GM-Comeback in Deutschland: E-SUV Lyriq kostet ab 80.500 Euro

Sieben Jahre nach dem Verkauf von Opel kehrt General Motors mit dem Elektro-SUV Lyriq seiner Premiummarke Cadillac auf den deutschen Markt zurück. Die Preise für den Allradler beginnen in Deutschland ab 80.500 Euro, die Auslieferungen sollen im Juli oder August starten.

cadillac lyriq 2024 01 min
Bild: Cadillac

General Motors war einige Jahre komplett aus Europa entschwunden. Mit Elektroautos will der US-Hersteller aber zurückkehren. Erster Zielmarkt ist die Schweiz. Dort gab der Konzern im Herbst 2023 sein Comeback – ebenfalls mit dem Cadillac Lyriq. Die Vorbereitungen für den neuen Anlauf in Europa vollziehen sich bereits seit 2021. Ein erster sichtbarer Schritt erfolgte im November 2022, als Jaclyn McQuaid zur Präsidentin und CEO von GM Europe ernannt wurde und ihr Büro in Zürich eröffnete. Nach der Schweiz folgten in den vergangenen Monaten weitere Aufschläge in Schweden und Frankreich. Nun kommt als wichtigster europäischer Markt also Deutschland hinzu.

Der Lyriq soll dabei im oberen Preissegment konkurrieren – etwa mit dem Audi Q8 e-tron oder dem Mercedes-Benz EQE. Die 80.500 Euro Einstiegspreis heben sich dabei stark vom US-Startpreis von umgerechnet rund 54.000 Euro ab. Zwar werden die US-Preise stets ohne Steuern angegeben, das erklärt aber nicht die volle Differenz. GM erläutert diese gegenüber electrive so: Der US-Startpreis gilt für das Modell Tech RWD, welches in Europa nicht angeboten wird. Stattdessen bietet General Motors hierzulande ausschließlich die höher konfigurierten Sport- und Luxusmodelle mit serienmäßigem Allradantrieb (AWD) an. Die in Deutschland angebotene Standardausstattung entspreche einem auf Level 3 konfigurierten US-Sportmodell, dessen Preis bei rund 78.580 Dollar liege. Das entspricht umgerechnet knapp 73.000 Euro, wobei Steuern, Händler- und Lizenzgebühren beim Verkauf in den USA noch hinzu kämen.

Gefertigt wird das Modell seit Frühjahr 2022 in Springhill im US-Bundesstaat Tennessee. Wie in allen europäischen Märkten wird der E-SUV auch in Deutschland im Direktvertrieb angeboten. Showrooms sind ab dem zweiten Halbjahr in Frankfurt und in Hamburg geplant, Testfahrten sind bereits jetzt in München und Berlin sowie ab Juni auch in Köln möglich.

Zum Lyriq selbst: Der Premiumstromer ist das erste Cadillac-Modell, das auf der Ultium-Plattform von General Motors basiert. Die Elektro-Plattform umfasst eine gemeinsame Elektrofahrzeugarchitektur und Antriebskomponenten wie Batteriezellen, Module, Packs, Ultium-Antriebseinheiten, EV-Motoren und integrierte Leistungselektronik. Mit fünf Metern Länge und 2,8 Tonnen handelt es sich um ein ausgewachsenes SUV mit Crossover-Designelementen. Die weiteren Maße: 2,21 Meter Breite, 1,62 Meter Höhe und ein Radstand von 3,09 Metern.

Der Lyrik fährt als Hecktriebler mit 253 kW Leistung und 440 Nm Drehmoment oder als Allradler mit 388 kW und 610 Nm vor. Im deutschen Konfigurator ist jedoch zurzeit nur das Allradmodell aufgeführt. Der Sprint von 0 auf 100 km/h soll in 5,3 Sekunden erfolgen. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 210 km/h. Die aus zwölf Modulen zusammengesetzte Batterie an Bord hat 102 kWh Kapazität für bis zu 530 WLTP-Kilometer. Als Zellchemie wird Nickel-Kobalt-Mangan-Aluminium (NCMA) angegeben, als Ladeleistung 190 kW DC und bis zu 22 kW AC genannt. Der Ladeport sitzt dabei auf der linken Fahrzeugseite. Als maximale Anhängelast werden 1,6 Tonnen genannt, als Wendekreis 12,1 Meter.

Was noch? Als Ausstattung stehen die Linien „Luxery“ und „Sport“ zur Auswahl. In beiden Fällen steht das Modell ab Werk auf 21-Zöllern und bietet Sitzpolsterung aus Nappaleder. Im Cockpit dominiert ein 33-Zoll-Farbdisplay für das Infotainment. Als Standardaußenfarbe wird im Konfigurator Argent Silver Metallic angezeigt, fünf weitere Lackierungen sehen gegen Aufpreis zur Verfügung. Optisch fallen vor allem die schwarz abgesetzte Front und die coupéhafte Dachlinie auf.

Speziell für den europäischen Markt hat GM bei dem Modell übrigens nach eigenen Angaben an mehreren Stellen Anpassungen vorgenommen. „Dazu gehören zum Beispiel eine spezielle Fahrwerksabstimmung, Hochleistungs-Sommerreifen, Brembo-Bremsen und ein Lenkgefühl für ein erstklassiges Fahrerlebnis“, teilt der Hersteller in einer uns per E-Mail vorliegenden Pressenotiz mit. Als Fahrmodi stehen die vier Varianten „Tour“, „Snow/Ice“, „Sport“ und „My Mode“ zur Auswahl. Mit dem letztgenannten Modus können Fahrer beispielsweise das Ansprechverhalten des Fahrzeug regulieren.

Europachefin Jaclyn McQuaid wird im „Handelsblatt“ mit den Worten zitiert, dass GM den den Kunden die Marke Cadillac nahebringen müsse, „und dann durch drei Alleinstellungsmerkmale überzeugen muss: Design, Technologie und Leistung.“ Anfangs wolle man in Europa „maßvoll wachsen, später sehr schnell.“ In den USA verkaufte sich das E-SUV im ersten Quartal dieses Jahres 5.800 Mal.

Lyriq
AntriebAWD
Leistung388 kW
Drehmoment610 Nm
Beschleunigung5,3 s
Höchstgeschwindigkeit210 km/h
WLTP–Reichweite530 km
Batteriekapazität102 kWh
Ladeleistung DC190 kW
Ladezeit DC bis 80 %30 min
Ladeleistung AC22 kW
Ladezeit AC bis 80 %4 h
Preisab 80.500 Euro

Offiziell angekündigt hatten die US-Amerikaner ihren Wiedereintritt in Europa mit einem reinen Stromer-Angebot bereits im Mai 2023. Weder zu diesem Zeitpunkt, noch jetzt gibt es Neuigkeiten, mit welchen Baureihen GM nachlegen will. Auf Basis von Insider-Informationen kamen zwischenzeitlich Gerüchte auf, wonach auch einige kleinere Modelle die Nachfrage in Europa bedienen könnten, etwa der Chevrolet Equinox EV, ein kompakter Crossover, und der mittelgroße Chevrolet Blazer EV. Gegenüber dem „Handelsblatt“ sagte McQuaid dazu: „Nach dem Start des Lyriq wollen wir weitere Cadillac-Modelle nach Deutschland und Europa bringen.“ In „naher Zukunft“ werde es entsprechende Ankündigungen geben.

handelsblatt.com, cadillaceurope.com, cadillaceurope.com (Konfigurator Deutschland),

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