13.10.2021 - 14:08

E-Flugtaxi-Startup Lilium engagiert ABB für MW-Ladesystem

ABB will ein Megawatt-Schnellladenetz für den E-Flugtaxi-Hersteller Lilium bereitstellen. Die ABB-Geräte sollen das Laden mit Gleichstrom mit einer Leistung von bis zu 1.000 kW ermöglichen und auch für schwere Elektro-Lastwagen und -Busse verwendet werden können.

Laut einer Mitteilung des in München ansässigen E-Flugtaxi-Startups Lilum wird ABB die Ladeinfrastruktur für dessen regionale Luftverkehrsnetze bereitstellen. Die kommerzielle Einführung dieser Netze ist für 2024 geplant – und zwar zunächst in Florida, Deutschland und Brasilien. Gemäß der nun geschlossenen Vereinbarung wird ABB die MW-Schnellladeinfrastruktur entwickeln, testen und an Lilium liefern.

Dabei sollen die Ladegeräte so konzipiert sein, dass sie die Batterien von Liliums eVTOL in etwa 30 Minuten vollständig und in 15 Minuten zu 80 Prozent aufladen können. Mit diesen kurzen Ladezeiten sollen pro Flugzeug und Tag rund 20 bis 25 Flüge im jeweiligen „Vertiport“-Netzwerk von Lilium möglich sein. Die anfängliche Reichweite des siebensitzigen Lilium-Jets beziffert der Hersteller auf voraussichtlich 250 Kilometer, bei einer Reisegeschwindigkeit von 175 km/h.

Die regionalen Luftverkehrsnetze werden nach Angaben der Münchner stets aus einer Reihe von Vertiports aufgebaut sein, die jeweils über mehrere Parkplätze und Ladepunkte mit einer Leistung von bis zu 1.000 kW verfügen. Letztere sollen auch für schwere Elektrofahrzeuge wie Lastwagen und Busse verwendet werden können. Bei der Entwicklung des MW-Ladesystems planen ABB und Lilium, sich an die einschlägigen Normen zu halten, die die Interoperabilität unterstützen, konkret wollen sie sich an den noch ausstehenden Ergebnissen der CharIN-Taskforce „Megawatt Charging System“ orientieren.

„Die Kombination der Mission von Lilium, die nachhaltige Luftfahrt zu fördern, mit der globalen Marktexpertise und der Führungsrolle von ABB in den Bereichen Elektromobilität und Ladeinfrastruktur ist ein Gewinn für die Umwelt und für die Passagiere“, äußert Frank Mühlon, Leiter der Division Elektromobilität von ABB. „Darüber hinaus sehen wir diese geplante Partnerschaft als ein wichtiges Engagement für alle relevanten Ladestandards, die von mehreren Herstellern von Elektrofahrzeugen übernommen werden. Durch die Unterstützung des neuen MegaWatt-Ladestandards ebnet ABB E-Mobility den Weg für die Elektrifizierung aller Verkehrsträger, von Pkw und Lkw bis hin zu Schiffen, Bergbaufahrzeugen und jetzt auch der Luftfahrt.“

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Laut Daniel Wiegand, CEO und Mitbegründer von Lilium, wird die Bereitstellung der richtigen Ladeinfrastruktur „eine entscheidende Rolle bei der Ermöglichung unseres regionalen Hochgeschwindigkeitsflugnetzes spielen, da sie ein schnelles und effizientes Aufladen ermöglicht. Wir sind stolz darauf, mit ABB zusammenzuarbeiten, die über jahrzehntelange Erfahrung im Bereich der Elektrifizierung und Software verfügen, um den Industriestandard für das Laden von Elektroflugzeugen zu setzen.“

Erst vor Kurzem hat Lilium eine Liefervereinbarung über Batteriezellen mit Customcells getroffen. Die Zellen mit Siliziumanoden werden in Tübingen hergestellt und sollen im Lilium Jet zum Einsatz kommen. Bei dem Fluggerät handelt es sich um einen vollelektrischen, senkrecht startenden und landenden Jet, „der eine führende Kapazität, geringe Lärmbelastung und hohe Leistung bei null Betriebsemissionen bietet“, wie Lilium mitteilt. Konkreter wird das Unternehmen bei den technischen Daten nicht.

Die ersten Passagierflüge mit dem Lilium Jet sollen wie eingangs erwähnt ab 2024 stattfinden. Bis 2025 plant das Unternehmen in den oben genannten Regionen erste lokale Flugverbindungen. Lilium beschäftigt nach eigenen Angaben gut 700 Mitarbeiter, darunter 400 Ingenieure. Ende März hatte das 2015 gegründete Unternehmen seinen Gang an die US-Börse Nasdaq angekündigt – per Fusion mit dem SPAC Qell Acquisition. Neue Mittelzuflüsse dürften auch nötig sein: Nach jüngsten Recherchen der „Welt am Sonntag“ ist das E-Flugtaxi-Startup knapp bei Kasse. Das Unternehmen habe seine Bilanz für 2019 geändert und mit einem Risikohinweis zum Fortbestand versehen, heißt es in dem Bericht. Lilium mache nun darauf aufmerksam, dass ohne den anstehenden US-Börsengang oder alternative Finanzierungen im Dezember 2022 das Geld ausgeht.
lilium.com

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13.10.2021 14:06