Frankfurter ICB vergibt Auftrag über neun H2-Gelenkbusse an Solaris

Der Frankfurter ÖPNV-Betreiber In-der-City-Bus (ICB) hat weitere Brennstoffzellen-Busse bei Solaris geordert. Der neue Auftrag umfasst neun Gelenkbusse des Typs Urbino 18 Hydrogen, die im Juli 2025 ausgeliefert werden sollen. 23 H2-Busse des polnischen Herstellers sind bereits in Frankfurt unterwegs. (Update am Artikelende)

Bild: Solaris

Vor gut zwei Jahren lieferte Solaris die ersten Wasserstoff-Busse an das Frankfurter Busunternehmen. Dabei handelte es sich um 13 Urbino 12 Hydrogen. Nach einer europaweiten Ausschreibung folgte im vergangenen Jahr die Bestellung über weitere zehn Urbino 12 Hydrogen, die mittlerweile auch in der hessischen Stadt angekommen sind. Doch auch fünf Batterie-elektrische Urbino 12 Electric befinden sich in der Flotte des ÖPNV-Betreibers.

Nun hat In-der-City-Bus erneut einen Auftrag an den polnischen Hersteller vergeben. Solaris wurde beauftragt, insgesamt neun E-Gelenkbusse des Typs Urbino 18 Hydrogen an das Unternehmen zu liefern. Sie sollen im nächsten Jahr in Frankfurt am Main eintreffen. Die Wasserstoff-Gelenkbusse sollen auf der Linie M32 für emissionsfreie Mobilität sorgen. Sie führt vom Westbahnhof durch die Innenstadt zum Ostbahnhof und wird werktags von gut 13.000 Fahrgästen genutzt.

Mit der genauen technischen Konfiguration der Urbino 18 Hydrogen hält sich Solaris in der knapp gehaltenen Mitteilung zurück. Der für den Antrieb der Busse benötigte Wasserstoff wird in gasförmiger Form in auf dem Dach montierten Verbundtanks gespeichert, „die den höchsten Sicherheitsstandards entsprechen“ sollen. Mit Wasserstoff versorgt werden die nun bestellten Fahrzeuge an der betriebseigenen H2-Tankstelle.

Ganz ohne Förderung wurden auch diese neun Brennstoffzellen-Busse jedoch nicht bestellt. Während es zum Auftragsvolumen keine Information gibt, ist zumindest die Fördersumme bekannt. In-der-City-Bus erhielt bereits im September letzten Jahres einen entsprechenden Förderbescheid in Höhe von 2,3 Millionen Euro für die Anschaffung der neun H2-Gelenkbusse. Die Fördersumme stammt aus Mitteln des Programms „Beschaffung von Elektrobussen für den öffentlichen Personennahverkehr in Hessen“ des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen. Mit Mitteln dieses Programms wurden bereits 2022 die genannten 13 H2-Busse mit 2,4 Millionen Euro sowie die betriebshofeigene Wasserstoff-Tankstelle mit rund 1,7 Millionen Euro gefördert.

Update 27.05.2024: In-der-City-Bus hat nun auf ihrem Betriebshof eine Wasserstoff-Tankstelle eröffnet. Damit können die aktuell 23 H2-Busse der ICB direkt vor Ort betankt werden. Anlagenbauer der Tankstelle und zukünftiger H2-Lieferant ist der Wasserstoff-Infrastrukturanbieter Everfuel.

Die Tankstelle auf dem Betriebshof ist mit zwei H2-Dispensern mit je 350 bar Betriebsdruck ausgestattet und hat eine Gesamtkapazität von einer Tonne Wasserstoff. Dies ermögliche eine problemlose Erweiterung der Betankungskapazität für eine steigende Anzahl von Wasserstoffbussen, heißt es in einer begleitenden Mitteilung. Mit speziellen Trailern werde regelmäßig Wasserstoff angeliefert.

„Wir sind stolz darauf, dass wir heute die größte betriebseigene hessische Wasserstofftankstelle für Linienbusse eröffnen. Um als Stadt klimaneutral zu werden, ist es enorm wichtig, die städtische Busflotte zu elektrifizieren“, erklärt Stadtrat Wolfgang Siefert, Mobilitätsdezernent der Stadt Frankfurt am Main und Aufsichtsratsvorsitzender der ICB. „Die relativ junge Technologie ist derzeit für längere Strecken die einzig emissionsfreie Alternative zum Verbrenner.“

solarisbus.com, icb-ffm.de (Update)

3 Kommentare

zu „Frankfurter ICB vergibt Auftrag über neun H2-Gelenkbusse an Solaris“
Spocl
28.05.2024 um 08:11
Lieber Herr Siefert, „Die relativ junge Technologie ist derzeit für längere Strecken die einzig emissionsfreie Alternative zum Verbrenner.“ Ähh, NEIN!!! Diese Technologie ist über 200 Jahre alt und bereits 1807 in Fahrzeugen verbaut worden. Wie wollen Sie denn wohl "Klimaneutral" werden ohne ausreichend grünen Strom. Mal außer Acht lassend, dass von dem Strom nur ca. 20 % zum Antrieb genutzt bzw. auf die Straße gebracht wird. Beim reinen Elektroantrieb hingegen ca. 70 %. Der ohnehin knappe grüne Strom sollte also durch diesen Antrieb nicht verschwendet werden. Sie sollten sorgsam mit dem Geld der Bürger umgehen und nicht auf den Werbeprospekt von Everfuel hereinfallen. Fahren Sie auch ein Wasserstoffauto? Bei dieser Lupenreinen Werbeaussage stellt man sich ja doch so seine Fragen wie diese Entscheidung fallen konnte.
Gregor
28.05.2024 um 09:40
wer kennt sie nicht, die ganzen City Busse, die täglich tausende Kilometer Überland machen müssen. mit Hänger und auf der Autobahn :DWenn man sich das Fahrprofil solch eines Busses mal ausdenkt, dann verstehe ich Null warum man da H2 nutzen will.Gut, das die Plörre dann auch bald teurer werden wird, und nach Wegfall der Förderung wird man plötzlich merken... das ist ja viel zu teuer. Das Schema findet derzeit in Echtzeit in vielen ÖPNV Unternehmen statt, nur leider will jedes selbst die Erfahrung machen.
Stefan
28.05.2024 um 12:03
25 km je Stunde x 16 h (7-23 Uhr) macht 400 km (also 16-32 Runden/Umläufe). Das kann bei manchen Akku-Bussen knapp werden. Bisher sind viele Busunternehmen gewohnt, mit einer Tankfüllung im Betriebshof den kompletten Tag zu schaffen. Wenn man keine Ladestationen an den Endstellen aufbauen möchte, können H2-Busse attraktiv sein. Ich würde eher Ladestationen an den Endstellen bevorzugen.

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