Neuzulassungen in Norwegen brechen im Januar ein
Über alle Antriebsarten hinweg hat die norwegische Behörde OFV im Januar nur 2.218 neue Pkw registriert, ein Rückgang von 76,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Im November und Dezember 2025 gab es noch neue Bestwerte, alleine im Dezember wurden über 35.000 Neuwagen zugelassen – sonst bewegt sich der norwegische Markt in der Regel zwischen 10.000 und 15.000 Autos pro Monat.
Diese Entwicklung mit Rekordwerten zum Jahresende und dem anschließenden Einbruch hat einen einfachen Hintergrund: Zum Jahreswechsel sind in dem Land neue Mehrwertsteuerregelungen in Kraft getreten. Daher hatten viele Händler und Kunden versucht, die Fahrzeuge noch vor dem Inkrafttreten der neuen Steuersätze im alten Jahr zuzulassen, was zu zahlreichen vorgezogenen Käufen geführt haben dürfte. Zudem haben dieser Effekt und die allgemeine Marktentwicklung in dem Land dazu geführt, dass die Zahl der Elektroautos die Zahl der Dieselautos im Bestand überstiegen hat.
„Steueränderungen kurz vor Jahreswechsel führen zu künstlichen Umsatzspitzen und plötzlichen Einbrüchen und verursachen einen unnötigen Ansturm auf den Markt. Daher sind die Januarzahlen kein Zeichen für eine nachlassende Nachfrage, sondern das Ergebnis des außergewöhnlichen Schlussspurts vor dem Jahreswechsel“, heißt es in der Mitteilung der OFV. Und OFV-Direktor Geir Inge Stokke erklärt: „Wir erwarten, dass die Zulassungszahlen wieder anziehen, sobald sich der Markt stabilisiert.“
Die in Norwegen dominierenden Elektroautos kamen mit 2.084 Neuzulassungen auf einen Anteil von 94 Prozent. Im Januar 2025 lag dieser bei 95,8 Prozent. Also selbst mit dem stark verzerrten Markt liegen die Elektroautos noch weit vor jeder anderen Antriebsart. Auf Platz zwei folgt im Januar der Diesel mit 98 Neuzulassungen und 4,4 Prozent Markanteil. Reine Benziner und sämtliche Hybride machen jeweils weniger als ein Prozent des Marktes aus. Bei den reinen Benzinern waren laut der OFV sieben Neuzulassungen der niedrigste, jemals ermittelte Wert.
Das meist zugelassene E-Auto im Januar 2026 war der VW ID.3. Mit 299 Neuzulassungen kommt der ID.3 aber – angesichts des Markts wenig überraschend – auf einen ungewöhnlich niedrigen Wert für das meistzugelassene Modell. Auch der Toyota bZ4X auf Platz zwei schafft es mit 184 Neuzulassungen noch in den dreistelligen Bereich, der neue Toyota Urban Cruiser dahinter mit 98 Einheiten schon nicht mehr. Es folgen der Skoda Elroq (78), Changan Deepal S05 (75), der VW ID.4 (69) und das Tesla Model Y (62). Etwas überraschend schafft es auch der in die Jahre gekommene Mercedes eVito mit 62 Neuzulassungen in die Top Ten, gefolgt von zwei Kleinwagen mit dem Nissan Micra (58) und Hyundai Inster (57).
oft.no (Mitteilung), ofv.no (Statistik), ofv.no (Modelle, alle drei auf Norwegisch)





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