17% Zuwachs: Deutschland kommt auf 194.000 öffentliche Ladepunkte

Die Bundesnetzagentur hat neue Zahlen zur öffentlichen Ladeinfrastruktur publik gemacht: Zum Stichtag 1. Januar 2026 nennt die Behörde bundesweit 194.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte – und damit 17 Prozent mehr als vor einem Jahr. Treiber des Wachstums ist weiter der Markt für Schnellladesäulen.

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Bild: Daniel Bönnighausen

Insgesamt gab es am 1. Januar laut dem aktuellen Ladesäulenregister exakt 193.985 öffentlich zugängliche Ladepunkte in Deutschland. Bei der vorangegangenen Veröffentlichung der Bundesnetzagentur zum Stichtag 1. Oktober 2025 waren es noch 179.938 Einheiten gewesen, zum 1. August 2025 genau 175.141 Einheiten, und am 1. Januar 2025 – also vor einem Jahr – 165.295 öffentliche Ladepunkte.

In zwölf Monaten sind also knapp 28.700 weitere öffentliche Ladepunkte ans Netz gegangen. Das entspricht einem Plus von 17 Prozent. Damit verläuft die Ausbau-Kurve sehr konstant. In den vergangenen Monaten meldete die Bundesnetzagentur stets ein Jahreswachstum um etwa 16 Prozent, vom 1. Januar 2024 auf den 1. Januar 2025 waren es 21 Prozent. Das Ausbau-Tempo bleibt mit nun 17 Prozent also recht stetig.

Auch der Trend zu Schnellladern ist nach wie vor ungebrochen. Statt noch 36.652 Schnellladepunkte vor einem Jahr sind zum 1. Januar 48.729 Einheiten (+33% YoY) im Bestand – also über 12.000 mehr. Bei den AC-Ladern ging es von 128.643 rauf auf 145.256 Einheiten (+13% YoY). Zuletzt lag die Zuwachsrate meist um die elf Prozent. Dieser Bereich zieht also leicht an.

Analog zu dieser Entwicklung kletterte die in Deutschland bereitgestellte Nennleistung binnen eines Jahres von 6,28 auf 8,10 GW (+29% YoY). Die Bundesnetzagentur betont dabei, dass es sich bei diesem Wert um die kumulierte Nennleistung aller Ladeeinrichtungen handelt – und nicht die Leistung der einzelnen Ladepunkte. Das ist wichtig, da Ladestandorte oft einen limitierten Stromoutput haben, der für geteilte Ladeleistungen sorgt, sollten mehrere Pkw gleichzeitig laden.

Bei den registrierten öffentlichen Ladepunkten differenziert die Bundesnetzagentur ferner nach der Ladeleistung. Recht unbedeutend bleiben öffentliche Geringladern (0 – 3,7 kW) mit bundesweit 2.762 Einheiten (+1% YoY). Sonstige öffentliche AC-Lader schneiden mit 11 bis 14 Prozent Wachstum gegenüber dem Januar 2025 solide ab, sie bilden das Rückgrat des deutschen Ladenetzes. Der Ausbau im Bereich von Ladern mit 22 bis 49 kW (+5% YoY) stockt dagegen. Diese bleiben mit rund 1.740 Einheiten in der Bundesrepublik weitgehend bedeutungslos. Dagegen verbuchten wieder einmal alle öffentlichen Lader ab 49 kW eine überproportionale Dynamik. Insbesondere die Ultraschnellladepunkte (> 299 kW), die binnen eines Jahres um 41 Prozent zulegten – auf nun 16.406 Einheiten.

Schauen wir weiter aufs Bundesländer-Ranking: Die Top-3-Bundesländer sind nach wie vor Bayern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg – je mit inzwischen deutlich über 30.000 Ladepunkten. Allerdings hat NRW im vergangenen Sommer erstmals den Langzeit-Spitzenreiter Bayern überholt – nach acht Jahren. Und dabei bleibt es auch weiterhin: Zum 1. Januar weist die Bundesnetzagentur in NRW 38.388 öffentlich zugängliche Ladepunkte aus (+20% YoY), in Bayern sind es 37.264 (+16% YoY). Auf Platz drei liegt weiterhin Baden-Württemberg mit inzwischen 33.028 Ladepunkten (+14% YoY). Wichtig: Bei den Schnellladern und der kumulierten Ladeleistung liegt Bayern aber noch immer vorne.

Ein auf Jahressicht überdurchschnittliches Wachstum verzeichneten zudem Hamburg (+38%), Mecklenburg-Vorpommern (+28%), Bremen (+22%), Sachsen-Anhalt (+21%), Thüringen und Berlin (je +20%). Auf eine fünfstellige Anzahl von Ladepunkten kommen hinter dem oben genannten Staaten-Trio ansonsten nur noch Niedersachsen (18.990, +17% YoY) und Hessen (15.395, +17% YoY). Das hängt aber natürlich auch mit der Bundesstaat-Größe und der Bevölkerungsdichte zusammen. Nicht alle Bundesländer brauchen Ladepunkte in dieser Größenordnung, vor allem nicht die Stadtstaaten.

Was noch? Die drei größten Betreiber von Ladepunkten in Deutschland sind EnBW mobility+ (11.548 Ladepunkte), E.ON Drive (4.752) und Tesla mit 3.665 Ladepunkten. Filtert man nach der installierten Nennleistung verändert sich die Reihenfolge: Während EnBW mobility+ mit 1.030.580 kW weiter führt, folgen dahinter Tesla (906.250 kW) und Ionity (433.704 kW).

bundesnetzagentur.de

6 Kommentare

zu „17% Zuwachs: Deutschland kommt auf 194.000 öffentliche Ladepunkte“
Daniel S
04.02.2026 um 21:45
Super, dass es inzwischen so viele Ladepunkte gibt. Fahre inzwischen 3 Jahre elektrisch und habe schon lange das Gefühl, dass es eine ausreichende Abdeckungen gibt. ABER : So lange es Ladekarten, Abos und Vertragsgebundene Bezahlung gibt und Ad-hoc-Laden teurer ist, wird öffentliches Laden nicht erfolgreich werden. Jeder möchte da laden wo man gerade hinfahren will und nicht seine Fahrtroute nach dem Ladetarif planen. Das frustet auf Dauer und verhindert den Erfolg der Elektromobilität! Transparenz, faire Preise <39ct, vom Bezahlmittel unabhängige Preise, einfache Handhabung und Kartenterminals die immer funktionieren (wie an jedem Automaten) =dann geht die E-Mobilität durch die Decke! Meiner Meinung nach sollte der Gesetzgeber hier was tun, wenn er es mit unsere Wirtschaft ernst meint.
ErichW
05.02.2026 um 11:08
Vollkommen richtig.
Richard
05.02.2026 um 08:07
Genauso sieht es aus.
G. Pruss
05.02.2026 um 07:44
Ich bin völlig ihrer Meinung. Leider ist es für Leute die nicht zu Hause laden können ein teures Vergnügen. Wenn Stadtwerke ( z.B. ) Berlin für das langsame Laden mit 3,7 Kw 11 , oder 22 Kw 0,55 € verlangen werden viele Menschen sich überlegen ob es sinnvoll ist ein E Auto zu kaufen.
Nicole H.
05.02.2026 um 13:47
Daher lade ich zu gut 90% parallel beim Einkaufen im EnBW L Tarif oder an Teslas SuC. Abopreise inkludiert lande ich bei rund 42 cent /kWh. Und ich verfahre jetzt nicht gerade wenig, in einem Durchschnittsmonat sind es gut und gerne 350 kWh. An einer AC Säule lade ich maximal, wenn ich für 2-3 h mal in der Innenstadt bin. Das AC Ladekabel wurde in den drei Jahren, die ich nun fahre vielleicht 20 mal ausgepackt, und dabei kann meiner mit 22 kW AC laden. Aber 59 cent, was unsere Stadtwerke hier verlangen, rechnet sich nur, wenn ich mir die Parkgebühren dann spare.
M.Stasinski
05.02.2026 um 13:23
Ich fahre seit einigen Jahren elektrisch, lebe in einer ostdeutschen Kleinstadt, habe ein Stehplatz und eine Garage für das Auto, beide nun aber nicht am Haus... Die Stadt erlaubt mir nicht eine Wallbox anzubringen bzw. entsprechend den Kabel zu ziehen, weder am Haus, noch am Stehplatz noch an der Garage. Technische Umsetzung laut Stadtwerke/Elektriker wäre kein Thema . In der Stadt bei öffentlichen Ladestationen werden permanent Kabel abgeschnitten, sei es durch Kleinkriminelle, sei es durch das politisch motivierte "braune Pack". Die Lebensdauer nach der Reparatur, etwa zwei Tage... Ich staunte in Polen: Vor jedem Discounter/Einkaufscentrum (in einer armen Gegend !) Ladestationen, auch Ladeparks mit mehreren Schnellader zu Preisen, von denen man hier zulande nur träumen kann... Und vor allem nirgends hingen Stümpfe von abgeschnitten Kabel... Warum so nicht bei uns?

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