Toyota und Stellantis ziehen sich aus CO2-Pool mit Tesla zurück
Auf EU-Ebene können sich Hersteller zu sogenannten CO2-Pools zusammenschließen, damit auf dem Papier für die CO2-Regulatorik die eigentlich getrennten Flotten der Hersteller zu einer großen Flotte zusammengefasst werden. So können die CO2-Einsparungen von Herstellern mit hohem E-Auto-Anteil mit den Flotten von Herstellern verrechnet werden, die die CO2-Ziele noch nicht aus eigener Kraft erreichen. So können die Hersteller Strafzahlungen an die EU vermeiden, sie müssen sich aber in der Regel in den Pool einkaufen – die Zahlungen an den oder die Pool-Partner sind in der Regel aber deutlich günstiger als die Strafe an die EU.
Die finalen Zahlen für 2025 liegen zwar noch nicht vor, bisher gibt es nur vorläufige Berechnungen von Experten wie Dataforce oder dem ICCT. Auch wenn die endgültigen Werte wohl etwas von diesen Prognosen abweichen dürften, zeigt sich im Falle des „Tesla-Pools“ eine klare Tendenz: Nur Tesla als reiner E-Auto Hersteller und Stellantis-Partner Leapmotor (fast nur BEV, einige EREV) unterbieten die Ziele klar. Pool-Partner wie Subaru, Suzuki, Mazda und Honda verfehlen die eigenen CO2-Ziele deutlich. Ford und Stellantis sind nahe dran, Toyota dürfte das CO2-Ziel von 96,3 Gramm/Kilometer wohl recht genau treffen.
Diese (wahrscheinlichen) Ergebnisse für 2025 und die internen Planungen für das laufende Jahr haben jetzt zu zwei relevanten Entscheidungen geführt: Wie der Auto-Analyst Matthias Schmidt berichtet, sind sowohl Toyota als auch Stellantis (und Leapmotor) für 2026 nicht mehr Teil des „Tesla-Pools“. In einem EU-Dokument werden neben Tesla noch Ford (Ford Werke GmbH und Ford Motor Company), Honda Motor, Mazda Motor und Suzuki (als Suzuki Motor, Magyar Suzuki und Maruti Suzuki India für den dort gebauten Suzuki e-Vitara) gelistet.
Über die genauen Gründe kann ohne Stellungnahme der Unternehmen nur spekuliert werden. Im Falle von Toyota dürfte man in der Europa-Zentrale der Meinung sein, dass man die CO2-Ziele künftig selbst erreichen kann – Toyota hat seit Jahren einen hohen Hybrid-Anteil in der Flotte und kaum noch echte „Spritschlucker“. Zudem dürften die Anteile rein elektrischer Autos am Toyota-Absatz steigen, denn das Angebot wird nach unten mit dem neuen Urban Cruiser ausgebaut – und zumindest im Februar 2026 war der bZ4X in Dänemark das meistverkaufte E-Auto.
Stellantis hat in der Dataforce-Prognose für 2025 zwar das CO2-Ziel noch um etwas mehr als sechs Gramm pro Kilometer verfehlt, könnte aber einen Pool mit der eigenen Beteiligung Leapmotor bilden. Während bei Stellantis selbst mit dem jüngsten Strategie-Schwenk hin zum „Leuchtturm der Wahlfreiheit“ und dem Revival eigentlich schon aussortierter Diesel-Motorisierungen bei europäischen Modellen derzeit unklar ist, wie sich der CO2-Ausstoß in 2026 entwickelt, dürften die positiven Auswirkungen von Leapmotor in der EU-Regulatorik zunehmen.
Wie berichtet soll noch in diesem Jahr die Produktion des Leapmotor B10 in einem spanischen Stellantis-Werk anlaufen. „Dadurch lassen sich bestehende Ausgleichszölle vermeiden und einem möglichen weiteren europäischen Protektionismus entgegenwirken“, schreibt Matthias Schmidt. Berichten zufolge laufen zudem Verhandlungen, dass Stellantis Technologien seines Partners künftig auch in eigenen Modellen nutzen kann – bestätigt ist das aber noch nicht. Damit könnte Stellantis die eigenen E-Autos womöglich auch günstiger und technisch attraktiver machen.
Ein großes Aber: Die CO2-Pools müssen immer erst bis zum 1. Dezember eines laufenden Jahres final angemeldet werden. Noch bleibt also Zeit für Toyota und Stellantis, die Marktentwicklung 2026 zu beobachten und sich eventuell doch wieder dem „Tesla-Pool“ anzuschließen.
Auswirkungen auf die Einnahmen aus der CO2-Regulatorik für Tesla lassen sich also noch nicht wirklich abschätzen. Zwar hat Tesla in der eigenen Bilanz bereits die abnehmende Bedeutung der CO2-Einnahmen weltweit hervorgehoben – auch die politische Lage in den USA dürfte hier eher zu sinkenden Einnahmen führen. Mit Toyota und Stellantis dürften aber zwei Geldgeber in der EU in diesem Jahr wegfallen – auch wenn hier, wie erwähnt, die finale Entscheidung erst Anfang Dezember ansteht.





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