Maserati-Pilot Günther gewinnt Tokio-Premiere der Formel E

Maximilian Günther hat das erste Formel-E-Rennen in Tokio gewonnen. Der deutsche Maserati-Fahrer siegte bei der E-Prix-Premiere in der japanischen Hauptstadt vor den Briten Oliver Rowland (Nissan) und Jake Dennis (Andretti). Grund zur Freude hat auch der zweite deutsche Fahrer in der Formel E.

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Bild: Formel E

Die Grundlage für seinen späteren Rennsieg auf den Straßen von Tokio hatte der erfahrene Formel-E-Pilot Günther bereits in der Qualifikation gelegt. In dem speziellen Format hatte sich der Deutsche in der Gruppenphase für die KO-Duelle qualifiziert und kämpfte sich dort mit zwei Siegen bis ins Finale vor. Dort unterlag er knapp Nissan-Werkspilot Oliver Rowland – beim Premieren-Rennen der Formel E in der japanischen Hauptstadt stand also ein Rennwagen mit japanischem Elektroantrieb auf Startplatz 1. Wie eng es in der Formel E zugeht, zeigt der Blick auf den Sieger des vorigen Rennens in Sao Paulo, Sam Bird im McLaren-Nissan: Nach einem kleinen Fahrfehler auf seiner schnellen Runde qualifizierte sich Bird nur auf dem 22. und somit letzen Startplatz.

Für das Rennen selbst wurde im Vorfeld ein anderer Verlauf erwartet als noch in Brasilien: Da auf der Strecke in Sao Paulo mit den langen Geraden der Energieverbrauch recht hoch war, kam dem energiesparenden Windschatten-Fahren eine wichtige Rolle zu. Die Strecke durch Tokio war aber deutlich enger und verwinkelter, weshalb der Verbrauch nicht so prägend für den Rennverlauf sein sollte.

So kam es dann auch: Anstatt unzähliger Positionswechsel – um Energie zu sparen will im Grunde genommen kein Fahrer das Rennen anführen und anderen Autos einen Windschatten geben – setzte sich Rowland im Werks-Nissan am Start durch und führte das Rennen vor Günther an. Der Maserati-Pilot folgte dem Briten über weite Teile des Rennens, bis er das entscheidende Überholmanöver setzte. Einmal in Führung konnte Günther sogar einen kleinen Vorsprung herausfahren und diesen dann bis zum Rennende verwalten – um zielgenau mit einem Ladestand von 0,0 Prozent die Ziellinie als Erster zu überqueren. Zweiter wurde Rowland, den dritten Rang auf dem Podium sicherte sich der von Platz 5 gestartete Weltmeister Jake Dennis im Andretti-Porsche knapp vor den beiden Werks-Porsche von Felix Antonio da Costa und Pascal Wehrlein.

Und dieser fünfte Platz reichte für Wehrlein aus, um die Führung in der Fahrer-Weltmeisterschaft zu übernehmen. Mit zehn Punkten aus Tokio kommt der deutsche Porsche-Fahrer auf 63 Punkte. Sein Haupt-Konkurrent um den Titel, Nick Cassidy im Werks-Jaguar, kämpfte sich von Startplatz 19 bis auf Rang 8 nach vorne (er kam als Neunter ins Ziel, profitierte aber von der Disqualifikation von Edoardo Mortara im Mahindra). Cassidy ist mit 61 Punkten Zweiter in der Meisterschaft vor Nissan-Pilot Oliver Rowland, der sich mit seinem dritten Podestplatz in Folge auf Rang 3 schiebt. Nach einem etwas schwächeren Saisonstart mit den Plätzen 7 und zweimal 9 macht auch Tokio—Sieger Günther mit jetzt 48 Punkten auf Rang 5 einen großen Sprung nach vorne. Günther ist damit derzeit der beste Stellantis-Pilot in der Meisterschaft.

Während Nissan mit den Rowland-Podestplätzen und dem Rennsieg durch das Kundenteam McLaren in Brasilien zuletzt auftrumpfen konnte, bleibt in der Teamwertung nach dem fünften Saisonlauf Jaguar an der Spitze. Jaguar kommt auf glatte 100 Punkte, gefolgt vom Porsche-Werksteam mit 83 Zählern und dem Porsche-Kundenteam Andretti mit 70 Punkten. Es folgen Nissan (62 Punkte), DS Penske (57 Punkte) und McLaren (55 Punkte).

Die Saisonrennen 6 und 7 stehen am 13. und 14 April im italienischen Misano an. Die permanente Rennstrecke an der Adria-Küste ersetzt dabei den traditionellen Double Header in der Hauptstadt Rom. Die sehr enge Rennstrecke durch das Geschäftsviertel von Rom ist der Formel E und dem Weltverband FIA mit den neuen und schnelleren Gen3-Rennwagen zu unsicher geworden, wie auch die Massenkarambolage 2023 gezeigt hat.

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