Ionity nimmt ersten Megawatt-Lader in Frankreich in Betrieb
Dass Ionity die Megawatt-Ladesysteme von Alpitronic nutzen wird, hatte das Schnelllade-Joint-Venture bereits im April 2025 angekündigt – damals hieß es noch, dass die ersten HYC1000 noch im gleichen Jahr ans Netz gehen sollen. Tatsächlich war die Inbetriebnahme der ersten beiden Standorte in Frankreich lange Zeit für den vergangenen Dezember geplant. Doch wie es in der Ladeinfrastruktur-Branche (gerade bei Premieren) immer wieder vorkommt, konnte der Termin am Ende nicht ganz gehalten werden.
Wie Ionity mitteilt, wird das HYC1000-Ladesystem „nach intensiven Tests auf dem firmeneigenen Gelände bei München“ erstmals an öffentlichen Standorten in Frankreich eingesetzt. Der Standort in Maison-Dieu im Osten Frankreichs wurde offenbar bereits vor einigen Tagen eröffnet, am Donnerstag kam dann noch der Standort in Sorgues direkt an der berühmten A7 „Autoroutes du Soleil“ hinzu. In beiden Fällen hat Ionity jeweils in HYC1000-System mit sechs Ladepunkten errichtet.
Das System von Alpitronic nutzt ein zentrales Power Cabinet mit 1.000 kW Gesamtleistung. Diese wird je nach Auslastung entweder dynamisch auf mehrere Fahrzeuge verteilt oder bei Einzelbelegung mit bis zu 600 kW gebündelt an ein Fahrzeug abgegeben. „Mit der Integration dieser Technologie schafft Ionity die notwendigen Voraussetzungen für die steigende Ladeleistung neuer Fahrzeuggenerationen“, heißt es von dem Betreiber. An solchen Ladepunkten sollen (entsprechend leistungsfähige) E-Autos „in unter acht Minuten bis zu 300 km Reichweite“ nachladen können – an einem CCS-Stecker.
Für „die kommenden Wochen“ ist dann die Inbetriebnahme des ersten HYC1000 von Ionity in Deutschland geplant. In Werne (Nordrhein-Westfalen) entstehe derzeit „der schnellste Ladepark in Deutschland“, so Ionity. Im Gegensatz zu den beiden französischen Standorten werden in Werne hingegen acht 600-kW-Ladepunkte gebaut. Werne liegt in der Nähe der A1 und wird selbst von den Bundesstraßen 54 und 233 durchkreuzt. Wenige Kilometer südlich in Kamen gibt es bereits einen Ladepark von Ionity mit acht 350-kW-Ladepunkten und zwei Alpitronic Hyperchargern HY400.
Ionity hatte in der Anfangsphase zunächst auf zugekaufte 350-kW-Ladesäulen von Tritium gesetzt, hat aber später auf ein eigenes Ladesäulen-Design umgestellt. Dabei handelt es sich aber um ein Ionity-einheitliches Gehäuse, in dem die Ladetechnik unterschiedlicher Anbieter verbaut werden kann – um die Lieferkette breiter aufzustellen. Erst im Dezember 2023 hat Ionity den ersten Ladepark mit den bei anderen Anbietern weit verbreiteten Hyperchargern von Alpitronic eröffnet.
Nach Werne, Maison-Dieu und Sorgues ist ein weiterer Rollout der HYC1000 im Ionity-Netz geplant. Der Betreiber spricht davon, „weitere Installationen der HYC1000-Systeme entlang wichtiger europäischer Verkehrsachsen“ vorzubereiten, nennt aber keine konkreten Standorte oder Ausbauziele.
In Deutschland hat Ionity erst in der vergangenen Woche den Ad-hoc-Ladepreis auf 0,69 €/kWh gesenkt. Mit Registrierung in der App sind es 0,66 €/kWh und in den beiden Abo-Tarifen mit monatlicher (oder jährlicher Grundgebühr) ist das Schnellladen bei Ionity für 0,49 oder 0,39 €/kWh möglich. Alle Details zu den aktuellen Preisen können Sie hier nachlesen.
„Mit der Einführung der neuen Megawatt-Ladesysteme stärken wir die Leistungsfähigkeit unseres europäischen Ladenetzes weiter. Die Ladeleistungen neuer Elektrofahrzeuge steigen kontinuierlich und in den kommenden Jahren werden immer mehr Modelle diese hohen Leistungsniveaus abrufen können“, sagt Ionity-CEO Jeroen van Tilburg. „Für Fahrer:innen bedeutet das vor allem kürzere Ladestopps und mehr Freiheit auf jeder Reise. Wir schaffen damit eine Infrastruktur, die nicht nur den heutigen Bedarf deckt, sondern Europa für den weiteren Hochlauf der Elektromobilität sicher aufstellt.“
Quelle: Info per E-Mail





10 Kommentare