07.09.2022 - 10:41

China: Honda bündelt Batterie-Beschaffung von CATL

Vorhang auf für eine japanisch-chinesische Beschaffungs-Initiative: Der Fahrzeughersteller Honda will in China Ende dieses Monats zusammen mit seinen chinesischen Partnern Dongfeng und GAC ein Joint Venture gründen. Ziel ist der gebündelte Einkauf von Elektrofahrzeug-Batterien von CATL.

Honda wird einer begleitenden Mitteilung zufolge 50 Prozent des Joint Ventures halten, Dongfeng und GAC jeweils 25 Prozent. Die Gründung soll bis Ende September vollzogen sein. Als Sitz des Unternehmens mit dem Namen HDG Beijing Trading Service (chinesischer Titel: Zhongrui Beijing Trade Service) hat sich das Trio auf Chinas Hauptstadt Peking geeinigt. Zum Leiter des Unternehmens wird Katsushi Inoue berufen.

Honda unterhält mit den beiden genannten Automobilherstellern in China die Joint Ventures Dongfeng Honda und GAC Honda. Derzeit erhalten diese ihre Batterien separat von CATL. Mit dem neuen Gemeinschaftsunternehmen soll die Batteriebeschaffung nun zentralisiert werden. Gleichzeitig vertieft Honda China auf breiter Basis die Zusammenarbeit mit dem chinesischen Batteriehersteller. Dazu haben beide Seiten dieser Tage eine Absichtserklärung verfasst. Details zu Menge und Preisen sind nicht bekannt. Honda äußert lediglich, man wolle „eine langfristige, stabile Lieferbeziehung für Batterien aufbauen“. Außerdem soll es eine Kooperation bei der Produktion und dem Batterie-Recycling in dem im Bau befindlichen CATL-Werk in Yichun in der Provinz Jiangxi geben.

Beide Unternehmen kennen sich bereits gut: Eine erste umfassende Vereinbarung zur Batterie-Kooperation datiert bereits von Mitte 2020. Seinerzeit schlossen Honda und chinesischen Batteriehersteller eine Partnerschaft zur Entwicklung von Batterien, zur Erörterung von Recycling- und Second-Life-Ansätzen sowie zur Auslotung eines Vertriebssystems. Außerdem erwarb der japanische Autobauer zu jenem Zeitpunkt ein Prozent der Anteile von CATL.

Eine gesicherte Versorgung mit Batterien ist für Honda insofern essenziell, als dass die Japaner mit ihren chinesischen Partnern vergangenen Herbst unter der neuen Marke e:N eine Elektrifizierungsoffensive im Reich der Mitte eingeleitet haben. Als erster Vertreter der neuen Serie feierte Ende April 2022 der e:NS1 von Dongfeng Honda Premiere in China. Im Juni folgte die Markteinführung des e:NP1 von GAC Honda. Grundsätzlich plant Honda, über seine Joint Ventures mit GAC und Dongfeng zehn E-Modelle bis 2027 auf den Markt zu bringen. Vor diesem Hintergrund werden aktuell mehrere neue Werke im Land hochgezogen – unter anderem in Guangzhou und Wuhan.

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Laut früheren Informationen basiert das Duo e:NP1 und e:NS1 noch auf dem Verbrenner-Modell HR-V. Honda selbst spricht von einer vollelektrischen Fahrzeugarchitektur „e:N Architecture F“ – was sich nicht ausschließt, da es sich um eine rein elektrische Weiterentwicklung der Plattform des HR-V handeln könnte. Die weiteren angekündigten e:N-Modelle von Honda in China sollen dann eine Architektur verwenden, die „exklusiv für Elektrofahrzeuge entwickelt“ wurde. Nach Europa sollen die e:N-Modelle nicht kommen.

Honda selbst setzt bei seinen Elektrifizierungsplänen auf drei neue, rein elektrische Fahrzeug-Plattformen. Die erste davon soll bereits 2024 debütieren. 2026 folgt in Nordamerika ein Elektromodell auf Basis einer neuen „großen“ Plattform. Hinzu kommt die im Frühjahr angekündigte neue globale Plattform zusammen mit General Motors – diese ist für erschwingliche Elektrofahrzeuge gedacht. Diese Basis soll 2027 an den Start gehen.

Erst gestern gab Honda bekannt, mit Blick auf eine stabile Batterieversorgung auch eine strategische Partnerschaft mit dem japanischen Handelsunternehmen Hanwa geschlossen zu haben. Intention des Deals ist es, mittel- bis langfristig eine stetige Beschaffung von Batteriematerialien zu gewährleisten. Dabei geht es insbesondere um Nickel, Kobalt und Lithium.

Honda will wie berichtet bis 2030 weltweit 30 Elektromodelle auf den Markt bringen und mit diesen ein Absatzvolumen von mehr als zwei Millionen Elektroautos pro Jahr erreichen. Ab 2040 sollen unter dem Honda-Label dann nur noch Batterie-elektrische und Brennstoffzellen-Fahrzeuge verkauft werden.
reuters.com, cnevpost.com, honda.com.cn

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