Tesla startet Robotaxi-Service in Dallas und Houston

Tesla hat die Ausweitung seines jungen Robotaxi-Dienstes auf die texanischen Metropolen Dallas und Houston bekanntgegeben. Zuvor war der Service bereits in Austin im selben Bundesstaat aktiv. Die Nachricht kommt kurz der Vorstellung der Tesla-Quartalszahlen am Mittwoch.

Tesla robotaxi innen fahrgast
Bild: Tesla

In Austin war Tesla bereits vor zehn Monaten mit einem Robotaxi-Service gestartet, wobei zunächst immer ein Sicherheitsfahrer auf dem Beifahrersitz saß, der im Notfall über ein Display die Fahrzeugsteuerung übernehmen konnte. Im Januar wechselte dieser „Safety Monitor“ dann in ein Begleitfahrzeug. Auch in San Francisco betreibt Tesla zudem einen Robotaxi genannten Service, doch dort sitzt immer ein Fahrer am Steuer, denn Tesla fehlt bislang die Genehmigung, in Kalifornien selbstfahrende Autos zu betreiben.

Die Ausweitung des tatsächlichen Robotaxi-Angebots von Austin nach Dallas und Houston dürfte für Tesla dagegen regulatorisch deutlich einfacher sein, schließlich liegen alle drei Städte im US-Bundesstaat Texas, der als Vorreiter beim autonomen Fahren gilt und bereits 2017 ein entsprechendes Gesetz erlassen hatte.

Allerdings bleibt aktuell unklar, wie groß der neue Robotaxi-Service in Dallas und Houston überhaupt ist, doch laut Tesla soll er in jedem Fall ohne Sicherheitsfahrer auskommen. In Austin war Tesla zunächst mit 20 Fahrzeugen vom Typ Model Y gestartet, während das als reines Robotaxi konzipierte Cybercab ohne Lenkrad bisher noch nicht zum Einsatz kommt.

Bei der Vorstellung der letzten Quartalszahlen hatte Tesla im Januar angekündigt, seinen Robotaxi-Service im ersten Halbjahr nach Dallas, Houston, Phoenix, Miami, Orlando, Tampa und Las Vegas. Somit ist nun bei den ersten zwei von sieben Städten ein Haken dran.

Jedoch weist der US-Fachdienst Electrek darauf hin, dass das Betriebsgebiet des Robotaxi-Dienstes in beiden Städten bislang sehr klein ist: In Dallas ist die Zone demnach etwa 78 bis 90 Quadratkilometern groß, in Houston sogar nur etwa 30 bis 39 Quadratkilometer. Zum Vergleich: Die Metropolregion Houston erstreckt sich über mehr als 25.900 Quadratkilometer. Zudem seien laut einem Robotaxi-Tracking-Tool bislang noch kaum Robotaxis in beiden Städten verfügbar. Deshalb vermutet Electrek auch, dass Tesla unbedingt noch rechtzeitig vor der Bekanntgabe der Quartalszahlen am Mittwoch, 22. April, eine positive Nachricht platzieren wollte.

Der Robotaxi-Markt wird in den USA bislang von der Google-Schwester Waymo angeführt, die bereits in Phoenix, San Francisco, Los Angeles und Austin sowie seit wenigen Tagen auch in Miami und Orlando „open for everyone“ ist, ihren Service also für alle interessierten Menschen anbietet. In weiteren fünf Städten läuft bereits der Rollout mit einem eingeschränkten Nutzerkreis und Wartelistenverfahren. Ein Herausforderer mit viel Potenzial ist zudem die Amazon-Tochter Zoox, die bereits in Las Vegas und San Francisco aktiv ist. Zudem bereit die Ride-Hailing-App Uber gerade eine massive Robotaxi-Offensive vor und ist dafür bereits rund 20 Partnerschaften mit Autoherstellern und Technologieanbietern eingegangen, darunter Rivian, Lucid und VW.

handelsblatt.com, electrek.co

4 Kommentare

zu „Tesla startet Robotaxi-Service in Dallas und Houston“
MWF
21.04.2026 um 07:41
Und was machen die deutschen Hersteller? Aufgegeben?
D-Tric
21.04.2026 um 19:56
Moia testet schon lange in Austin und wird vermutlich noch dieses Jahr den Sicherheitsfahrer raus nehmen. Ausserdem ist es doch kein Naturgesetz, dass Fahrzeughersteller eigene Robotaxis entwickeln müssen. Die allermeisten Anbieter von Robotaxisdiensten sind keine Fahrzeughersteller. Pony.AI, WeRide, Wayve, Apollo...
Frank H
21.04.2026 um 09:28
Es sieht ganz danach aus. Mercedes hatte in München Level 2+ überzeugend gezeigt. Die davon profitieren sind nur die Chinesen, die bekommen den CLA mit den zusätzlichen Sensoren und entsprechender Software für nahe zu der Hälfte des Geldes, was einem hier zu Lande in Rechnung gestellt wird. Dann wird es halt wieder nächstes Jahr ein Tesla in Hardware 5. Vielleicht verprellt BMW Ihre heimische Kundschaft nicht, Mercedes kommt für mich definitiv nicht in die engere Auswahl. Das ist Schade, fast schon peinlich mit Ansehen zu müssen, wie man sich wieder selber in den Fuß schießt.
Wilhelm
21.04.2026 um 12:04
Electrek berichtet auch, dass das "Robotaxi" Angebot in Austin, obwohl schon seit 10 Monaten aktiv, weiterhin auf eine sehr kleine Zahl von Fahrzeugen (etwa ein Dutzend) beschränkt ist. In dieser Zeit hat es 15 Unfallberichte an die NHTSA gegeben, etwa viermal mehr als menschliche Fahrer im Durchschnitt haben. In Dallas und Houston ist laut Electrek nur jeweils 1 Fahrzeug aktiv (und so gut wie gar nicht verfügbar). Das Ganze also eher Aktien-Hype als echte Nachricht.

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