Weitere ÖPNV-Betreiber in NRW sperren E-Tretroller aus

Immer mehr ÖPNV-Unternehmen Deutschlands setzen zum 1. März ein Mitnahmeverbot für E-Tretroller um. Auffällig ist, dass sich die Verbote allesamt in Nordrhein-Westfalen ballen.

Nachdem bereits die Rheinbahn (Düsseldorf) und die DVG (Duisburg) vor wenigen Tagen angekündigt hatten, die Mitnahme von E-Tretrollern in Bussen und Bahnen zu untersagen, folgen nun weitere Verkehrsunternehmen – im Einzelnen: die KVB (Köln), die SWB (Bonn), die VRS (Region Köln/Bonn), DSW21 (Dortmund) und die Ruhrbahn (Essen). Die Bogestra will etwas später – zum 1. April – in Bochum, Gelsenkirchen, Herne und Witten nachziehen.

Auffällig ist, dass die bisherigen Verbote alle aus Nordrhein-Westfalen kommen. Die Verkehrsunternehmen folgen damit einer Empfehlung des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), der hierzu nun nähere Infos veröffentlicht hat. Gewarnt wird darin vor einem Brand- und Explosionsrisiko bei Akkus von E-Tretrollern. Ausgangspunkt dafür, dass der Ausschuss im VDV sich mit dem Thema intensiv beschäftigt hat, waren Brände und Explosionen in ÖPNV-Fahrzeugen unter anderem in London, Barcelona und Madrid.

Alle oben genannten ÖPNV-Betreiber betonen, dass Pedelecs sowie Elektro-Rollstühle und die vierrädrigen Elektromobile für mobilitätseingeschränkte Menschen von dem Verbot nicht betroffen, da deren Akkus höhere Sicherheitsanforderungen erfüllen.

Die Entscheidung haben sich die Betreiber von Bussen und Bahnen nicht leicht gemacht. DSW21-Betriebsleiter Ralf Habbes betont etwa, „wir wissen natürlich, dass einige Fahrgäste die E-Tretroller in unseren Fahrzeugen mitnehmen, um damit im Anschluss ihre restliche Wegstrecke zurückzulegen. Das ist im Sinne der Verkehrswende grundsätzlich auch eine sinnvolle Kombination klimafreundlicher Verkehrsmittel. Wenn es aber um eklatante Sicherheitsrisiken geht, die von allen Fachleuten einheitlich bewertet werden, müssen wir im Sinne der Fahrgäste eine konsequente Regelung treffen.“

kvb.koeln, swb-busundbahn.de, lifepr.de (VRS), bus-und-bahn.de (DSW21), ruhrbahn.de (Ruhrbahn), waz.de (Bogestra), vdv.de

3 Kommentare

zu „Weitere ÖPNV-Betreiber in NRW sperren E-Tretroller aus“
Thomas
29.02.2024 um 14:16
Sind die Sicherheitsanforderungen bei Pedelecs und E-Rollern nicht gleich hoch? Entsteht das Brandrisiko grundsätzlich nicht eher beim Lade- und Entladevorgang?Fragen über Fragen. Für mich wirkt das Verbot ziemlich willkürlich und nicht grundlegend fundiert.
Battie
02.03.2024 um 21:00
Hier in Südbayern im Landkreis Rosenheim gibt es das für die Fortentwicklung des ÖPNV äußerst hinderliche Verbot ebenfalls, schon seit vielen Wochen. Möglicherweise waren es ja nur Leihroller, die von den Bränden betroffen waren, weil sie bei Wind und Wetter draußen stehen und nicht immer so pfleglich behandelt werden wie Privatroller. Dann wäre aehnlich wie in Paris über ein Verbot von Leihrollern nachzudenken, denn zwischen Leihrollern und privaten zu unterscheiden wird Busfahrern wohl kaum möglich sein. Alternativ wären erhöhte Sicherheitsstandards für Leihroller eine Lösung, falls wirklich nur die das Problem wären, die Sache erfordert jedenfalls dringend einer Regelung, die E-Roller nicht generell ausschließt, meine ich.
Rhudi
07.03.2024 um 19:34
In der letzten Zeit haben Busse gebrannt! Zum ersten April sollten alle Busse wegen der Brandgefahr stillgelegt werden!!

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