03.06.2020 - 09:33

PSA und Punch Powertrain wollen zweites Joint Venture für Hybridgetriebe

Der PSA-Konzern und der belgische Getriebehersteller Punch Powertrain haben eine Vereinbarung über die Gründung eines zweiten Joint Ventures und den Ausbau ihrer strategischen Partnerschaft im Bereich der Elektrifizierung unterzeichnet. Dabei geht es vor allem um Getriebe für HEV und PHEV – nicht nur für den Eigenbedarf.

Laut den Mitteilungen der beiden Unternehmen hält Punch Powertrain mit 61 Prozent die mehrheitliche Kontrolle im neuen Joint Venture, das das Doppelkupplungsgetriebe DT22 von Punch Powertrain für die nächste Generation von Mildhybrid- und Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen entwickeln, herstellen und liefern wird. Es soll voraussichtlich im dritten Quartal 2020 ihren Betrieb aufnehmen.

Bei PSA wird das Getriebe unter der Verkaufsbezeichnung e-DCT geführt. Das Joint Venture „Punch Powertrain PSA e-transmissions“ solle zuerst die PSA-Marken beliefern, danach aber auch „andere Fahrzeughersteller weltweit versorgen“, so der französische Autobauer. Geplant sind zwei Versionen des Getriebes: Eine 48-Volt-Variante soll in Mildhybriden eingesetzt werden, während eine Hochspannungs-Version für Plug-in-Hybride gedacht ist. Die genaue Systemspannung nennt PSA aber noch nicht.

„Unsere klare Fertigungsstrategie ist die vertikale Integration von Komponenten, insbesondere von Schlüsseltechnologien wie elektrifizierte Antriebsstränge“, sagt Olivier Bourges, Executive Vice President Programs and Strategy und Mitglied des Vorstandes. „Wir haben verstanden, dass die Zukunft nicht nur die Reduzierung von Emissionen erfordert. Die vor uns liegende Herausforderung ist eine Elektrifizierung zu erschwinglichen Kosten, die unserem eigenen Anspruch gerecht wird.“

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Die erste Zusammenarbeit bei Hybridgetrieben zwischen PSA und Punch Powertrain datiert auf den Mai 2018. Damals ging es um den Bezug von Mildhybrid-Getrieben, im September 2018 wurden dann weitere Details genannt. Das erste Joint Venture „Punch Powertrain PSA e-transmissions Assembly“ soll ab 2022 im PSA-Werk Metz bis zu 600.000 Getriebe pro Jahr fertigen. Eine Produktionskapazität oder der Fertigungsbeginn sind für das zweite Joint Venture noch nicht bekannt.

Ein potenzieller Abnehmer der Hybridgetriebe ist sicher das Opel-Werk in Rüsselsheim. Wie der Konzern inzwischen bestätigt hat, lässt PSA in Rüsselsheim ab Sommer 2021 ein drittes Modell produzieren. Es handelt sich um ein nicht namentlich genanntes Modell der Marke DS Automobiles. „Die Investitionen erlauben den Wandel des Werks Rüsselsheim zu einem nachhaltigen Standort der Fahrzeugfertigung inklusive elektrifizierter Modelle – dank der Lokalisierung der EMP2-Plattform des Konzerns“, heißt es in der Mitteilung. Neben dem Opel Insignia, der schon heute in Rüsselsheim hergestellt wird, folgt Ende 2021 auch die nächste Generation des Opel Astra, die wie berichtet elektrifiziert werden soll.

Um das Werk für die Produktion von elektrifizierten Fahrzeugen vorzubereiten, wollen die Geschäftsleitung und Sozialpartner nun Gespräche über den Wandel führen. So soll etwa die „rückläufige Fertigung“ des M1X-Getriebes (eben ohne Hybrid-Option) 2021 auslaufen. Dieses Getriebe kommt noch in der aktuellen Generation des Astra auf GM-Basis zum Einsatz, die nächste Generation wird aber auf PSA-Technik aufbauen.
groupe-psa.com, punchpowertrain.com, groupe-psa.com (Rüsselsheim)

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03.06.2020 09:58