Weitere Details zu den ersten sechs Neue-Klasse-Modellen von BMW

Mit der Neuen Klasse geht ab 2025 bei BMW eine komplett neue Fahrzeugarchitektur für die elektrische Zukunft an den Start. Dabei haben die Münchner einen straffen Modellfahrplan: Innerhalb von zwei Jahren sollen gleich sechs Baureihen die Neue Klasse nutzen. Nun gibt es mehr Details.

Bild: BMW

Dass binnen 24 Monaten gleich sechs Modellanläufe auf Basis der Neuen Klasse geplant sind, hatte BMW selbst bereits im März 2023 bestätigt. Ebenfalls bekannt war der grobe Produktionsanlauf in den Werken: Ab der zweiten Jahreshälfte 2025 soll das Premieren-Modell im neuen Werk im ungarischen Debrecen gefertigt werden, bevor 2026 das zweite Modell im Stammwerk München vom Band läuft. 2027 soll die Neue Klasse auch im mexikanischen Werk in San Luis Potosi gebaut werden.

Dass es sich bei den ersten beiden Modellen aus Debrecen und München um Fahrzeuge im 3er-Segment handeln wird – als SUV und als Limousine – galt bisher als gesetzt. Das bestätigt auch die „Automobilwoche“ so in ihrer aktuellen Modellvorschau für BMW: „„Aus Debrecen in Ungarn kommt Ende 2025 das SUV iX3 (interne Bezeichnung NA5). Dies lässt den Schluss zu, dass BMW den heutigen iX3 parallel erst einmal weiterlaufen lässt. 2026 feiert die Neue Klasse als Limousine (NA0) ihr Debüt. Sie rollt zunächst im Stammwerk München vom Band.“

Der NA0 soll „etwas später“ auch in Mexiko und China gebaut werden. In China sei auch eine verlängerte Version des iX3 aus Debrecen geplant, die intern wohl als NA6 bezeichnet wird. Diese Variante dürfte aber exklusiv für den chinesischen Markt gedacht sein. Wie bei den aktuellen Verbrenner-Baureihen soll es ab 2026 auch ein entsprechendes SUV-Coupé geben, das NA7 heißt – die Verkaufsbezeichnung wird wohl iX4 lauten. Ob der iX4 dann aber aus China oder aus Debrecen kommt, lässt die „Automobilwoche“ offen.

Vorerst nur Kompakt- und Mittelklasse-Modelle

Beim fünften der sechs geplanten Modelle ist die Lage klarer: Dabei soll es sich um den NA1 handeln, also den Elektro-Kombi zum NA0. Dieser wird gemeinsam mit der Limousine in München gebaut, wohl ab 2027. Das sechste Modell wird intern als NB5 bezeichnet. Dabei soll es sich laut dem Bericht um ein Kompakt-SUV handeln, „das voraussichtlich den heutigen iX1 beerbt“. Ob der NB5 zusammen mit dem NA5 in Debrecen gebaut wird oder wie der heutige iX1 in Regensburg, geht aus dem Bericht nicht hervor. Das heißt aber: Die Neue Klasse werden vorerst nur Modelle mit den Kennziffern 1 bis 4 nutzen. Größere Fahrzeuge wie die gerade erst neu aufgelegte 5er- oder die 7er-Reihe werden nicht zeitnah auf die neue Plattform wechseln.

Für das Stammwerk München hatte BMW vor rund zwei Wochen selbst bestätigt, dass dort ab 2027 nur noch E-Autos der Neuen Klasse produziert werden sollen – für die nötigen Umbaumaßnahmen werden 650 Millionen Euro investiert. Neben dem E-Modell i4 werden dort derzeit der 3er und 3er Touring als Verbrenner und Hybride sowie das Verbrenner-Pendant zum i4, das 4er Gran Coupé gebaut. Mit dem Wechsel auf die Neue Klasse werden die Mittelklasse-Verbrenner dann nicht mehr aus München kommen.

Die Neue Klasse ist in Summe die größte Investition der Unternehmensgeschichte von BMW. Es handelt sich dabei um eine Elektrofahrzeug-Architektur, die aufgrund ihrer Modularität alle Segmente von der Kompaktklasse des aktuellen 1er bis zur Luxuslimousine abdecken können soll. Anfangs gab es auch Aussagen zu Verbrenner- oder Hybridmodellen auf Basis der Neuen Klasse, inzwischen bezeichnet BMW selbst die Plattform aber als „BEV-only“.

Technisch gibt es dabei einige Umbrüche: BMW wechselt von 400 auf 800 Volt Systemspannung und von in Modulen angeordneten prismatischen Batteriezellen und Rundzellen mit einem Cell-to-Pack-Konzept. Damit soll das Packaging der Fahrzeuge besser werden, was niedrigere Bauhöhen und eine höhere Energiedichte ergeben soll. Es debütiert auch die dann sechste E-Antriebs-Generation von BMW. Es bleibt bei fremderregten Synchronmaschinen, diese sollen aber leichter, kleiner, um 40 Prozent günstiger und zugleich 25 Prozent effizienter sein als die aktuelle Generation fünf.

Wie berichtet dürfte sich mit der Neuen Klasse auch die Namensgebung der Modelle ändern, vor allem bei der Unterscheidung zwischen Verbrennern und Elektroautos. Ein künftiger X3 als Verbrenner würde je nach Leistung etwa X320 oder X330 heißen, das Elektromodell mit vorangestelltem „i“ folglich iX320 oder iX330. Dasselbe Schema sei für die Limousinen und Kombis von BMW geplant. Die elektrische 3er Limousine, auf die BMW auf der IAA mit der Studie Vision Neue Klasse einen seriennahen Ausblick geliefert hatte, soll laut einem Bericht aus dem September als Serienmodell Bezeichnungen wie i330 und i340 erhalten.

automobilwoche.de

9 Kommentare

zu „Weitere Details zu den ersten sechs Neue-Klasse-Modellen von BMW“
Frank Lehmann
22.01.2024 um 19:29
Ein Elektromotor soll laut Wiki im Wirkungsgrad bei 95% liegen. Wie kann er sich da um 25% verbessern? Einzige Möglichkeit wäre, die restlichen 5% um 1,25 % zu verbessern. Das wiederum ist nicht der Rede Wert. Sehe ich da was falsch?
Fedja Bikic
28.01.2024 um 19:39
Ja du siehst es falsch. Und nein. In der Tat ist deine Frage berechtigt, im Sinne was genau wird mit dem Wirkungsgrad gemeint. 95% Wirkungsgrad bezieht sich auf den Anteil von eingesetzer Energie und tatsächlich genutzer Energie. Die Verbrenungsmotoren haben einen höhren Energiebedarf je Kilometer. Da kommt die Größe her. Diese Enrgie verpuft in Form von Wärme, und kann leider nicht genutzt werden kann.
Tom
23.01.2024 um 14:08
Ist die eigentlich Sinnvolle Frage nicht... wie effizient und umweltschonend ist die Stromerzeugung? Eine Wirkungsgradbezrachtung macht doch nur über die gesamte Kette Sinn!
HAF
23.01.2024 um 09:47
Der ganze Antriebsstrang ist 25% effizienter (und 40% günstiger), das bezieht sich also nicht nur rein auf den Wirkungsgrad vom Elektromotor. Vermutlich wurden Verluste bei der Untersetzung minimiert, Optimierung beim Temperaturmanagement etc. vorgenommen.
Erledigt
23.01.2024 um 09:29
Ja, Du liegst falsch. Du musst die 25% von den 95% errechnen.
Carlito
23.01.2024 um 09:53
Und 1,25*0,95 ist 1,1875. Also haben wir danach einen Wirkungsgrad von 118,75%? Ich habe mir beim Lesen dieselbe Frage gestellt wie Frank. Eigentlich machen nur die beiden Varianten Sinn, dass die restliche Verlustleistung um 25% gesenkt wurde oder, wie HAF schreibt, die Aussage auf den gesamten Antriebsstrang bezogen ist.
H. ebel
23.01.2024 um 08:48
Wenigstens haben die sich von der unsäglich hässlich überdimensioniert ierten Niere verabschiedet.
O. P.
23.01.2024 um 14:02
Die Effizienzsteigerung kommt aus dem gesamten Antriebsstrang: Weniger Verluste in Batterie und Kabeln ( 800V), Umrichter in SiC Technology und auch ein effizienterer Motor. 25% höhere Effizienz im Antriebsstrang entsprechen ungefähr 5% mehr Reichweite oder 5% weniger Verbrauch (WLTP).
MW
08.02.2024 um 17:24
Gemeint sind 25% höhere effizienz als der akutellen i4, also 25% weniger verbrauch. Und das ist ganz sicher möcglich, denn der i4 ist nicht gerade sparsam. Dies gilt zumindest für meinen i4 40e.

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