Mazda und Subaru vertagen Launch eigener Elektroautos

Die japanischen Hersteller Mazda und Subaru zögern die Einführung erster eigenständiger Elektroautos weiter hinaus. Mazda verschiebt seinen Erstling auf Basis der geplanten eigenen Elektroplattform auf 2029. Und Subaru streicht das Jahr 2028 als Launch-Ziel seiner proprietären Stromer gänzlich – ohne ein neues zu nennen.

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Bild: Mazda

Mazda vertagt die Einführung seines ersten Modells auf Basis der „Skyactiv EV Scalable Architecture“ ein weiteres Mal – diesmal auf 2029. Entsprechende Investitionen werden laut der Automobilwoche nahezu halbiert. Weitreichende Mittel sollen stattdessen in Hybridfahrzeuge sowie in China produzierte elektrifizierte Modelle fließen. Die Mazda-Elektroplattform sollte ursprünglich schon 2025 eingeführt werden, wurde zuletzt aber schon auf 2028 verschoben. Nun sind die Japaner schon beim Ende der Dekade angelangt.

Wir erinnern uns: Die „Skyactiv EV Scalable Architecture“ wurde im Sommer 2021 erstmals im Zuge eines Technologie-Updates bis 2030 angekündigt. Laut den damaligen Ausführungen soll die Plattform für diverse Fahrzeuggrößen und Karosserietypen geeignet sein. Den ursprünglichen Zeitplan, zwischen 2025 und 2030 mehrere Modelle auf Basis der „Skyactiv EV Scalable Architecture“ einzuführen, hatte Mazda schon einige Zeit später angepasst und stattdessen eine Premiere im Jahr 2027 angepeilt. Diese hat sich nun nochmals verschoben.

Die Elektro-Ambitionen von Mazda werden aber wohl nicht angepasst, auch wenn sie nicht mit einer eigenen Plattform erreicht werden sollen. Die Japaner setzen große Hoffnungen auf den Mazda6e und den jüngst vorgestellten CX-6e als SUV-Ableger, die jedoch bekanntlich beide auf einer Plattform von Changan aufbauen und auch in China von dem Joint Venture Mazda-Changan gebaut werden.

Die Verschiebung auf 2029 begründet Mazda mit den veränderten Rahmenbedingungen in den USA und Europa. „Bei batterieelektrischen Fahrzeugen waren wir immer vorsichtig“, wird CEO Masahiro Moro bei der Automobilwoche zitiert. Mazda bezeichne sich selbst als „bewussten Nachzügler“. Das späte Handeln ermögliche es dem Hersteller nun, milliardenschwere Fehlinvestitionen zu vermeiden, wie sie andere Autobauer hinnehmen mussten.

Das ist essenziell, denn Mazda ist ein recht kleiner Hersteller. Zwar gibt es Kooperationen mit anderen Autobauern wie Changan und Toyota. Doch die Elektro-Plattform soll in Eigenregie entstehen. „Wir geben uns etwas mehr Zeit, um die bestmögliche Lösung vorzubereiten“,  sagte auch Christian Schultze, stellvertretender Leiter der Forschungs- und Entwicklungsabteilung von Mazda Europe, Anfang des Jahres.

Auch Subaru distanziert sich unterdessen weiter von seinen früheren E-Auto-Plänen. Der ebenfalls kleine japanische Hersteller wird die Einführung seiner eigenen Elektrofahrzeuge, die ursprünglich 2028 beginnen sollte, verschieben und seine Ressourcen auf die Entwicklung von Hybrid- und Benzinfahrzeugen verlagern. Das berichtet die Zeitung Nikkei Asia unter Berufung auf eine Pressekonferenz des Unternehmens. Ein neuer Termin für die Einführung der selbst entwickelten Elektrofahrzeuge sei dabei nicht bekannt gegeben worden.

Bereits im November berichtete dasselbe Medium, dass Subaru seine Investitionen in Elektroautos kürzen und wieder mehr Ressourcen in Hybridfahrzeuge stecken werde. Zwar soll es weiter die E-SUVs im Zusammenarbeit mit Toyota geben, Subaru überprüfe aber den Zeitplan für die geplante Eigenentwicklung weiterer Elektromodelle, hieß es schon vor einem halben Jahr.

Subarus Plan, bis Ende 2026 in Zusammenarbeit mit Toyota vier E-SUVs auf den Markt zu bringen, bleibt dabei jedoch unverändert. Subaru überdenkt allerdings die Einführung von vier weiteren Elektromodellen, die bis 2028 intern entwickelt werden sollten. Nikkei schreibt, dass nun nicht nur das Zieljahr einkassiert wurde, sondern auch die Anzahl dieser Modelle auf den Prüfstand kommt. Und: „Infolge der Verschiebung wird die neue Fertigungshalle innerhalb des Werks Oizumi in der Präfektur Gunma – in der ab 2027 eigentlich die neuen Elektrofahrzeuge produziert werden sollten – zunächst für die Herstellung von Benzinfahrzeugen genutzt. Erst mit der späteren Einführung der Elektrofahrzeuge soll dort eine gemischte Modellproduktion aufgenommen werden.“

Auch das mittelfristige Ziel, den Anteil der Elektrofahrzeuge am Gesamtabsatz von Subaru bis zum Jahr 2030 auf 50 Prozent zu steigern, sowie der Plan zum Bau einer neuen Batteriefabrik gemeinsam mit Panasonic Energy im Geschäftsjahr 2028 könnten sich laut Nikkei Asia dadurch verzögern.

Subaru-Präsident Atsushi Osaki äußerte sich bei der Pressekonferenz wie folgt: „Die Marktdurchdringung von Elektrofahrzeugen in den USA – unserem wichtigsten Absatzmarkt – hat sich deutlich verlangsamt. Wir werden den endgültigen Einführungstermin festlegen, sobald wir die Marktentwicklung sorgfältig beobachtet und bewertet haben.“

automobilwoche.de, autonews.com (beide Mazda), asia.nikkei.com (Subaru)

2 Kommentare

zu „Mazda und Subaru vertagen Launch eigener Elektroautos“
erFahrer
20.05.2026 um 17:00
Da soll noch jemand über unsere ReaGIERung lästern, während im diesem Autoland schlecht hin die wirtschaftliche Sonne untergeht, wie auf der Flagge ja gut zu sehen ist. Und das als Nachbar von China, die mehr Elektrofahrzeughersteller haben als es PKW-Modelle in JP gibt. Sehenden Auges verabschiedet sich ein rechtspolitischer Staat von den G7 in die. Bedeutungslosigkeit. . Kaum eAutozulassungen im eigenen Land, sind sie dem Ölhandel zu 100% ausgeliefert. Wo dort wohl die Treibstoffpreise aktuell liegen ?
delta
25.05.2026 um 22:57
Schön zu lesen, dass hier in Zeiten permanenter Betonung der Wichtigkeit von Vielfalt und Diversität diese praktiziert werden. Aber darum geht es freilich nicht wirklich, wie will man beispielsweise in den USA Geld mit Elektroautos verdienen – und ein Unternehmen muss schlussendlich Geld verdienen –, wenn dort aufgrund der derzeitigen Rahmenbedingungen (und Grundeinstellungen) ein Revival des Verbrenners – ja, zum Teil hybridisiert – stattfindet? Und auch in China soll ja der Elektro mit Range Extender das reine BEV ein wenig bremsen, wenn ich die Zulassungszahlen genauer anschaue. Bleibt spannend, wie pluralistisch es weitergehen wird auf dem Weltmarkt.

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