Projekt H2Sky hat Brennstoffzellen-Stack für Luftfahrt entwickelt
Das 2022 gestartete Projekt H2Sky ist nun zum Abschluss gekommen. Im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) wurde es mit rund 26,5 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Verkehr (BMV) gefördert. Laut dem BMV zählt H2Sky zu den umfangreichsten Projekten zur Entwicklung wasserstoffbasierter Brennstoffzellentechnologien für die Luftfahrt in Deutschland.
Kern des Projekts war die Entwicklung von luftfahrtoptimierten Brennstoffzellen-Stacks mit 100 bis 200 kW Leistung, die zur Energieversorgung eines Elektromotors genutzt werden können, der dann wiederum einen Propeller oder Triebwerk antreibt. Dabei wurden die besonders hohen Anforderungen der Luftfahrt an Leistungsdichte, Effizienz, Zuverlässigkeit und Lebensdauer berücksichtigt. Konkrete Daten zum nun entwickelten Brennstoffzellen-Stack sind aber nicht bekannt.
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) sagte bei einer Abschlussveranstaltung in Dettingen an der Erms: „Klimafreundliche Mobilität wird dort erfolgreich sein, wo Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit Hand in Hand gehen. In der Luftfahrt spielt Wasserstoff dabei eine Schlüsselrolle. Projekte wie H2Sky zeigen eindrucksvoll, dass Erfindergeist und Technologie ‚Made in Germany‘ direkt zu Fortschritten auf dem Weg zu einem emissionsarmen Flugverkehr führen.“
Aerostack-CEO Andreas Hubert ergänzt: „Im Projekt H2Sky konnten wir die Brennstoffzellentechnologie gezielt für die Anforderungen der Luftfahrt weiterentwickeln und ihren technologischen Reifegrad deutlich steigern. Die Ergebnisse bilden eine belastbare Grundlage für weitere Entwicklungsschritte, um die Marktreife der Technologie vorzubereiten.“
Allerdings ist ein luftfahrttauglicher Brennstoffzellen-Stack nur eines von vielen Puzzleteilen, um Flugzeuge künftig tatsächlich mit Wasserstoff fliegen zu lassen. Es benötigt ein komplettes Antriebssystem (Powertrain), das neben dem Brennstoffzellen-Stack auch die Kryo-Tanks (für flüssigen Wasserstoff bei -253 °C), das Thermomanagement und die Leistungselektronik umfasst. Und obendrein benötigt es noch jahrelange Tests und Zertifizierungen durch die Behörden.
Womöglich auch deshalb hat das Verkehrsministerium in seiner Pressemitteilung den Begriff Flugzeug komplett vermieden, denn bis zum einem regulären Flugzeug mit Brennstoffzellensystem wird es noch Jahre dauern. So hat der Flugzeughersteller Airbus, der am Konsortialführer Aerostack beteiligt ist, zunächst Wasserstoff-betriebene Flugzeuge mit dem Codenamen ZeroE für 2035 in Aussicht gestellt, das Vorhaben aber zwischenzeitlich depriorisiert, so dass dies für 2040 wohl realistischer sein dürfte. Airbus und Aerostack sind aber gerade zusammen mit dem PEM-Lehrstuhl der RWTH Aachen und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in das neue Projekt „GENtwoPRO“ gestartet, das ein skalierbares Brennstoffzellensystem für Regionalflugzeuge mit bis zu 100 Sitzplätzen entwickeln will.
Das nun beendete Projekt H2Sky wurde von der staatlichen NOW koordiniert und durch den Projektträger Jülich (PtJ) umgesetzt. Das Konsortium wurde von Aerostack geleitet. Weitere Partner waren EKPO Fuel Cell Technologies, Hahn-Schickard, das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE, die Technische Universität München, das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg sowie die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.





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