Freudenberg begräbt Geschäft mit Batterie und Brennstoffzellen

Freudenberg zieht sich aus dem Bereich Batterien und Brennstoffzellensysteme für Schwerlastanwendungen zurück. Die Geschäftsgruppe Freudenberg e-Power Systems (FEPS) wurde zum 1. Januar 2026 organisatorisch aufgelöst. Einzig bei Wasserstoff-Komponenten sieht die Gruppe noch Perspektiven – und behält diesen Bereich.

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Freudenberg e-Power Systems gehörte über Jahre zu den hiesigen Anbietern von Batterie- sowie Brennstoffzellensystemen für Schwerlastanwendungen. Noch Mitte 2025 kündigte FEPS ein neues Batteriesystem für maritime Anwendungen an. Konkret eine Lösung namens XWAVE speziell für Batterie-elektrische und Hybrid-elektrische Schiffe. In etlichen Projekten und Konsortien war die Geschäftsgruppe aktiv: Mit ZF entwickelte Freudenberg etwa an BZ-Systemen für schwere Lkw. Im früheren Projekt HyFleet wurde mit Flixbus an einem Brennstoffzellenantrieb für neue Fernbusplattformen gebastelt.

Doch damit ist Schluss. Die in München ansässige FEPS-Unit ist zum Jahreswechsel aufgelöst worden. Das teilte das Unternehmen jetzt bei der Bekanntgabe seiner Geschäftszahlen für 2025 mit. Die Folge: Freudenberg verfolgt die Entwicklung und Vermarktung von Batteriezellen, -modulen und -systemen sowie Brennstoffzellensystemen nicht mehr weiter. Nur der Bereich Wasserstoff-Komponenten wird weitergeführt und dazu an die in Weinheim ansässige Sparte Freudenberg Sealing Technologies angebunden. Gegenüber dem Handelsblatt äußert sich Freudenberg-Chef Claus Möhlenkamp wie folgt: „Im Ergebnis sind wir zu der Entscheidung gekommen, das Geschäft mit der Systemintegration und den Modulen für Brennstoffzellen und Batterien einzustellen. Im Komponentengeschäft werden wir aber weitermachen.“

Weiter präzisiert Möhlenkamp: „Die Batteriesysteme haben wir in den USA produziert. Das wurde eingestellt. Das Wasserstoffgeschäft war in Deutschland angesiedelt. Auch das haben wir bis auf den Komponentenbereich geschlossen.“ Betroffen von der Maßnahme seien rund 600 Mitarbeitende gewesen – schwerpunktmäßig in den USA. Wir erinnern uns: Erst im vierten Quartal 2023 eröffnete Freudenberg in Michigan noch ein neues Batterie-Labor.

Der US-Markt soll insgesamt einer der großen wunden Punkte gewesen sein. Freudenberg drückt dies in seinem Geschäftsbericht wie folgt aus: „Der Markt für Batterien und Brennstoffzellen in den USA entwickelte sich deutlich langsamer als erwartet. Gründe dafür sind eine schwache Nachfrage in zentralen Anwendungen, fehlende Infrastruktur – insbesondere im Wasserstoffbereich –, hohe Kosten sowie politische und regulatorische Unsicherheiten. Hinzu kamen ein globaler Wettbewerbsdruck und begrenzte Skalierungsmöglichkeiten, die insbesondere das Systemgeschäft wirtschaftlich erschwert haben.“ 

Doch auch jenseits der USA war das Marktumfeld 2025 weltweit von wirtschaftlichen Unsicherheiten, geopolitischen Spannungen und einer erhöhten Volatilität der Wechselkurse geprägt. „In mehreren Kernindustrien – darunter Automobil und Maschinenbau – blieb die Nachfrage vor allem in Europa und Nordamerika schwach oder ging zurück“, heißt es im Geschäftsbericht. 

Wie Möhlenkamp gegenüber dem Handelsblatt weiter präzisiert, verbleiben aus dem gesamten geschlossenen Bereich 70 Stellen in München. „Dort nutzen wir das Know-how für ein Wasserstoffkompetenzzentrum. Der Fokus liegt allerdings stärker auf der Elektrolyse, also der Erzeugung von Wasserstoff“, so der Freudenberg-Chef. „Dort gibt es Potenzial, wieder Stellen aufzubauen. Ich sehe das aber eher auf Zehn-Jahres- als auf Drei-Jahres-Sicht. Die Brennstoffzellentechnologie ist reif, der Markt ist es noch nicht.“

Noch vor einem guten halben Jahr nannte die Gruppe für die FEPS-Sparte übrigens rund 800 Mitarbeiter. Da nun rund 600 Jobs abgebaut wurden und 70 Stellen Bestand haben, hat wahrscheinlich schon zuvor ein Stellenabbau stattgefunden. Insgesamt beschäftigte die in Weinheim beheimatete Freudenberg-Gruppe laut Angaben aus ihren Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2025 weltweit 50.968 Mitarbeitende in rund 60 Ländern. Im Vorjahr waren es noch 52.104 gewesen. Ein Großteil der weggefallen Stellen hängt mit der FEPS-Schließung zusammen.

Grundsätzlich verdient die Freudenberg-Gruppe ihr Geld in diversen Geschäftsfeldern. Bekannt ist der Konzern vor allem für seine Dichtungs- und Schwingungstechnik, aber auch für Vliesstoffe und Filtration, Spezialchemie, medizintechnische Produkte und Reinigungstechnologien. Das Geschäft mit E-Mobilitätslösungen wird bei Freudenberg vorerst nur noch rudimentär fortgeführt.

freudenberg.com, handelsblatt.com

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