ICCT-Analyse: Wie sich die E-Auto-Verkäufe auf die Welt verteilen
Das International Council on Clean Transportation (ICCT) hebt hervor, dass 2025 weltweit etwa jedes vierte neue Auto ein Stromer oder Plug-in-Hybrid gewesen ist. Das Gros der gut 20 Millionen neuen BEVs und PHEVs wurde im vergangenen Jahr in China, Europa, den USA und Indien zugelassen. Doch das starke Wachstum beschränkt sich nicht allein auf diese Schlüsselmärkte. Auch in eher wenig beachteten Ländern gewinnen E-Autos an Akzeptanz. Das zeigt die neueste Ausgabe des „Global Market Monitor for Light-duty Vehicles“ des ICCT. Auf 36 Seiten erfasst und analysiert der Report die Absatzzahlen in den genannten vier Automobilmärkten sowie in elf Schwellenländern.
Zu den Ergebnissen: China blieb 2025 der weltweit führende E-Auto-Markt. „Auf das Land entfielen 62 % aller weltweiten Verkäufe von E-Autos sowie 71 % der globalen Produktion“. Im englischen Originaldokument spricht das ICCT von „Light-duty Vehicles (LDVs)“ und subsumiert darunter Pkw und leichte Nutzfahrzeuge wie Vans, Pickups und Transporter („in einigen Märkten – wie etwa in den Vereinigten Staaten und Mexiko – werden zu den LDVs auch leichte Lkw gezählt“). Außerdem schreibt das ICCT zwar von „Electric Vehicles“, definiert diese in der Fußnote aber als Batterieelektrische Fahrzeuge (BEVs) sowie Plug-in-Hybridfahrzeuge (PHEVs).
In Europa wurden nach der Zählart des ICCT im vergangenen Jahr rund 4,1 Millionen E-Fahrzeuge verkauft, was einem Zuwachs von 33 Prozent gegenüber 2024 entspricht. BEVs machten im Markt dabei einen etwa doppelt so großen Anteil aus wie Plug-in-Hybride (PHEVs) aus – konkret lag ihr Anteil am gesamten Antriebsmix bei 18 bzw. neun Prozent.
In Indien wurden 2025 rund 202.000 E-Fahrzeuge verkauft – darunter zu 99 Prozent Batterie-elektrische Fahrzeuge. Dies entspricht laut den Analysten einem massiven Anstieg gegenüber den 125.000 Einheiten im Jahr 2024. Der Marktanteil von E-Autos lag in Indien somit 2025 bei 4,1 Prozent. Tata Motors, der zweitgrößte Automobilhersteller Indiens, behauptete dabei mit rund 64.000 verkauften BEVs die Pole Position für sich.

Und viel spricht dafür, dass die Dynamik in Indien anhält: „Das Wachstum des Elektrofahrzeugmarktes wurde durch politische Maßnahmen auf nationaler und bundesstaatlicher Ebene sowie durch den fortgesetzten Ausbau der heimischen Produktionskapazitäten für Elektrofahrzeuge begünstigt. Zu den wesentlichen Faktoren zählten dabei Anreize für lokale Investitionen in die Elektromobilität sowie fortlaufende Steuergutschriften und Förderprogramme“, teilen die Studienmacher mit.
Die USA sind unterdessen der einzige große Markt mit einem Rückgang der Verkaufszahlen: 2025 hatten laut ICCT rund 9 Prozent der in den Vereinigten Staaten verkauften Pkw und leichten Nutzfahrzeuge einen Stecker – ein Rückgang um einen Prozentpunkt gegenüber dem Jahr 2024. Und auch der Anteil der USA an der weltweiten Produktion von E-Fahrzeugen sank von sieben auf fünf Prozent im Jahr 2025. „Dies ist darauf zurückzuführen, dass Automobilhersteller Investitionen zurückzogen und Produktionsanläufe verzögerten“, so die Autoren. Interessant dabei: Auf dem geschrumpften Markt führten Hersteller mit Sitz in Europa die Verkäufe an, darunter Volvo (31 %, überwiegend PHEVs), BMW (18 %), Mercedes-Benz (14 %) und der VW-Konzern (14 %).
Viel Platz widmet das ICCT in seinem Report zudem elf Schwellenländern, die im Jahr 2025 zusammen rund eine Millionen BEVs und PHEVs hinzubekommen haben – fast doppelt so viele wie im Vorjahr. Vietnam kam dabei auf einen E-Anteil von 37 Prozent, gefolgt von Thailand (24 %), der Türkei (18 %), Indonesien (16 %) und Kolumbien (11 %).
„Die Schwellenländer wiesen eine sehr unterschiedliche Zusammensetzung aus BEVs und PHEVs auf, beeinflusst durch eine Vielzahl von Herstellern sowie sich wandelnde politische Maßnahmen“, präzisieren die Autoren. In Vietnam (99 %), Indonesien (96 %) und Malaysia (90 %) machten BEVs fast den gesamten Absatz an elektrifizierten Fahrzeugen aus, wohingegen PHEVs in Lateinamerika, Südafrika und auf den Philippinen weiterhin an Bedeutung gewinnen.

Das ICCT sieht vor allem die wachsende Modellvielfalt als Garant für die zunehmende Elektrifizierung. “ In den Vereinigten Staaten beispielsweise boten jene Hersteller, die einen höheren Anteil an Elektrofahrzeugen absetzten – BMW, VW-Konzern und Mercedes-Benz –, tendenziell auch eine größere Auswahl an Elektromodellen an – konkret jeweils zwischen 10 und 13 verschiedene Modelle.“ In den Schwellenmärkten hinken die etablierten Automobilhersteller dagegen den chinesischen Herstellern weiter hinterher. BYD konnte etwa seine Präsenz in neuen Märkten ausbauen und zugleich seine starken Marktanteile im Bereich der Stecker-Fahrzeuge in Brasilien (63 % Marktanteil an den gesamten BEV- und PHEV-Verkäufen des Landes), Indonesien (analog 49 %) und Kolumbien (48 %) behaupten.
„Das rasante Wachstum in diesen Schwellenmärkten ist auf den Ausbau der heimischen Fertigung – insbesondere durch VinFast in Vietnam und Togg in der Türkei–, den zunehmenden Zugang zu erschwinglichen Modellen sowie auf eine beständige politische Unterstützung zurückzuführen“, urteilt das ICCT.





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