme ab.

Rivian verfügt in den USA über ein Werk in der Stadt Normal in Illinois, früher gehörte das Werk dem japanischen Autobauer Mitsubishi. In Normal sollen sowohl der Amazon-Lieferwagen als auch die eigenen Rivian-Modelle für Nordamerika gebaut werden, die auf einer eigens entwickelten Skateboad-Plattform basieren. Ende 2018 enthüllte Rivian den E-Pickup R1T und das E-SUV R1S – Ende 2020 waren die „Launch Editions“ beider Modelle innerhalb weniger Tage ausverkauft. Die Auslieferungen sollen im Juni 2021 beginnen – damit wäre Rivian trotz der Corona-bedingten Verschiebung immer noch als einer der Ersten mit einem E-Modell auf dem wichtigen US-Markt für große Pickups.

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Obwohl Rivian noch keines seiner eigenen Modelle an Kunden ausgeliefert hat, scheint eine Finanzierung eines Europa-Werks gut möglich. Das Unternehmen hat – nicht nur dank der Kooperationen mit Amazon und Ford – einen guten Ruf. Im Januar hatte Rivian eine neue Finanzierungsrunde abgeschlossen, die dem Unternehmen 2,65 Milliarden Dollar (rund 2,2 Milliarden Euro) eingebracht hatte. Bei der Finanzierungsrunde wurde das Unternehmen mit 27,6 Milliarden Dollar (22,8 Milliarden Euro) bewertet.

2019 gab es zunächst Gerüchte, wonach General Motors bei Rivian einsteigen könnte. Später im Jahr war eine GM-Beteiligung aber vom Tisch, stattdessen stieg Ford bei dem Startup ein. Die zunächst angekündigte technische Kooperation mit der Ford-Marke Lincoln wurde aber später wieder auf Eis gelegt. Über die Jahre 2019 und 2020 kamen in mehreren Finanzierungsrunden Finanzinvestoren an Bord, die sich auch an der aktuellen Finanzierungsrunde im Januar beteiligt haben.

Zudem gibt es seit dieser Woche Berichte, wonach Rivian einen Börsengang plant. Nach Informationen von Bloomberg könnte dieser bereits im September erfolgen und würde einem Wert von mehr als 50 Milliarden US-Dollar (41,3 Milliarden Euro) entsprechen. Anderen Quellen zufolge wurde als mögliche Zeitspanne Ende des Jahres oder womöglich auch erst 2022 genannt.

Offen ist aber, wie konkret die Pläne bereits sind. In dem Bericht heißt es, dass Rivian bereits mit Bankern gesprochen hätte. Angesichts der sonst üblichen Dauer eines normalen Börsengangs in den USA scheint bei den genannten Zeiträumen allerdings wiederum eine Fusion wahrscheinlich. Der Zusammenschluss mit einem bereits börsennotierten Unternehmen ist in den vergangenen Monaten zu einem beliebten Weg in der eMobility-Branche geworden. Mit welchen Unternehmen sich Rivian zusammenschließen könnte, wird aber noch nicht genannt.
yahoo.com (Europa-Standort), yahoo.com (Börsengang-Gerüchte)

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5 Kommentare zu “Rivian plant offenbar Europa-Werk – auch Deutschland im Rennen

  1. David

    Rivian ist ernst zu nehmen. Wenn die mit Ford zusammen Transporter bauen, kriegen die einen Preis hin, wo Mercedes sich Sorgen machen muss. VW auch, die stehen noch schwächer da. BMW nicht, die bauen keine Nutzfahrzeuge. Und Tesla auch nicht, da ist gar nichts in Sicht.

  2. Egon Meier

    Ford arbeitet mit VW bei Nutzfahrzeugen dieser Größenklasse zusammen.
    Die werden sich die Butter von einem Newcomer nicht so gerne vom Brot nehmen lassen.

  3. BEV

    Allein schon für Amazon wird man in Europa viele bauen und wenn die auf der Straße sind und man die Fahrzeuge einfach überall sieht, dann weckt das auch großes Interesse.
    Für andere Firmen, aber weil hier Privatpersonen steht, das könnte natürlich auch ein Wohnmobil werden 😉
    Ein etwas kleineres SUV für Europa und und und…
    Wird spannend. Immer her damit. Die deutschen Firmen bauen Personal ab, an fähigem Personal solls nicht fehlen. (die Ansprüche der Mitarbeiter sind allerdings auch hoch)

  4. Sebastian

    Rivian ist mir seit dem ersten Auftreten sehr angenehm. Die hauen nicht so auf den Putz wie der Twitter Typ aus Kalifornien und mit den Partner Amazon und Ford quasi ein Selbstläufer was Massenmarkt angeht. Ich darf also hoffen, das ich bald meine Kastenwagen und den Pickup auf einen 450 KM WLTP BEV tauschen darf. vielen dank.

  5. Sebastian

    Das geniale an dem Rivian Kastenwagen wird sein, das er eine absolut geringen Einstiegshöhe ins Fahrerhaus bzw. in die Kabine hat! Jeder Handwerker wird da Purzelbäume schlagen vor Freude. Wenn dann noch dicke Akkus für vertretbare Kosten verbaut werden…. ich denke mit echte 250 KM Reichweite dürften sehr viele Betriebe schwach werden und auf “kaufen” drücken. Für 200 KM dürften schon die Basisakkus ausreichen. Wenn Rivian den 180er zwischen die Achsen verbaut,dann gibt es kein halten mehr, selbst mit Anhänger wird das dann machbar. Nur stellt sich die Frage wo man mit trailer bitte laden soll!

    Ich hoffe stark das EnBW und Co. in Kürze an den Rasthöfen hinten bei den LKWs endlich drive-through Ladeparks bauen werden.

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12.02.2021 09:47