28.01.2020 - 12:54

BaWü: Robotergestützte Demontage von Akkus und E-Antrieben

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Für einen verbesserten Recycling-Ansatz entwickelt ein Konsortium aus 13 Partnern in Baden-Württemberg eine robotergestützte Demontagefabrik für Batterien und Antriebe von E-Autos. Das Forschungsprojekt wird vom Umweltministerium des Landes mit 13 Millionen Euro gefördert.

Die Demontagefabrik ist zwar ein Forschungsprojekt, soll aber industrienah errichtet werden. Flankiert wird sie nach Angaben des Umweltministeriums von einem Kompetenzzentrum, um zu gewährleisten, dass die weitere Entwicklung des Vorhabens mittels dreier Teilprojekte technologisch und wirtschaftlich begleitet wird. Ziel sei herauszufinden, ob sich die Demontagefabrik für die Wirtschaft und den Umweltschutz nachhaltig bezahlbar mache, äußert das Ministerium in einer begleitenden Pressemitteilung.

An dem Forschungsvorhaben mit dem Namen DeMoBat beteiligen sich u.a. Mercedes-Benz, Siemens, CTC Battery Technology, das Fraunhofer IPA, das KIT, die BTU Cottbus und die Hochschule Esslingen. Koordinator der Gruppe ist Professor Alexander Sauer, Institutsleiter des Fraunhofer Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung.

„Wenn es uns mit dem Forschungsprojekt gelingt, durch unterschiedliche, umweltschonende Verfahren Einzelteile wie Kobalt, Nickel und Graphit industriell und automatisiert wiederzuverwerten, machen wir uns nicht nur unabhängiger von Rohstoffimporten, sondern können auch die Umweltbilanz von E-Fahrzeugen deutlich verbessern“, sagt Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller. Das vom Land bereitgestellte Förderbudget in Höhe von 13 Millionen Euro verteilt sich auf vier Jahre und wird im Rahmen des Strategiedialogs Automobilwirtschaft Baden-Württemberg (SDA) bereitgestellt.

Das Recycling von Elektroauto-Batterien rückt bei vielen OEMs und Materialkonzernen zunehmend in den Fokus. Zu den größeren Initiativen auf diesem Feld zählt eine Kooperation von Eramet, BASF und SUEZ, die im Projekt ReLieVe („Recycling von Lithium-Ionen-Batterien für Elektrofahrzeuge“) Batterien recyceln und so die Produktion neuer Akkus in Europa ermöglichen wollen. Auch Audi und Umicore haben einen Prozess entwickelt, um 90 Prozent des Kobalts und Nickels aus den e-tron-Batterien zu recyceln. Während Northvolt dieses Jahr eine Recycling-Pilotanlage am Standort von Northvolt Labs im schwedischen Västerås eröffnen will, plant Volkswagen eine Recycling-Anlage in Salzgitter. Und selbst Tesla strebt ein eigenes Recycling-System für Alt-Akkus an.
um.baden-wuerttemberg.de

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2 Kommentare zu “BaWü: Robotergestützte Demontage von Akkus und E-Antrieben

  1. Kirk

    Ich lese immer nur von Recycling, gerne würde ich erfahren wie und wo EV-Batterien demontiert und evtl. aufbereitet verkauft werden. Dieses Geschäftsfeld gibt es in den USA bereits im größeren Stil. Ich selbst suche bereits länger vergeblich nach Bezugsquellen für den Heimspeicher in Deutschland, den auch hier sollte es die ersten Unfallwagen geben.

    • Simon Saag

      Mein erster Gedanke: Für die ganzen Recycling-Projekte, die von verschiedenen Unternehmen angekündigt wurden, brauchen die jede Menge Alt-Batterien. Ich weiß nicht, ob es für die OEM interessanter ist, Batterien nach der Erstnutzung direkt zu recyclen (alleine um die angekündigten Recyclingquoten erreichen zu können) und zumindest am Anfang die jahrelange Zweitnutzung einfach übersprungen wird.

      Es zeichnet sich ja ab: Die Akkus halten im Auto viel länger als gedacht. Wenn sie dann noch lange Zeit als stationärer Speicher genutzt werden, kommen sie ja erst so 2035 bis 2040 ins Recycling. Auch die heutigen Second-Life-Großspeicher sind ja größtenteils mit Batterien der Vorserienautos bestückt, weil es kaum Batterien aus Kundenfahrzeugen gibt.

      Ich fürchte, das wird noch eine ganze Weile dauern, bis so etwas verfügbar ist, was Ihnen vorschwebt. Falls die Batterien nicht tatsächlich aus PR-Gründen vorzeitig fürs Recycling geschreddert werden, was aus Umweltsicht natürlich Unfug wäre!

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28.01.2020 12:28