28.02.2022 - 14:10

VDI und VDE fordern mehr Ladepunkte und H2-Tankstellen für Lkw

Mit einer neuen Kurzstudie haben VDE und VDI die Auswirkungen der Elektromobilität für den Nutzfahrzeugsektor untersucht. Während es laut der Analyse der Verbände Oberleitungs-Lkw und synthetische Kraftstoffe schwer haben werden, fordern sie von der Regierung Investitionen in die Infrastruktur für Batterie- und Brennstoffzellen-Lkw.

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Im Ergebnis stünden zwar wirtschaftliche Vorteile für FCEV und BEV, die 2030 bei den TCO auf vergleichbare Kosten kämen. Auf eine Technologie festlegen will sich der Jülicher Forscher aber nicht: „Wir sehen eine große Unsicherheit bei der Kostenentwicklung, vor allem bei den variablen Kosten. Diese variieren je nach Studie in einer Spanne von mehreren zehn Cent pro Kilometer, die Gewinnspannen aber nur bei wenigen Cent“, sagt Samsun. „Aufgrund der starken Wettbewerbssituation ist die Frage nach der Investition in die optimale Antriebstechnologie für viele Spediteure existenziell – aber derzeit sehr schwer zu beantworten.“ Es komme auch stark auf den jeweiligen Einsatzzweck an.

Ein wichtiger Faktor für die variablen Kosten ist die Energiebeschaffung, die Thomas Grube vom Forschungszentrum Jülich untersucht hat. Eine Elektrolyse von Wasserstoff an der Tankstelle hält er nach der Analyse für „in Deutschland meist nicht attraktiv“. Es könne zwar lokal funktionieren, sei aber in der Fläche wirtschaftlich schwer umsetzbar. Der Wasserstoff soll stattdessen „in weltweiten Vorzugsregionen für erneuerbare Energien“ hergestellt werden – also aus dem Ausland importiert werden. Der Transport erfolgt dann in verflüssigter Form etwa per Schiff.

Niedrige Preise für den Wasserstoff-Import hat das ifeu in seiner Studie nur in „optimistischen Szenarien“ kalkuliert, was angesichts der Konkurrenz mit anderen Sektoren um sauberen Wasserstoff kaum zu erfüllen sei. Und nur bei extrem niedrigen Wasserstoffpreisen sei die Brennstoffzelle wirtschaftlich konkurrenzfähig, so das ifeu. Das ifeu arbeitet zwar vorrangig projektbezogen, weshalb man ihm eine gewisse Agenda bei seinen Veröffentlichungen unterstellen könnte. Das gilt aber auch für die Kurzstudie des VDI/VDE, die vorrangig vom Fachausschuss Wasserstoff- und Brennstoffzellenfahrzeuge erstellt wurde.

Für die Kosten sei nicht nur wichtig, wo und wie der grüne Wasserstoff hergestellt wird, sondern auch wie oft er (mit weiterem Energieaufwand) verflüssigt werden muss. Für jeden einzelnen Arbeitsschritt gilt: „Die örtlichen Stromkosten haben einen wichtigen Anteil an den späteren Gesamtkosten“, sagt Grube. Das gilt sowohl für den Batterie- als auch den Wasserstoff-Lkw.

In beiden Fällen müsse nun die Infrastruktur für Nutzfahrzeuge geschaffen werden, da die vorhandenen Ladepunkte und H2-Tankstellen zu sehr auf den Pkw ausgerichtet seien. Bis 2030 fordern die Verbände daher „70 Lkw-taugliche H2-Tankstellen gleichmäßig über das Autobahnnetz verteilt“. Bei den Batterie-Lkw werden 1.200 Ladepunkte mit einer Ladeleistung von 720 kW gefordert, um fünf Prozent des Fahrzeugbestands abdecken zu können.

„Der jüngste politische Plan, den Bau und Betrieb von Wasserstofftankstellen nicht mehr zu fördern, hätte fatale Auswirkungen. Damit behindert die Politik die EU-Vorgaben zur CO2-Reduktion von Schwerlastern“, mahnt Pokojski. „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, vorhandene Wasserstoff-Tankstellen weiter auszubauen und um neue zu ergänzen.“
presseportal.de, vdi.de

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