19.06.2019 - 12:11

E-Tretroller starten in Berlin, Hamburg und München

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Nachdem die Verordnung für Elektrokleinstfahrzeuge am 15. Juni offiziell in Kraft getreten ist, starten jetzt die erste Anbieter in deutschen Großstädten durch. In Berlin haben beispielsweise Circ und Lime bereits ihre E-Tretroller verteilt. Auch in München und Hamburg geht’s munter los. An der Elbe unter strengen Auflagen.

++ Dieser Beitrag wird kontinuierlich aktualisiert. ++

Eigentlich sollte es bis Anfang Juli dauern, bis die ersten E-Tretroller-Sharingdienste in Deutschland an den Start gehen können – denn nach Inkrafttreten der Verordnung mussten die Anbieter erst noch eine Zulassung ihrer Gefährte beim Kraftfahrtbundesamt (KBA) beantragen. Doch dann ging es doch schneller als gedacht. Hier bieten wir Ihnen eine Übersicht der verschiedenen Städte und den dort verfügbaren Sharing-Diensten:

Augsburg

Schon länger soll darüber spekuliert worden sein, ob sich die Sharing-Anbieter von E-Tretrollern auch für Augsburg interessieren würden. Mittlerweile herrscht Klarheit darüber. Denn an mehreren Punkten der Stadt ist mittlerweile Voi gestartet. Der Einstieg von Voi in Augsburg wird damit begründet, dass das Unternehmen in anderen Städten dieser Größe bereits positive Erfahrungen gesammelt habe.

Berlin

In Berlin hat Circ (ehemals Flash) als einer der ersten Anbieter eine Betriebserlaubnis ergattert und stellt zunächst rund 100 E-Tretroller bereit. Die ersten 15 E-Tretroller von Circ wurden bereits am Montagnachmittag auf den Straßen rund um den Checkpoint Charlie verteilt. Im Laufe der Woche sollen es dann schon 100 Fahrzeuge sein. Circ hatte bereits Anfang des Monats seinen Dienst im nordrhein-westfälischen Herne gestartet – mit einer Sondergenehmigung.

Die Miete der orange-schwarzen Circ-Tretroller kostet pauschal einen Euro und danach 15 Cent pro Minute. Mit der geringen Anzahl der Fahrzeuge ist der Dienst anfangs auf einen Bereich der Innenstadt begrenzt.

Das erst im August 2018 gegründete Startup hatte im Januar eine Finanzierung von 55 Millionen Euro erhalten. Die überraschende Umbenennung von Flash in Circ erklärte COO Boris Mittermüller gegenüber „t3n“ mit den Unternehmenszielen: Flash sei stark mit Geschwindigkeit asoziiert, mit Circ wolle man die eigentlichen Werte wie Sicherheit, Verantwortlichkeit und Komfort kommunizieren.

Derweil ist zudem Lime mit seinem Dienst Lime S in der Hauptstadt vertreten: Die US-Firma startet mit zunächst 250 E-Tretrollern. Um so früh starten zu können, hat Lime einen ungewöhnlichen Weg gewählt: Anstatt auf die Allgemeine Betriebserlaubnis des KBA zu warten, hat das Unternehmen offenbar für jeden Roller eine Einzel-Betriebserlaubnis samt Gutachten eingeholt. „Lime hat soviel Kohle, dass sie sich dieses teure Verfahren leisten können“, sagte ein Sprecher der Berliner Senatsverwaltung gegenüber rbb24.de. Wie bei Circ kostet ein Mietvorgang einen Euro und danach 15 Cent pro Minute. Die weiß-grünen E-Tretroller von Lime unterscheiden sich nur durch das hierzulande vorgeschriebene Versicherungskennzeichen von den Rollern aus anderen Ländern.

Mit Voi und Tier Mobility sind zwei weitere Sharing-Anbieter mit ihren E-Tretrollern an den Start gegangen. In der Startphase wird Tier Mobility rund 1.000 E-Tretroller in der Hauptstadt aufstellen. Zu finden sind sie insbesondere an zentralen Knotenpunkten wie etwa S- und U-Bahnhöfen und anderen belebten Bereichen der Stadt. Mittelfristig wird die Flotte in enger Abstimmung mit der Stadt Berlin bedarfsgerecht ausgebaut.

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Frankfurt am Main

An mehreren Plätzen der Frankfurter Innenstadt wurden jetzt E-Tretroller zum Ausleihen aufgestellt. Derzeit ist neben Lime auch Tier Mobility an den Start gegangen. Während die Zahl der E-Tretroller bei Lime unbekannt ist, soll sich die Zahl bei Tier im untereren dreistelligen Bereich befinden. Pro Stellplatz seien maximal fünf E-Tretroller geplant. Zuletzt habe die Stadt Frankfurt von bis zu zehn Anfragen von Sharing-Anbietern berichtet. Neben diesen beiden Anbietern ist mittlerweile auch Circ in der hessischen Stadt unterwegs.

Hamburg

In Hamburg werden gleich mehrere Anbieter an den Start gehen. Laut Wirtschaftssenator Michael Westhagemann werden der Hamburger Anbieter E-Floater (ehemals Floatility), das Berliner Startup Tier Mobility, die amerikanischen Anbieter Bird und Lime sowie Voi aus Schweden ihre Dienste ausrollen. Während sich E-Floater, Tier Mobility, Bird und Lime auf die Innenstadt konzentrieren wollen, ist der schwedische Anbieter Voi – in Kooperation mit der Hamburger Hochbahn – auch am Stadtrand aktiv. Voi hat seine Roller inzwischen in Berne und Poppenbüttel aufgestellt, aber auch eine kleine Flotte in der Innenstadt. Um wie viele E-Tretroller es sich dabei handelt, teilte Voi nicht mit. Mittlerweile gab auch Circ bekannt, in der Hansestadt aktiv zu werden.

Im Rahmen einer freiwilligen Vereinbarung zwischen Hamburg und den Anbietern sollen Regelungen zur Organisation der Angebote, zum Abstellen und Parken, zur Kontrolle und Überwachung, zur Verkehrssicherheit der E-Tretroller sowie zum Datenaustausch getroffen werden. Zwei wichtige Kernpunkte hierbei: Zum einen dürfen innerhalb des Rings 2 täglich pro Sharing-Anbieter nicht mehr als 1.000 E-Scooter unterwegs sein. Zum anderen wird Hamburg mehrere hundert Zonen definieren, in denen das Abstellen der E-Tretroller untersagt ist. Darüber hinaus behalten sich die Bezirke das Recht vor, E-Tretroller, die Geh- und Radwege blockieren oder gegen die Vereinbarung verstoßen, einzusammeln.

Herne

Noch bevor die Elektro-Tretroller bundesweit erlaubt wurden, startete in Herne (NRW) ein entsprechender Leihdienst. Die 50 E-Tretroller stammen von einem deutschen Anbieter, der bisher unter dem Namen Flash bekannt war, sich nun aber in Circ umbenannt hat. Der Frühstart war nur mit einem Trick möglich: Für das Projekt im nordrhein-westfälischen Herne, das am 5. Juni offiziell startete, hatte der Betreiber die 50 Elektro-Tretroller noch per Einzelabnahme zugelassen.

Köln

Wie in vielen anderen Städten, sind die E-Tretroller auch in Köln angekommen. Derweil sind mit Lime S, Circ und Tier Mobility drei Sharing-Anbieter aktiv. Alle drei Systeme funktionieren ähnlich: Der Nutzer lädt sich die App herunter, registriert sich, sucht nach einem E-Tretroller und leiht sich diesen per Smartphone aus. Wie viele der Elektrokleinstfahrzeuge derzeit in Köln unterwegs sind, ist laut dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ der Stadtverwaltung nicht bekannt.

Bonn

Tier Mobility hat Mitte Juli seine am 22. Juni gestartete Flotte in Bonn bereits von 200 auf 400 E-Tretroller verdoppelt. Tier Mobility kooperiert dabei mit den Stadtwerken Bonn und integriert seine E-Scooter damit direkt in das ÖPNV-Angebot der Stadt. Die Kunden müssen sich einmal über die Tier-App registrieren und ein Zahlungsmittel hinterlegen. Danach können die E-Tretroller über das Stadtwerke-Angebot BONNmobil samt App gebucht werden.

München

In München wird das erste E-Tretroller-Sharing gleich in größerem Maßstab starten. Im Rahmen einer Kooperation mit der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) wird Tier Mobility 1.500 E-Tretroller einsetzen: 100 innerhalb des Altstadtrings, 1.000 zwischen Altstadtring und Mittlerem Ring und gut 400 außerhalb des Mittleren Rings. Noch im Juni sollen die E-Tretroller über die App „TIER – Scooter Sharing“ zur Verfügung stehen und seit Juli auch in der App „MVG move“. Neben Tier ist nun auch Circ am Start.

Mit Inkrafttreten der Elektrokleinstfahrzeug-Verordnung am 15. Juni starten nun immer mehr Unternehmen ihre Services in deutschen Städten. Der Bundesverband Elektrokleinstfahrzeuge hat derweil einen Überblick erstellt, in welchen Städten man demnächst auch bequem per E-Tretroller am Verkehr teilnehmen kann:

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Viele Sharing-Anbieter möchten jetzt, wo E-Tretroller legal im Verkehr bewegt werden können, so schnell wie möglich ihre Services anbieten. Der einzig limitierende Faktor sei laut dem Bundesverband die Erteilung der Allgemeinen Betriebserlaubnis für die verwendeten Roller durch das Kraftfahrt-Bundesamt. Hier ist die offizielle Aussage, dass diese 1-2 Wochen in Anspruch nehmen kann.
rbb24.de, berlin.de, golem.de, mvg.de, hamburg-news.deswb-busundbahn.de

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