Feststoffbatterie-Entwickler Factorial will durch SPAC-Fusion an die Börse

Mit Factorial Energy geht ein weiterer Batterieentwickler an die US-Technologiebörse Nasdaq. Wie zuvor schon StoreDot wählt auch Factorial dafür den Weg über einen Zusammenschluss mit einem SPAC, also einer leeren Börsenhülle. Ziel ist es, die Kommerzialisierung der Feststoffakku-Technologie von Factorial zu beschleunigen.

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Bild: Stellantis

Anfang Dezember hatte bereits das israelische Batterie-Startup StoreDot, das eine Technologie für besonders schnell ladende E-Auto-Akkus entwickelt hat, seinen Zusammenschluss mit einem SPAC für einen Börsengang bekanntgegeben. SPAC steht dabei für Special Purpose Acquisition Company und somit für eine Firma, die einzig zum Zweck der Übernahme einer anderen Firma gegründet wurde und bereits börsennotiert ist.

Den selben Weg schlägt also nun Factorial ein und hat mit einem SPAC namens Cartesian Growth Corporation III eine Vereinbarung zur Unternehmensfusion bekanntgegeben, um die Kommerzialisierung der Festkörperbatterietechnologie von Factorial zu beschleunigen. Denn durch den Zusammenschluss mit dem SPAC kann Factorial seine Kapitalbasis entscheidend verbreitern und dadurch sein Wachstum fördern, und zwar um bis zu 376 Millionen US-Dollar.

Dieser Wert setzt sich zusammen aus 100 Millionen US-Dollar an neuem Kapital, das von institutionellen Anlegern im Rahmen einer Privatplatzierung von Stammaktien („PIPE”) zugesagt wurde. Und weiterhin aus 276 Millionen US-Dollar, die in einem Treuhandfonds von Cartesian Growth Corporation III liegen, aber womöglich noch teilweise an Anleger zurückerstattet werden müssen, die z.B. nicht mit der Fusion mit Factorial einverstanden sind.

Bewertung von 1,5 Milliarden Dollar angepeilt

Factorial wird auf einer Pre-Money-Basis vor der Fusion mit etwa 1,1 Milliarden US-Dollar bewertet. Unter der Annahme, dass keine Rückzahlungen aus dem Treuhandfonds von Cartesian Growth Corporation III erfolgen, würde die Fusion zu einer Gesamtbewertung des fusionierten Unternehmens von rund 1,5 Milliarden US-Dollar führen.

„Diese Vereinbarung markiert einen entscheidenden Wendepunkt in unserer Entwicklung von einer bewährten Technologie hin zu einem breiten kommerziellen Einsatz in verschiedenen Branchen“, sagte Dr. Siyu Huang, Mitbegründerin und CEO von Factorial. „Wir haben bewiesen, dass unsere Festkörperplattform das bietet, was Kunden wollen – größere Reichweite, geringeres Gewicht und höhere Kosteneffizienz. Die Notierung an der Nasdaq wird uns voraussichtlich das Kapital und die erhöhte Sichtbarkeit verschaffen, um die kommerzielle Einführung unserer transformativen Produkte voranzutreiben.“

Mercedes, Stellantis und Hyundai sind Investoren

Factorial ist bei weitem kein unbekanntes Startup: Viel mehr hat das Unternehmen aus der Nähe von Boston bereits vor längerem Mercedes-BenzStellantis und Hyundai-Kia als strategische Partner und Investoren gewonnen. Alle drei Autokonzerne wollen in Zukunft die leistungsstarken und zugleich leichten Festkörperbatterien von Factorial einsetzen, die eine Reichweite von über 1.200 km in Elektroautos bieten sollen. Zudem sind die Feststoffakkus von Factorial aber auch für Anwendungen in den Bereichen Verteidigung, Luft- und Raumfahrt, Robotik sowie Industrie gedacht.

Die Fusion soll voraussichtlich Mitte 2026 abgeschlossen sein, das fusionierte Unternehmen soll dann unter dem Tickersymbol FAC an der Nasdaq notiert sein. Anders als bei einem IPO (Initial Public Offering) genannten „richtigen“ Börsengang gibt es bei Fusionen mit SPACs kein öffentliches Angebot für die Aktien der Firma, sondern im Falle von Factorial nur die Privatplatzierung bei institutionellen Anlegern, siehe oben unter dem Stichwort PIPE. Nach der erfolgten Fusion mit dem SPAC werden die Factorial-Aktien aber frei von jedem interessierten Anleger an der Nasdaq gehandelt werden können.

businesswire.com

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