12.04.2021 - 11:56

Flagships-Projekt entwickelt Wasserstoff-Frachtschiff

Im Rahmen des europäischen Innovationsprojekts Flagships soll noch in diesem Jahr das weltweit erste kommerzielle Frachtschiff mit Wasserstoffantrieb auf der Seine in Paris in Betrieb gehen. Damit hat sich der Fokus des 2018 initiierten Projekts deutlich verschoben.

Der ursprüngliche Plan bestand wie berichtet darin, ein Wasserstoff-Schubboot in der Region Lyon einzusetzen. Stattdessen soll nun ein Frachtschiff mit Wasserstoff-Antrieb in Betrieb genommen werden, das Waren auf Paletten und in Containern auf der Seine transportieren soll. Als Besitzer des neuen Schiffs agiert das französische Binnenschifffahrtsunternehmen Compagnie Fluvial de Transport (CFT), eine Tochtergesellschaft der Sogestran-Gruppe.

„Da sich ein breiteres Potenzial für Wasserstoff im Güterverkehr herausgestellt hat, wurde der Demo-Schubboot in ein Binnenfrachtschiff umgewandelt“, erläutern die Initiatoren in einer Mitteilung. Die Schwerpunktverlagerung basiere auf den Erfahrungen der Sogestran-Gruppe in Belgien, wo ein weiteres Tochterunternehmen namens Blue Line Logistics (BLL) Frachtschiffe unter dem Konzeptnamen „Zulu“ betreibt. Im Rahmen des Flagships-Projekts wird nun auf einem im Bau befindlichen „Zulu“ ein Wasserstoff-Stromerzeugungssystem installiert. Die Auslieferung und Inbetriebnahme in Paris ist noch dieses Jahr geplant.

„Das Schiff wird mit komprimiertem Wasserstoff betrieben, der durch Elektrolyse erzeugt wird. Dies ermöglicht nicht nur einen emissionsfreien Betrieb, sondern schafft auch eine solide Basis für mehr lokalen emissionsfreien Transport“, teilen die Projektteilnehmer mit. Das Stromerzeugungssystem für das Frachtschiff werde von ABB Marine & Ports geliefert, die Brennstoffzellen von Ballard, der Wasserstoff von Zulieferern aus der Region Paris. Bereits seit gut einem Jahr ist ein „Zulu“-Schiff von BLL mit konventioneller Motorisierung in Paris im Einsatz.

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Gefördert wird Flagships im Rahmen des Fuel Cells and Hydrogen Joint Undertaking (FCH JU) mit Mitteln in Höhe von 5 Millionen Euro für den Einsatz von zwei Wasserstoffschiffen in Frankreich und Norwegen. Das Konsortium hinter dem Projekt umfasst elf Partner, darunter die Reedereien Norled und CFT sowie ABB und Ballard.

„Eine umweltfreundliche und nachhaltige Schifffahrt ist eine Voraussetzung für das Erreichen nationaler und internationaler Emissionsreduktionsziele. Schiffe, die mit erneuerbarem Wasserstoff angetrieben werden, werden einen wesentlichen Beitrag zur Reduzierung der Emissionen aus der Schifffahrt und zur Verbesserung der Luftqualität in Städten und anderen dicht besiedelten Gebieten leisten“, sagt Flagships-Projektkoordinator Jyrki Mikkola vom Technischen Forschungszentrum VTT in Finnland.

Wasserstoff und Schifffahrt – dieses Schlagworte werden immer häufiger zusammen genannt. Erst vor wenigen Tagen erreichten uns Neuigkeiten zum H2-Katamaran Energy Observer. Dieser ist bekanntlich in der Lage, seinen Treibstoff unterwegs selbst aus Meerwasser zu gewinnen. Und zwar ist Toyota Motor Europe neuer Anteilseigner am Startup Energy Observer Developments (EODev). Das französische Unternehmen wurde 2019 mit dem Ziel gegründet, Forschung und Entwicklung des H2-Katamarans voranzutreiben, für den Toyota die Brennstoffzellentechnik liefert.
flagships.eu

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