VW-Konzernmarke pumpt 9 Mrd Euro in E-Offensive

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Nach dem Volkswagen-Gesamtkonzern, Porsche und Audi hat nun auch die Marke Volkswagen einen Investitionsplan vorgelegt, in dem die Wolfsburger allein gut neun Milliarden Euro für ihre Elektro-Offensive reserviert haben.

Rund 11 Mrd Euro sind insgesamt für die Zukunftsfelder Elektromobilität, Digitalisierung, autonomes Fahren und Mobilitätsdienste vorgesehen – die Elektrifizierung genießt also klare Priorität. Beide Summen beziehen sich auf die Zeitspanne zwischen 2019 und 2023.

Zur Gegenfinanzierung will Volkswagen „die Ertragslage weiter deutlich verbessern“, etwa durch eine um durchschnittlich 30 Prozent verbesserte Produktivität in den Werken. Gleichzeitig sollen im großen Maßstab Kosten eingespart werden. Bereits bis Ende des laufenden Jahres sei dies im Umfang von gut 2,2 Mrd Euro geschehen, so dass ein Großteil der bis 2020 geplanten Einsparungen von 3 Mrd Euro bereits geschafft sei, heißt es bei Volkswagen. Als weitere Maßnahmen zur Kostenreduktion nennt der Autobauer stichpunktartig die Straffung des Modellportfolios, die Ausweitung der Plattformorientierung, die Optimierung von Materialkosten und die Verschlankung von Verwaltungsprozessen.

Apropos Plattformorientierung: Bei den E-Modellen sind in einer ersten Welle ab 2019 konzernweit bis zu 15 Millionen MEB-Fahrzeuge projektiert. Zum Vergleich: In der Summe hat Volkswagen nach eigenen Angaben bisher mehr als 50 Mio Fahrzeuge mit Verbrennermotor auf MQB-Basis gebaut. Die nächsten Jahre soll es in dieser Größenordnung weitergehen, aber bei den herkömmlich betriebenen Fahrzeugen nicht mehr ewig: „Im Jahr 2026 beginnt der letzte Produktstart auf einer Verbrennerplattform“, äußerte VW-Strategie-Chef Michael Jost vor wenigen Tagen auf dem Handelsblatt-Auto-Gipfel. Wenn man dieses Statement streng interpretiert, hat er damit quasi den Ausstieg aus der Verbrennertechnologie verkündet. Der letzte Verbrenner könnte also um das Jahr 2040 herum verkauft werden.

Doch noch mal zurück zur Volkswagen-Marke: Sie hat aktuell zwei reine E-Autos im Programm, bis 2025 soll sich ihre Zahl auf rund 20 steigen. Neben drei künftigen E-Auto-Standorten in Deutschland (Zwickau, Emden und Hannover) entstehen aktuell auch in Anting und Foshan zwei E-Werke. Erst kürzlich hat das China-Joint-Venture von Volkswagen und FAW seinen Standort in Foshan um ein zweites Werk erweitert, mit dem sich die Produktionskapazität dort von 300.000 auf 600.000 Fahrzeuge pro Jahr erhöht. Und für Nordamerika wird die Marke in Kürze über den Standort eines Werks für E-Fahrzeuge entscheiden.

Und wenn wir schon bei Nordamerika sind: Laut Medienberichten könnte VW auch US-amerikanische Fabriken von Ford nutzen, um seine kommenden Elektroautos zu bauen. Unklar ist dabei, ob damit die oben genannte Standortentscheidung überflüssig würde oder ob es sich um zusätzliche Kapazitäten handeln soll. Neu ist das Thema nicht: Bereits Anfang November gab es erste Informationen zu einer möglichen weiteren Zusammenarbeit beider Unternehmen.
faz.net, wiwo.de, volkswagen-newsroom.com, handelsblatt.com, greencarreports.com (Ford)

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