Volvo stellt den Verkauf des EX30 in den USA ein
Der im Juni 2023 vorgestellte EX30 hatte es in den USA von Anfang an schwer: Der ursprünglich für Sommer 2024 in den Vereinigten Staaten geplante Marktstart musste verschoben werden, weil die damalige Biden-Regierung einen Zoll von 100 Prozent auf in China hergestellte Elektroautos erließ, der auch unter der heutigen Trump-Regierung noch bestand hat. Der hohe Zollsatz betraf auch den EX30, weil dieser damals ausschließlich im chinesischen Werk Zhangjiakou gefertigt wurde.
Stattdessen verzögerte Volvo die meisten Auslieferungen des EX30 in den USA auf den zusätzlichen Produktionsstart des Modells im belgischen Gent, der im April 2025 erfolgte, während zuvor nur wenige Einheiten des Top-Modells Twin Motor Performance aus China in die USA geliefert worden waren. Seit dem Start in Belgien bedient Volvo von dort aus aber den US-Markt und natürlich auch die europäischen Länder.
Doch nun ist es mit dem EX30 in den USA schon wieder vorbei: Laut einem Bericht des Autoportal „The Drive“ haben die US-amerikanischen Volvo-Händler nun von Volvo Cars die Information erhalten, dass der EX30 nach dem Modelljahr 2026 sowohl in der Standard- als auch in der Cross-Country-Ausführung in den USA vom Markt genommen wird . Alle aktuell vorliegenden Bestellungen sollen noch ausgeliefert werden, die Produktion für den US-Markt aber nach dem Sommer schrittweise eingestellt werden. Zudem haben US-Händler nur noch bis zu diesem Freitag, 20. März 2026, die Möglichkeit, Bestellungen für den EX30 aufzugeben. Bislang war das Modell in den USA zu einem Startpreis von 40.345 US-Dollar inkl. Überführungskosten erhältlich, während dieser in Deutschland bei 38.490 Euro liegt.
Volvo Cars begründet die Entscheidung gegenüber „The Drive“ mit einer „gründlichen Überprüfung unserer Geschäfts- und Betriebsstrategien“, die eine „direkte Reaktion auf veränderte Marktbedingungen und finanzielle Faktoren“ sei. Gemeint dürften hier u.a. das Auslaufen der US-Steuergutschrift von 7.500 US-Dollar zum 30. September 2025 sowie die gelockerten Abgasregeln für Verbrenner der Trump-Regierung sein.
Ein weiterer Faktor dürfte die Zollpolitik der USA sein: Als Volvo Cars die Entscheidung traf, den EX30 für den US-Markt in Belgien zu bauen, galt hierfür noch ein Zollsatz von 2,5 Prozent. Doch genau als die Produktion und Auslieferung von dort aus startete, erhoben die USA plötzlich zusätzliche 25 Prozent Sonderzoll. Zwar sank der Zollsatz zum 1. August 2025 auf 15 Prozent, doch dieser liegt damit noch immer sechsmal höher als bei der ursprünglichen Kalkulation.
Wichtig zu wissen: Die Einstellung des Vertriebs in den USA bedeutet nicht das generelle Ende für den EX30. Vielmehr soll er weiter u.a. in Europa, Kanada und Mexiko erhältlich sein. Zudem will Volvo weiter den deutlich größeren und in South Carolina gebauten EX90 sowie den dazwischen angesiedelten EX60, der bald auf den Markt kommt, in den USA verkaufen.
Volvo folgt einer Reihe anderer Hersteller, die ihr US-Portfolio an Elektroautos nach dem Kurswechsel der Trump-Regierung ausdünnen: Ford hat den vollelektrischen F-150 Lightning gestoppt sowie auch einen künftigen E-Pickup mit dem Codenamen T3. Stellantis verzichtet auf die elektrische Version des Pickups RAM-1500 und schreibt 22,2 Mrd. US-Dollar v.a. aufs E-Auto-Geschäft ab. Honda hat drei für die USA geplanten E-Modelle gestrichen. Und General Motors will den gerade erst wiederbelebten Chevy Bolt schon wieder einstellen.





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