29.04.2021 - 09:41

Bau von Industriepark in Hefei gestartet

In der chinesischen Stadt Hefei hat der Bau eines riesigen Industrieparks namens Neo Park begonnen, der auf die Elektromobilität spezialisiert sein soll. An dem Projekt ist unter anderem der Elektroauto-Hersteller Nio beteiligt, der im Neo Park künftig seine Autos bauen will. Dort sollen aber auch Hunderte andere Unternehmen angesiedelt werden.

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Der Neo Park in der der Hauptstadt der Provinz Anhui soll auf einer Fläche von 11,3 Quadratkilometern über Produktionskapazitäten für eine Million Elektroautos und 100 GWh Batterien pro Jahr sowie über Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen verfügen, wie es in chinesischen Medienberichten zum Baubeginn heißt. „Der Neo Park ist als Industriecluster konzipiert, um eine Vielzahl an Unternehmen, darunter auch Nio, am Standort zu vereinen“, wie der Autobauer mitteilt. „Zentraler Schwerpunkt wird  die  Forschung und Entwicklung von elektrischen Fahrzeugen sowie die Entwicklung des Autonomen Fahrens.“ Es sind über 50.000 Arbeitsplätze geplant, davon mehr als 10.000 im Bereich Forschung und Entwicklung. Die Anfangsinvestition liegt bei 50 Milliarden Yuan (rund 6,4 Milliarden Euro).

Der Industriepark entsteht nicht ohne Grund in Anhui, die dortige Regierung setzt stark auf die (Elektro-)Autobranche: Im Februar 2020 hatte der Nio mit der Stadt Hefei und der Region Anhui eine Rahmenvereinbarung unterzeichnet, die Nio Zusagen von mehr als zehn Milliarden Yuan (rund 1,3 Milliarden Euro) einbrachte. Dafür verpflichtete sich das Unternehmen im Gegenzug, Fabriken und Forschungszentren in der Stadt zu bauen – die Grundlage für den Neo Park, der nun von der Stadt unter Beiteilung von Nio errichtet wird.

Zuvor plante Nio, sein eigenes Werk in Shanghai oder Peking zu errichten. Diese Pläne wurden aber später auf Eis gelegt – wohl aus Geldgründen. Bisher werden die Fahrzeuge von Nio in einer Fabrik von JAC in Hefei gebaut – so kam auch der Kontakt nach Anhui zustande. JAC ist auch Joint-Venture-Partner von Volkswagen – seitdem die Deutschen die Mehrheit an dem Gemeinschaftsunternehmen übernommen haben, firmiert JAC-Volkswagen unter dem neuen Namen Volkswagen Anhui. Erst in dieser Woche wurde angekündigt, dass VW in Anhui ein eigenes MEB-Werk bauen wird.

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In dem Industriepark soll die gesamte Wertschöpfungskette für intelligente Elektroautos abgebildet werden – von der Entwicklung der Software für autonomes Fahren, „innovative Technologien für komplette Fahrzeuge“, Batterien und eben der Bau der Fahrzeuge selbst. Der Park soll einen Produktionswert von 500 Milliarden Yuan (64 Milliarden Euro) pro Jahr erreichen.

Neben den Fahrzeugen investiert Nio mit den Krediten aus Anhui auch in den Ausbau der Infrastruktur: Mitte April stellte der Autobauer die zweite Generation seiner Akkutausch-Station vor, diese soll 312 Batteriewechsel pro Tag schaffen. Nur wenige Tage später kündigte Nio den „Power North Plan“ an, mit dem innerhalb der nächsten drei Jahre die notwendige Elektroauto-Infrastruktur in den nordchinesischen Provinzen entstehen soll – Schnellladestationen, Destination Charger und Akkutausch-Stationen.

Übrigens: In einem Blog-Eintrag kündigte Nio zudem den lange erwarteten Start in Europa an. Ähnlich wie bei BYD soll dieser zuerst in Norwegen erfolgen. „Dies ist der erste Ausflug von Nio in den hart umkämpften europäischen Markt und ein Wendepunkt für unsere globale Marktstrategie“, so das Unternehmen. Weitere Details soll es Anfang Mai geben.

Update 10.06.2021: Nio will im dritten Quartal 2022 die Produktion von Elektroautos in seinem neuen Werk im Neo Park aufnehmen. Das kündigte Firmenchef William Li jetzt an. Der Bau der neuen Nio-Produktionsstätte habe bereits begonnen.

„Unser ultimatives Ziel ist es, den Transport der meisten Batteriepacks durch den Logistikkorridor zu automatisieren, ohne dass Fahrzeuge im Park benötigt werden. Es ist ein grüner, kohlenstoffarmer und nachhaltiger Park“, sagte Li über die Produktionsprozesse innerhalb des Parks.

Aber auch die Lage des Parks selbst im zentralchinesischen Hefei sieht der Nio-CEO als großen Vorteil. „Die durchschnittliche Laufleistung in der Fahrzeuglogistik beträgt nur 901 Kilometer, was 3.000 bis 4.000 Yuan für die Produktion eines Fahrzeugs im Vergleich zu BMW, Audi und Mercedes-Benz einspart“, so Li.

Es wird das zweite Werk, in dem Elektroautos von Nio produziert werden. Bisher werden diese in einer Fabrik von JAC in Hefei gebaut. Die Fertigungskooperation von Nio und JAC war erst kürzlich bis Mai 2024 verlängert worden.
nio.com, zhihu.com (Neo Park), nio.com (Norwegen), gasgoo.com, cnevpost.com

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29.04.2021 09:54