Logo

Coca-Cola etabliert E-Fuhrpark in weiteren Teilen Europas

Coca-Cola Europacific Partners (CCEP) dehnt seine Flotten-Elektrifizierung nun auch auf die Niederlande aus. Dort sollen 300 zum Fuhrpark gehörende Autos bis Ende 2026 mit Elektroantrieb fahren. In Deutschland ist die 2021 publik gemachte Umstellung mit 2.300 Fahrzeugen ein ungleich größerer Kraftakt.

Coca‑Cola Europacific Partners ist ein in 29 Ländern aktiver Getränkehersteller. Zum Geschäftsgebiet gehören größtenteils europäische Länder, aber mit Australien, Neuseeland und Indonesien auch Nationen des pazifischen Raums – deshalb auch die Verortung „Europacific“ im Unternehmenstitel. Der Konzern gibt an, 79 Produktionsstätten und 1,75 Millionen Kunden zu haben. Dazwischen spannt sich ein Vertriebsnetz, das dem unternehmenseigenen Nachhaltigkeitsplan „This is Forward“ zufolge deutlich grüner werden soll.

Als neueste Maßnahme wird nun die Unternehmensflotte in den Niederlanden auf Elektroantrieb umgestellt. Dort beschäftigt CCEP 780 Mitarbeiter und unterhält eine Flotte mit besagten 300 Fahrzeugen. Auf dem Pressefoto zur aktuellen Mitteilung sind zwei Hyundai-Fahrzeuge – ein Kona Elektro und ein Ioniq 5 – zu sehen. Es dürften also vermutlich vor allem diese beiden Modelle zugeliefert werden. Darüber hinaus will Coca-Cola am einzigen niederländischen Produktionsstandort in Dongen auf elektrische Gabelstapler umsteigen.

CCEP ist seit 2021 Mitglied der globalen Initiative EV100, in der sich Unternehmen zusammengeschlossen haben, die sich für die Beschleunigung des Übergangs zu Elektrofahrzeugen einsetzen. In diesem Rahmen hat sich CCEP verpflichtet, alle seine Autos und Transporter weltweit bis 2030 auf Elektrofahrzeuge oder Fahrzeuge mit sehr niedrigen Emissionen umzustellen, wenn E-Fahrzeuge nicht rentabel sind. Laut der eigenen Roadmap will CCEP seine Treibhausgas-Emissionen bis 2030 um 30 Prozent gegenüber 2019 reduzieren und bis 2040 auf null bringen, gemäß Scope 1,2 und 3.

In den verschiedenen Märkten wählt Coca-Cola Europacific Partners dabei unterschiedliche Ansatzpunkte und Tempi. In Belgien steht nach der Anschaffung von 120 Hybriden des Typs Hyundai Ioniq zum Beispiel die Einflottung von Elektro-Lkw an oberster Stelle. Ende 2022 begann die dortige Unternehmensführung mit dem Einsatz von E-Trucks für die Belieferung von Kunden auf der letzten Meile. Dazu bestellte CCEP 30 E-Lkw bei Renault Trucks, von denen die ersten fünf bereits im Raum Antwerpen in Betrieb gegangen sind. Konkret schickt Coca-Cola die Modelle D E-Tech und D Wide E-Tech in den Dienst– also Renault Trucks‘ Lkw für den Verteilerverkehr mit 16 bis 26 Tonnen. Die restlichen 25 Elektro-Trucks sollen im Laufe der kommenden Monate an den Produktions- und Vertriebsstandorten von Coca-Cola in Gent und Chaudfontaine eintreffen. Sind sie komplett, bilden die E-Lkw ein Fünftel von CCEPs belgischer Lkw-Flotte. Der Konzernableger in Belgien und Luxemburg verantwortet insgesamt 2.100 Beschäftigte und drei Produktionsstätten.

In Deutschland ist Coca-Cola bereits seit 2021 in ähnlicher Stoßrichtung aktiv: Der dortige Ableger der Coca-Cola Europacific Partners vollzieht die komplette Elektrifizierung seiner Flotte bis 2025. Den Aufbau der Ladeinfrastruktur an den rund 40 deutschen Standorten übernimmt Vattenfall. Wir hatten im Zuge der Ankündigung dieser Pläne mit Fermin Bustamante, Director Sales & Operations bei Vattenfall, über das Großprojekt gesprochen.

Die angekündigte Flottenumstellung in Deutschland betrifft allerdings nicht das Lkw-, sondern das Pkw- und Transportersegment: Coca-Cola kündigte 2021 konkret an, seine rund 2.300 Dienst- und Nutzfahrzeuge in Deutschland vollständig auf Elektromodelle umstellen zu wollen. Genau genommen geht es dabei laut der seinerzeitigen Mitteilung des Unternehmens vom Februar 2021 um 1.830 Pkw und 460 Transporter. Diese sollen zum jeweiligen Ende des Leasingvertrags an den Leasinggeber zurückgehen. Künftig sollen im Gegenzug nur noch Elektrofahrzeuge beschafft werden, damit die Flotte bis 2025 umgestellt ist.

Auch hier ist Hyundai Hauptpartner. Unter den neuen Elektroautos werden mehrere Hundert Hyundai Kona Elektro sein. Denn es gibt seit 2021 eine bis 2024 geltende Vereinbarung, wonach Hyundai jährlich bis zu 200 Exemplare des Stromers an Coca-Cola-Mitarbeiter übergibt. Zusätzlich zu den 2.300 genannten Pkw und leichten Nutzfahrzeugen hat Coca-Cola hierzulande weitere 700 Lkw und Stapler in der Flotte. Zur deren potenzieller Elektrifizierung macht das Unternehmen bisher keine Angaben.

Aus einem auf der CCEP-Webseite herunterladbaren Factsheet für das Jahr 2021 geht hervor, dass seinerzeit 14,3 Prozent aller Firmenwagen in Europa reine Elektrofahrzeuge oder Plug-in-Hybride waren. Norwegen und Schweden nahmen dabei mit mehr als 58 % E-Anteil die Führungsposition unter den Märkten ein. Ferner heißt es in dem Factsheet, dass der Konzern seine Mitarbeiter in die Lage versetzen will, am Arbeitsplatz, unterwegs und zu Hause zu laden.

In allen 29 Ländern zusammen beschäftigt CCEP rund 33.000 Mitarbeiter. Deutschland ist mit 6.600 Angestellten, 16 Werken und 325.000 Handels- und Gastronomiekunden einer der größten Ableger. Man verfüge über ein weit verzweigtes Produktions- und Vertriebsnetz, heißt es auf der Webseite des Unternehmens, auf der sich die Coca‑Cola Europacific Partners Deutschland GmbH zudem als größtes deutsches Getränkeunternehmen bezeichnet. Die GmbH ist als alleiniger Konzessionär der Coca‑Cola GmbH für die Abfüllung sowie den Vertrieb von Coca‑Cola-Markenprodukten in Deutschland verantwortlich.
cocacolaep.com