Neuzulassungen in Norwegen brechen im Januar ein

Nach dem Dezemberansturm wurden im Januar in Norwegen 2.084 neue Elektroautos zugelassen. Das sind deutlich weniger als noch vor einem Jahr, dennoch liegt der E-Auto-Anteil bei 94 Prozent. Denn es sind insgesamt die Neuzulassungen zum Jahresauftakt um fast 77 Prozent gesunken.

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Bild: Changan Norge

Über alle Antriebsarten hinweg hat die norwegische Behörde OFV im Januar nur 2.218 neue Pkw registriert, ein Rückgang von 76,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Im November und Dezember 2025 gab es noch neue Bestwerte, alleine im Dezember wurden über 35.000 Neuwagen zugelassen – sonst bewegt sich der norwegische Markt in der Regel zwischen 10.000 und 15.000 Autos pro Monat.

Diese Entwicklung mit Rekordwerten zum Jahresende und dem anschließenden Einbruch hat einen einfachen Hintergrund: Zum Jahreswechsel sind in dem Land neue Mehrwertsteuerregelungen in Kraft getreten. Daher hatten viele Händler und Kunden versucht, die Fahrzeuge noch vor dem Inkrafttreten der neuen Steuersätze im alten Jahr zuzulassen, was zu zahlreichen vorgezogenen Käufen geführt haben dürfte. Zudem haben dieser Effekt und die allgemeine Marktentwicklung in dem Land dazu geführt, dass die Zahl der Elektroautos die Zahl der Dieselautos im Bestand überstiegen hat.

„Steueränderungen kurz vor Jahreswechsel führen zu künstlichen Umsatzspitzen und plötzlichen Einbrüchen und verursachen einen unnötigen Ansturm auf den Markt. Daher sind die Januarzahlen kein Zeichen für eine nachlassende Nachfrage, sondern das Ergebnis des außergewöhnlichen Schlussspurts vor dem Jahreswechsel“, heißt es in der Mitteilung der OFV. Und OFV-Direktor Geir Inge Stokke erklärt: „Wir erwarten, dass die Zulassungszahlen wieder anziehen, sobald sich der Markt stabilisiert.“

Die in Norwegen dominierenden Elektroautos kamen mit 2.084 Neuzulassungen auf einen Anteil von 94 Prozent. Im Januar 2025 lag dieser bei 95,8 Prozent. Also selbst mit dem stark verzerrten Markt liegen die Elektroautos noch weit vor jeder anderen Antriebsart. Auf Platz zwei folgt im Januar der Diesel mit 98 Neuzulassungen und 4,4 Prozent Markanteil. Reine Benziner und sämtliche Hybride machen jeweils weniger als ein Prozent des Marktes aus. Bei den reinen Benzinern waren laut der OFV sieben Neuzulassungen der niedrigste, jemals ermittelte Wert.

Das meist zugelassene E-Auto im Januar 2026 war der VW ID.3. Mit 299 Neuzulassungen kommt der ID.3 aber – angesichts des Markts wenig überraschend – auf einen ungewöhnlich niedrigen Wert für das meistzugelassene Modell. Auch der Toyota bZ4X auf Platz zwei schafft es mit 184 Neuzulassungen noch in den dreistelligen Bereich, der neue Toyota Urban Cruiser dahinter mit 98 Einheiten schon nicht mehr. Es folgen der Skoda Elroq (78), Changan Deepal S05 (75), der VW ID.4 (69) und das Tesla Model Y (62). Etwas überraschend schafft es auch der in die Jahre gekommene Mercedes eVito mit 62 Neuzulassungen in die Top Ten, gefolgt von zwei Kleinwagen mit dem Nissan Micra (58) und Hyundai Inster (57).

oft.no (Mitteilung), ofv.no (Statistik), ofv.no (Modelle, alle drei auf Norwegisch)

9 Kommentare

zu „Neuzulassungen in Norwegen brechen im Januar ein“
Ossisailor
02.02.2026 um 17:30
Stimmt die Zahl? Nach den mir vorliegenden Daten waren es über 2.700 BEV-Zulassungen in Norwegen im Januar.
ID.alist
03.02.2026 um 08:16
Laut OFV sind die 2084 nur PKWs, on top kämmen 759 Kleintransporter. Wenn Du Dich auf Seiten wie eu-ev beziehst, dort wird nicht zwischen PKW und Kleintransporter (bis 3.5t) unterschieden.
Cubafotos
03.02.2026 um 04:07
Also auf den offiziellen norweg. Seiten steht überall die gleiche Anzahl von 2218 Autos. Trotz des Einbruchs zum Januar 2025, wo über 9.000 Autos zugelassen wurden, geht man von insgesamt 160.000 neuen Autos in Norwegen für das gesamte Jahr 2026 aus.
erFahrer
03.02.2026 um 08:42
Danke für die hochaktuelle Info und dem verbunden humorvollen Einstieg eines „Einbrechen“ zur Winterzeit. Wir lange es wohl noch dauert dass solche Meldungen von „nur noch 9x,x % auch für unsere Länder in der EU zu schreiben sind? MmD.
Sven Soerenson
03.02.2026 um 10:28
Norwegen... der Leitmarkt für ganz Kontinentaleuropa!
DerVerbrenner
03.02.2026 um 19:57
2218 E-Autos in einem Monat. Ich schmeiß mich weg. Norwegen wird die Welt vorm Feinstaub retten !
René
27.02.2026 um 23:21
Eine weitere Antwort auf einen derart peinlichen Schmarrn erübrigt sich - andere haben es hinreichend getan. Zumal es nicht primär um Feinstaub geht, zumindest langfristig betrachtet …Freilich muss man zum Thema Norwegen auch sagen, dass die Rahmenbedingungen dort andere sind – siehe Strompreis und Strommix – und der norwegische Staat nicht nur „Zuckerbrot“ (Förderung) gewährt, sondern auch „die Peitsche geschwungen“ hat (Besteuerung). Das wird leider häufig unterschlagen in den zu eindimensionale Vergleichen.
Teslajoe
04.02.2026 um 16:04
Die Anzahl der in Norwegen vorhandenen, bzw. monatlich verkauften E Autos spielt überhaupt keine Rolle. Viel wichtiger ist, daß ein Land zeigt, nur Elektroautos ist machbar. Sie sind damit auch selbst nicht zufrieden. Deshalb liegt das Hauptaugenmerk jetzt bei Transportern, LKW' s ,Bussen und neuerdings auch Fähren und Baumaschinen. Wenn das Jahr 2035 kommt, in dem die EU nur noch E Autos verkaufen wollte, ist Norwegen wahrscheinlich fertig mit der kompletten Umstellung. LG Joe
Tom
03.02.2026 um 22:51
Hirn einschalten...

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