21.07.2022 - 09:56

CAM: E-Märkte in China und Europa trotzen Gesamttrend

Das Center of Automotive Management hat in einer aktuellen Studie die Elektroauto-Neuzulassungen im ersten Halbjahr 2022 ausgewertet. Die E-Märkte in Europa und China sind demnach entgegen dem allgemein rückläufigen Marktrend gewachsen. Besonders bei den chinesischen Herstellern gab es viel Bewegung.

Zunächst aber zu den Märkten, bevor es um die Hersteller geht: Laut dem Bericht „Markt- und Absatztrends der E-Mobilität in den größten Automobilmärkten im ersten Halbjahr 2022“ waren in Europa im ersten Halbjahr 11,6 Prozent aller Neuzulassungen reine Elektrofahrzeuge – im selben Zeitraum 2021 waren es noch 7,6 Prozent. Insgesamt wurden in Europa – laut der CAM-Definition EU, EFTA und UK – 647.479 BEV abgesetzt.

Während die reinen Elektroautos in Europa trotz aller Lieferschwierigkeiten zulegen konnten, waren die Neuzulassungen bei den anderen Antriebsarten rückläufig. PHEV kamen noch auf 472.722 Neuzulassungen (-12 Prozent), bei Benzinern und Diesel gingen die Neuzulassungen sogar um 22,1 bzw. 32,1 Prozent zurück.

Innerhalb von Europa war Deutschland mit 167.503 BEV und einem Zuwachs von 12,5 Prozent der größte Einzelmarkt. Dahinter folgen das Vereinigte Königreich (115.249 BEV, +56 Prozent), Frankreich (93.344 BEV, +28,7 Prozent) und Norwegen (54.177 BEV, +12,7 Prozent). Deutschland liegt zwar vorne, die Dynamik auf den britischen Inseln ist derzeit aber eine andere: Bei der BEV-Quote liegt das UK mit 14,4 Prozent bereits vor Deutschland (13,5 Prozent) und Frankreich (12,1 Prozent). Beim BEV-Marktanteil liegt aber Norwegen mit 79,1 Prozent unangefochten vorne – nicht nur in Europa, sondern weltweit.

In absoluten Zahlen der größte Einzelmarkt ist nach wie vor China. Dort wurden in der ersten Jahreshälfte 1,95 Millionen BEV-Pkw abgesetzt, was einem Zuwachs von 106 Prozent entspricht. Im gleichen Zeitraum wurden zusätzlich 534.000 PHEV neu zugelassen (+168%). Die Gesamtneuzulassungen sind in der ersten Jahreshälfte um 6,6 Prozent auf 10,355 Millionen Pkw zurückgegangen. Insgesamt machen reine Elektrofahrzeuge in China bereits 18,8 Prozent der Pkw-Neuzulassungen aus.

Bei den größten Autobauern war die Absatzdynamik sehr ähnlich: Die vom CAM betrachteten zwölf wichtigsten Hersteller konnten ihre BEV-Verkäufe im Vergleich zum ersten Halbjahr 2021 nahezu verdoppeln. Da aber noch nicht von allen Marken und Märkten die Daten vorliegen, schätzt das CAM den Absatz auf über 2,1 Millionen Pkw.

Der größte Anteil – fast ein Viertel aller 2,1 Millionen BEV – entfielen im ersten Halbjahr 2022 mit 565.000 Pkw (+46 Prozent) auf Tesla. Dabei sind die Produktionsausfälle aufgrund des Corona-Lockdowns in Shanghai bereits berücksichtigt.

Hinter Tesla rücken vor allem die chinesischen Hersteller auf: SAIC kommt in der CAM-Auswertung auf 355.000 BEV, Platz 3 geht an BYD mit 324.000 BEV. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum konnte BYD um fast 250 Prozent zulegen. Eine nahezu Vervierfachung der BEV-Verkäufe weist der Geely-Konzern mit 125.000 E-Pkw auf, der vor allem von den BEV-Marken Geometry und Zeekr in China sowie von Polestar und Volvo getrieben ist. Ein starkes Wachstum zeigen laut dem CAM auch Xpeng sowie Hozon und Leapmotor, während Nio nur „geringe Zuwächse“ im Vergleich zum Vorjahreszeitraum aufweise.

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Unter den deutschen OEM liegt der VW-Konzern mit 217.000 ausgelieferten BEV vorne (+27 Prozent). BMW kommt wie berichtet auf rund 76.000 BEV, Mercedes-Benz noch auf 52.000 BEV. Damit ist Mercedes weltweit hinter Xpeng (69.000 BEV) und Hozon (63.000 BEV) zurückgefallen. Leapmotor liegt laut der CAM-Auswertung mit ebenfalls 52.000 BEV gleichauf zu Mercedes – und Nio mit 51.000 Einheiten nur knapp dahinter.

Die BEV-Zulassungen von Hyundai-Kia und dem Stellantis-Konzern fehlen aber in der Auswertung. Diese zwei beim eMobility-Absatz wichtigen Autobauer erwähnt das CAM nur im Ausblick: Zusammen mit den „ausgewählten Automobilherstellern“ dürften Hyundai und Stellantis mit insgesamt rund fünf Millionen BEV den Löwenanteil des für 2022 prognostizierten Gesamtabsatzes von 6,5 Millionen BEV weltweit beisteuern.

„Der Elektromobilität wächst in allen großen Automobilregionen entgegen dem rückläufigen Gesamtmarkt. Auch im laufenden Jahr 2022 werden hohe Zuwächse erwartet“, sagt Studienleiter Stefan Bratzel. „Automobilhersteller, die bereits jetzt eine breite Produktpalette von reinen Elektrofahrzeugen anbieten können und robuste Lieferketten besitzen, können dadurch schnell Marktanteile gewinnen und künftig eine wichtige Position in der globalen Automobilindustrie einnehmen. Mit dem Zeitalter der Elektromobilität verändert sich dabei zunehmend die angestammte Branchenstruktur und Rangordnung der Automobilhersteller.“
Quelle: Info per E-Mail

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