20.07.2022 - 09:27

Habeck will E-Kaufprämie fortsetzen und Verbrenner teurer machen

Um Elektroautos im Vergleich günstiger zu machen, erwägt das Bundeswirtschaftsministerium laut einem Medienbericht eine Klimaabgabe für Neuwagen mit Verbrennungsmotor. Zudem soll die Kaufprämie für E-Autos fortgeführt werden.

Das berichtet das „Handelsblatt“ unter Berufung auf ein Strategiepapier des Ministeriums von Robert Habeck. So sei „eine CO2-abhängige Klimaabgabe für Pkw-Neuzulassungen in Kombination mit einer Fortführung der E-Auto-Prämie“ sinnvoll, sodass „im Ergebnis gleichrangige E-Autos günstiger werden als die jeweiligen Verbrenner-Autos“, wird aus dem Papier zitiert. Laut dem Bericht wird in dem Strategiepapier ein Rechenbeispiel mit einem VW ID.3 und ID.4 angeführt, die im Vergleich zum Golf günstiger sein müssten.

Zudem erwäge Habeck „eine Erhöhung der Dienstwagenbesteuerung für fossile Verbrenner“ durch eine „Versteuerung des geldwerten Vorteils für reine Verbrenner“. Wie hoch die neue Dienstwagenbesteuerung oder auch die CO2-Klimaabgabe ausfallen sollen, wird in dem Artikel nicht genannt. Derzeit scheint es noch um die grundsätzliche Diskussion über diese Maßnahmen zu gehen, nicht deren konkrete Ausgestaltung.

Bereits vor einigen Wochen hatte es Berichte gegeben, wonach im BMWK ein Bonus-Malus-System für die Kfz-Steuer erarbeitet werde. Damals hieß es allerdings noch, dass die Reform der Kfz-Steuer über ihre finanziellen Anreize die Kaufprämie überflüssig machen solle – und so dem Wunsch von FDP-Chef und Finanzminister Christian Lindner entsprechen, die Kaufprämie früher auslaufen zu lassen. In dem Strategiepapier fordert das BMWK nun wohl aber beides – ein Weiterlaufen der Kaufprämie und einen Malus, also die Klimaabgabe für Verbrenner.

– ANZEIGE –


In der FDP kam Habecks Vorschlag wie erwartet nicht gut an: „Wir brauchen weder Subventionen noch Strafabgaben, um E-Mobilität zu fördern“, twitterte der liberale Wirtschaftspolitiker Reinhard Houben. „Wir brauchen stattdessen unseren vollen Fokus auf den Ausbau der Ladeinfrastruktur.“

Derzeit verfolgen diverse Ministerien eigene Pläne, um die CO2-Emissionen im Verkehrssektor zu senken. Dabei müssen das Grünen-geführte BMWK und das FDP-geführte BMDV immer wieder zusammenarbeiten – trotz oftmals konträrer Ansichten. So hatte zum Beispiel Bundesverkehrsminister Volker Wissing in der vergangenen Woche ein Klimaschutzsofortprogramm vorgestellt. Obwohl die Ampel-Parteien im Koalitionsvertrag (zumindest für die Plug-in-Hybriden) eine Reform der Dienstwagenbesteuerung vereinbart hatten, fehlte dieser Punkt in Wissings Sofortprogramm.
handelsblatt.com

– ANZEIGE –


Stellenanzeigen

Projektmanager/in Transformation im Bereich Automotive (w/m/d)

Zum Angebot
bp

EV Roaming Partner Manager Germany (m/f/d)

Zum Angebot

Sales & Partner Manager (w/m/d)

Zum Angebot

27 Kommentare zu “Habeck will E-Kaufprämie fortsetzen und Verbrenner teurer machen

  1. HAF

    Das Bild macht mich immer ganz fuchsig – wer lädt denn bitte AC und zieht dafür den DC Stopfen und steckt den Stopfen dann nicht mal in die „Parkposition“.

    • Dee

      Sonst hast du keine Sorgen

      • Sebastian

        HAF hat wenigstens einen tatsächlichen Umstand erkannt. Was leistet Dee eigentlich hier?

      • Stephan

        Das Problem liegt doch auf der Hand. Man muss nur genauer lesen, was er schreibt.

        Es fahren zu wenige E-Autos und haben leider wenig Ahnung davon. Das sind leider aber oft „Entscheider“, die dann Dinge beschliessen, die oft nicht optimal sind.

        Es gibt sehr, sehr wenige E-Auto Fahrer bei der FDP. Und da fahren noch weniger mit E-Fuels.

  2. Hans W.

    Nach einer Analyse von Dataforce, waren von 69.000 Elektroautos im Jahre 2018 nur noch ca. 40.000 drei Jahre später in Deutschland zugelassen. Es werden also massiv Elektroautos nach kurzer Haltefrist ins Ausland verkauft. Auch eine längere Haltefrist wird hier nichts ändern, da im Ausland inzwischen überall Subventionen abgeschafft werden. Zusätzlich haben Automobilhersteller keinen Anreiz mehr Elektroautos in den Verkauf zu bringen als sie gemäß der EU-Flottenemissionen müssten. Es werden also Preise für Elektroautos aufgerufen, die weit oberhalb dessen liegen, was marktüblich wäre.
    Der Wert der Subventionen in Deutschland wird also zum großen Teil von Autoherstellern abgegriffen (Preiserhöhung) und zu einem weiteren Teil als Konsumentenrente im Ausland.

    Wir können uns dumm und dämlich subventionieren, wenn weiterhin 40%+ Elektroautos ins Ausland exportiert werden. Wir leben nunmal auf keiner Insel, sondern in einem europäischen Binnenmarkt. Subventionen machen in einer Situation von Nachfrageüberhang keinen Sinn!!

    Quelle: https://www.dataforce.de/news/dataforce-bestandsprognose-15-millionen-ziel-der-bundesregierung-wird-verfehlt/

    • Michael Mayer

      Richtig, wir leben nicht auf einer Insel. Und wenn das gebrauchte eAuto in den europäischen Binnenmarkt geht fährt trotzdem ein Verbrenner weniger und ein eAuto mehr. Subventionen hin oder her, wir finanzieren sowieso die Welt, in diesem Fall ist es wenigstens sinvoll.

      • Sebastian

        Ein Verbrenner wird erst DANN ersetzt, wenn er am Schrottplatz verwertet wird. Keine Sekunde vorher.
        .
        im übrigen erzielt man aktuell für TÜV lose Autos Traumrenditen…

    • Chris

      Den 6000€ Förderung für meinen Tesla standen 8650€ Mehrwertsteuer gegenüber. Vielleicht doch gar nicht so doof, oder?

      • Sebastian

        Bildungslücken schließt man durch ständige Wiederholungen nicht….

        Jede Art von Subventionen verteuert die Dinge.

      • Albrecht Lutter

        Das gilt aber eben nicht für Dienstwagen, und davon gibt es unglaublich viele

  3. Jan R.

    Echt schade, dass die FDP für eine Koalitionsbildung nötig war. SPD und Grüne alleine würden mehr voranbringen.

  4. Sepp Mayr

    Ist wohl ein Weg um schneller von den Verbrennern wegzukommen, FDP entwickelt sich zu der Zukunft Verhinderung Partei.

    • Ralph R.

      Die FDP ist die „tote-Fische-Partei“, keine Innovationen nur Verhinderung von notwendigen Veränderungen. Das „Liberale“ ist bei denen nur noch der Tarnmantel für rückwärtiges Denken oder Angst vor Zukunft. Wer das Bestehende bewahren will, muss für die Zukunft stetig etwas ändern.

  5. Ute

    Herr Lindner und co tun der Regierung nicht gut
    Man muss den Jungs wohl mal sagen das wir im 21 Jahrhundert leben

    • Axel P.

      Man kann nur hoffen, daß die FDP bei allen zukúnftigen Wahlen aufgrund ihrer Verhinderungspolitik aus allen Parlamenten fliegt! Dann können sie keinen weiteren Schaden mehr anrichten…

      • R. Ranald

        Man wird sehen.
        Die machen das ganz geschickt: haben sich ein Image bei der jüngeren Generation verpasst und profitieren davon zumindest teils in den westlichen Bundesländern.

    • Alexander

      Ich befürworte auch die E-Mobilität. Allerdings sehe ich aktuell das Problem, dass fast alle nicht liefern können. Wieso also etwas subventionieren, wenn die Nachfrage deutlich größer ist als das Angebot?
      Die meisten, die sich heute ein neues Auto kaufen (egal ob Elektro oder Verbrenner) sind auf eine Prämie nicht angewiesen.

  6. Sebastian

    Habeck will E-Kaufprämie fortsetzen und Verbrenner teurer machen
    ……….
    damit ist nun offiziell, das Auto fahren nur noch der finanziellen Elite zuteil werden soll.

    • Peter Schwierz

      Wenn das (neue) Elektroauto günstiger ist als der (vergleichbare) Verbrenner, was hat das dann mit „finanziellen“ Eliten zu tun?

      • Sebastian

        Das Problem beginnt schon beim Wort „vergleichbar“. Ein Kassenmodel 3 kostet 50% mehr als mein Bus, der mit 9 Personen und 12 Koffern eine Reichweite von 900 KM hat. Auch muss ich weder Pause, noch Hotels danach einschränken, wann mein Auto Durst hat.

        • Stephan

          Das ist eben der komplett falsche Ansatz. Wer elektrisch fährt, versteht, das die Reise nicht aus Non-Stop über 900km besteht und das wird nicht als Übel empfunfden. Das ist nur die Reichweitenangst der Verbrennerfahrer. Man fährt sonst nie an Tankstellen und muss dort tanken. Alleine diese Zeit wiegt das 2x im Jahr auf Toilette gehen beim Laden für 15- 20 Minuten völlig auf.
          Ich kenne keinen E-Autofahrer der wieder zurück wechseln würde zum Verbrenner. Ich kenne viele die Vorurteile haben und Verbrenner fahren, aber nie ein E-Fahrzeug für ein paar Tage probiert haben.

          • Sebastian

            Die allermeisten hardcore E-Fahrer denken leider nur an sich und ihr olles kleine Auto. Hast schon mal einen Planenanhänger ziehen müssen? Oder auf einer Baustelle arbeiten müssen? Oder einen 3,5t Anhänger gezogen? Die allermeisten labern einfach nur den Quatsch runter… Alltag besteht aus 23 KM, am Wochenende geht es mal 250 KM weit… und das erzählen genau diese Leute ständig und überall…
            .
            ich fahre seit 7 Jahren elektrisch, aber auch mit dem Verbrenner. Weil der BEV Markt eben nur diese Auto Krücken momentan zu bieten hat.

      • Sebastian

        Dacia Spring = 23.000 Euro
        Renault Zoe = 35.000 Euro
        Model 3 base = 50.000 Euro
        .
        mit was wollen Sie das bitte vergleichen?

        • Bernd

          @Sebastian zu dem Kommentar weiter oben, da kann ich leider nicht drauf antworten:

          Ich finde es sehr unterhaltsam, dass Sie anderen vorwerfen, nur ihre Blase mit ihren Anforderungen zu sehen, dabei machen Sie genau das Gleiche! Und jetzt überlegen Sie mal: Wie viele Menschen fahren normale Pendelstrecken und 250km am Wochenende? Diese Zielgruppe ist deutlich größer und mit der aktuellen Technik zu bedienen. Punkt. Das ist kein Quatsch, sondern die Mehrheit der Bevölkerung. Kurzstrecke zur Arbeit (egal ob Büro oder Industrie), Kurzstrecke zum Einkauf, Kurzstrecke am Abend zum Sport und am WE mal zur Oma.

          Aber wie viele Menschen ziehen 3,5 Tonnen (über längere Strecken), arbeiten auf Baustellen oder fahren mit einem Sprinter 1.500km am Tag? Richtig, das ist eine deutlich kleinere Zielgruppe. Mit sehr extremen Anforderungen. Einen V6- oder R4-Diesel aus einem Pkw in einen Sprinter pflanzen ist keine allzu große Herausforderung. Da man aber um Ihre sehr schrägen Anforderungen zu erfüllen (Ladekurve vor allem) noch deutlich größere Akkus verbauen müsste als für die Reichweitenanforderung, wäre ein solches Fahrzeug unbezahlbar.

          Ich finde es ja gut, dass Sie für ihren Betrieb auch solche Strecken elektrisch betreiben wollen. Aber ich fürchte, da müssen sie noch eine ganze Weile warten müssen – oder umdenken. Denn eines ist klar: Mobilität wird teurer werden. Egal ob fossil oder nicht. Wir haben uns zwar gesellschaftlich und unternehmenerisch an günstige, fossile Mobilität gewöhnt. Der Typus „Immer viel unterwegs“ lebt halt auf Kosten des Planeten und damit der Gesellschaft.

    • Andreas V.

      Wie war das noch gleich mit den Bildungslücken??

  7. Stephan

    Hallo Sebastian,
    das ist es eben. Die Model 3 haben 2021 noch 35.000€ gekostet. Jetzt ist der Zug abgefahren. Die Menschen reissen sich um die Fahrzeuge und wollen elektrisch fahren. Die deutsche Industrie kommt seit mindestens 8 Jahren nicht in Bewegung.
    Ich wollte elektrisch fahren und es gab kein Angebot außer von Tesla. Ich habe 2016 das Model 3 bestellt und in der Schlange ! stehen müssen, wie bei einem Apple I-phone.

    Das hätte spätestens der Wake-Up Call sein müssen wir die deutsche Autoindustrie. Jetzt wollen alle kaufen und keine Fahrzeuge sind verfügbar. Gebrauchtwagen von Tesla werden über Neupreis verkauft !

    Sicher läuft da etwas schief. Wollen wir jetzt die Prämie aussetzen, bis die deutsche Autoindustrie endlich bereit ist ?

    Was für ein Zeichen wäre das ?
    Wir haben lange genug auf die Wende und die deutsche Autoindustrie gewartet, die sich jahrelang nur gegenseitig beobachtet hat. Wer investiert in E-Mobilität und wer riskiert wieviel ? Das große Bild dabei aber völlig aus der Sicht verloren hat.

    Die Quittung kommt jetzt. Keine Akkus verfügbar, keine fertigen Produkte verfügbar, seineneuen Technologien verfügbar. Was sehen wir ? Autos mit angeschraubten Akkupaketen unter dem Fahrzeugboden und E-Autos mit Kardantunneln. Software die veraltet auf Mini Displays, wie auf einem Tesla Roadster von 2011 läuft. Autos die mit vielen ähnlichen Komponenten von Verbrennern bestückt sind und untern den Motorhauben aussehen, wie Verbrenner. Obwohl dies nicht so sein müsste. Wo ist der vordere Kofferraum hin verschwunden ? Warum ?

    Unsere deutsche Autoindustrie wird gerade überrollt, weil sie zu lahm ist. Blume für Diess hilft jetzt gar nicht. Völlig der falsche Weg.

    Tesla und BYD bauen jetzt Fahrzeuge nach Matchbox Methode. Zwei Teile werden gegossen und das wird zusammengenietet. Fertig ist das Auto.

    Was sagt die deutsche Autoindustrie dazu ( ausser Herrn Diess) ?

    • Sebastian

      Vor 8 Jahren hatten die Teslas eine Reichweite von weniger als 250 KM. Bitte nicht immer so übertreiben… VW hatte übrigens vor 50 Jahren schon elektrische Autos.. *g
      .
      Der BEV Markt hat erst so gegen 2018 begonnen zu krabbeln. Bei Babys sagt man das so. Aktuell im Jahre 2022 bekommt das Baby (Elektroauto) seine ersten Zähne…. 2025 und 2030 werden wir über die heutigen Krücken nur lachen.
      .
      wem das aktuelle schon passt… respekt. Dann ist ja alles gut. Mich nerven auf Strecke die Ladepause alle 200 KM, auch wegen der depperten Tesla Ladekurve. Auch können Tagesausflüge sehr nervig werden, wenn man an der destination nicht laden kann und vorher bzw. nachher wieder planen muss. Ich bin halt immer viel unterwegs… klar, der Typ der die ganze Zeit homeoffice macht und max. 5x im Jahr wegfährt schüttelt den Kopf bei meinen Zeilen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Gefunden bei electrive.net
https://www.electrive.net/2022/07/20/habeck-will-e-kaufpraemie-fortsetzen-und-verbrenner-teurer-machen/
20.07.2022 09:24