Lade-Branchenverband e-Mobility Deutschland stellt Agenda vor
Kurzer Rückblick: Kurz vor Weihnachten 2025 haben ABB E-mobility, Alpitronic, Aral Pulse (BP Europa), Electra, Engie Vianeo, Fastned, Ionity und Shell den Verein e-Mobility Deutschland e.V. gegründet. Dieser neue Verband soll die Interessen der Elektromobilitätsbranche mit Fokus auf den Ausbau der Ladeinfrastruktur gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit besser vertreten. Bei der Gründung war Engie Vianeo noch vertreten, in der aktuellen Mitteilung wird das Unternehmen aber nicht erwähnt.
Drei Monate später tritt der noch junge Verband an die Öffentlichkeit und bezeichnet sich selbst als „neue Stimme der Ladeinfrastruktur“. Als „schlagkräftige Allianz führender Ladesäulenbetreiber und Hardware-Hersteller“ will man aus der Deutschland-Geschäftsstelle mit Sitz in Berlin die Brancheninteressen bündeln, „um den Ausbau des Ladenetzes als Rückgrat der deutschen Mobilitätswende entschlossen voranzutreiben“.
Im Zentrum der politischen Agenda, die e-Mobility Deutschland e.V. jetzt vorgestellt hat, stehen vier große Anliegen – von denen drei kaum überraschen. Der Verband will sich etwa für eine Beschleunigung von Genehmigungsverfahren, den „konsequente Bürokratieabbau beim Netzanschluss“ und die Einführung einer fairen und transparenten Vergabepraxis für öffentliche Flächen einsetzen. Also genau jene Punkte, die den zügigen Infrastrukturausbau vor allem im Schnellladebereich – aus dem die meisten Verbandsmitglieder stammen – oft noch hemmen.
Der vierte Punkt betrifft die „Stärkung einer marktorientierten Preistransparenz“. Hier macht vor allem die europäische AFIR einige Vorgaben, deren Details inzwischen aber auch schon von deutschen Gerichten verhandelt werden. Vor dem Landgericht München geht es im Verfahren DCS vs. EWE Go unter anderem um die Frage, was diskriminierende Ladepreise sind und was als marktüblich bezeichnet werden kann. Der Ausgang dieses Verfahrens dürfte die ganze Branche beeinflussen. Aber zuletzt sind nicht nur aus der Lade-, sondern auch der Autobranche Rufe nach transparenten und niedrigeren Ladepreisen laut geworden – auch vor dem Hintergrund der hohen Spritpreise aufgrund des Iran-Kriegs.
„Die Branche ist bereit, Verantwortung für den Ausbau der Ladeinfrastruktur zu übernehmen. Denn nur ein flächendeckendes Angebot sichert die Wettbewerbsfähigkeit elektrischer Mobilität und sorgt dafür, dass die Mobilitätswende auch bei uns gelingen kann. Um diesen Kraftakt zu bewältigen, benötigen wir aber auch einen politischen Rahmen, der Investitionen absichert und Innovationen fördert, anstatt sie im bürokratischen Dschungel zu ersticken“, sagt Linda Boll, Vorstandsvorsitzende e-Mobility Deutschland e.V. und zugleich auch Deutschland-Chefin von Gründungsmitglied Fastned. „e-Mobility Deutschland e.V. steht daher auch ab heute für einen konstruktiven Dialog zur Verfügung und wir suchen proaktiv den Schulterschluss mit Politik und Wirtschaft, um eine positive Transformation des Verkehrsstandortes Deutschland mit vereinten Kräften voranzutreiben und die Elektrifizierung des Straßenverkehrs zu realisieren.“
Quelle: Info per E-Mail, emobilityde.org (Verbands-Website)





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