Traton investiert bis zu 25 Mio. Dollar in Partnerschaft mit Autonomie-Startup PlusAI
Bereits 2024 sind die Traton-Marken Scania, MAN und International (vormals Navistar) eine Partnerschaft mit PlusAI eingegangen, um Lösungen für das autonome Fahren der Stufe 4 zu entwickeln. Nach Launch der Partnerschaft hat PlusAI auch bereits ein Büro in München eingerichtet, von Traton und die Marke MAN sitzen. Nun wird die Zusammenarbeit intensiviert, um die Entwicklung und den großflächigen Einsatz von autonomen Lkw-Lösungen für den Fernverkehr in den USA und Europa zu beschleunigen.
PlusAI stammt aus Santa Clara in Kalifornien und hat unter dem Namen SuperDrive eine KI-basierte Lösung für das autonome Fahren von Lkw entwickelt. Und genau dieses SuperDrive soll nun noch schneller in seriengefertigte Lkw der drei Traton-Marken integriert werden. Auf eine Antriebsart legen sich die Partner dabei nach außen hin bislang nicht fest.
Überwartungen an Partnerschaft übertroffen
„Autonome Lkw sind eine strategische Säule in der langfristigen Technologie-Roadmap von Traton“, sagt Traton-Entwicklungsvorstand Niklas Klingenberg. „Vom ersten Tag unserer Zusammenarbeit an haben die technischen Fähigkeiten und die kommerzielle Umsetzung von PlusAI unsere Erwartungen übertroffen. Dies stimmt uns noch zuversichtlicher, dass wir den richtigen Partner ausgewählt haben.“ Autonomes Fahren biete ein erhebliches Potenzial, die Fahrzeugverfügbarkeit zu steigern, zusätzlichen Mehrwert für Tratons Flottenkunden zu schaffen und gleichzeitig die langfristige Wettbewerbsfähigkeit unserer Marken zu stärken, so Klingenberg weiter.
Im Rahmen der erweiterten Partnerschaft wird Traton bis zu 25 Millionen US-Dollar an zweckgebundenen F&E-Mitteln bereitstellen, um die Integration von SuperDrive in autonome Lkw der Traton‑Marken zu beschleunigen. „Unser erhöhtes finanzielles Engagement unterstreicht dieses Vertrauen und unser gemeinsames Ziel, autonome, in Serie produzierte Lkw in großem Umfang auf den Markt zu bringen“, sagt Entwicklungsvorstand Klingenberg.
Im Zuge des geplanten Börsengangs von PlusAI über ein SPAC-Merger mit der Zweckgesellschaft Churchill Capital Corp IX wird Traton zudem einen Vertreter für das Board of Directors (eine Art Aufsichtsrat) von PlusAI benennen, um die strategische Abstimmung beider Unternehmen weiter zu stärken, während sie sich auf die Markteinführung in den USA vorbereiten. Außerdem ist geplant, Außerdem ist geplant, dass Traton bei Erreichen bestimmter Umsatzmeilensteine aus diesem Engagement Bezugsrechte für Aktien on PlusAI erhalten soll. Dadurch könnte Traton zu einem späteren Zeitpunkt einer der Shareholder von PlusAI werden, wobei die Höhe dieser möglichen Beteiligung unbekannt ist.
Erster Flottenversuch in Texas
Seit Beginn der Partnerschaft in 2024 haben beide Unternehmen technische und operative Meilensteine auf dem Weg zur Einführung autonomer Lkw mit Level‑4‑Fähigkeit erreicht. Dazu zählt vor allem, dass Tratons US-Marke International im September 2025 autonome Flottenversuche für eine große Spedition begonnen hat und seitdem ein Diesel-Lkw autonom auf der Interstate 35 zwischen Laredo und Dallas verkehrt. Das multimodale Sensorensystem kombiniert dabei bildgebendes Radar, Lidar und strategisch um das Fahrzeug platzierte Kameras. Dank 360-Grad-Sicht sollen diese Technologien einen präzisen und effizienten autonomen Betrieb bei gleichzeitig höchster Sicherheit und Zuverlässigkeit.Dieser Flottentest in Texas sei ein entscheidender Schritt hin zu einer Kommerzialisierung im großen Maßstab, so Traton.
„Zusammen mit Traton haben wir die Autonomie vom Labor zur werkseitigen Integration und nun zum realen Betrieb verlagert“, sagt David Liu, CEO und Mitbegründer von PlusAI. „Wir verfügen über einen gemeinsamen Level-4-Software-Stack, der bereits in Europa und den USA im Einsatz ist. Zudem hat sich die Integration auf den Lkw-Plattformen der Traton-Marken bewährt, die fahrerlose Validierung war erfolgreich und Kundenpilotprojekte sind angelaufen. Die erweiterte Partnerschaft ermöglicht es uns, diesen Fortschritt weiter auszubauen und den kommerziellen Einsatz in großem Maßstab voranzutreiben.“
Auch Hyundai und Iveco partnern mit PlusAI
Neben Traton arbeiten auch Bosch, DSV, Hyundai und Iveco mit PlusAI an der Markteinführung autonomer Lkw. Aber auch einige andere Player wollen autonome Trucks auf den Markt bringen. Besonders weit ist Aurora, das bereits einen kommerziellen Transportdienst zwischen Dallas und Houston betreibt und auch mit dem deutschen Zulieferer Continental zusammenarbeitet. Das schwedische Unternehmen Einride hat einen von Grund auf neuen autonomen E-Lkw entwickelt. Und die Daimler-Truck-Tochter Torc Robotics hat in den USA bereits 2024 erfolgreich einen fahrerlosen Elektrolastwagen getestet, und zwar vom Typ Freightliner eCascadia.





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