28.11.2019 - 14:30

Pilotanlagen für induktives Laden von E-Taxis in Köln und Mülheim geplant

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Im Rahmen des im Oktober gestarteten Projekts Taxi-Lade-Konzept für den öffentlichen Raum (kurz: TALAKO) sollen in Köln und Mülheim an der Ruhr Pilotanlagen für das kabellose Laden von E-Taxis aufgebaut werden.

Hintergrund des Projekts: Die Taxiflotten, die heute vor allem in Innenstädten unterwegs sind, haben eine extrem hohe Dieselquote. Die Elektrifizierung der Taxiflotten könnte somit CO2- und Stickoxidemissionen reduzieren. Durch das Vorrückprinzip an öffentlichen Plätzen (etwa an Bahnhöfen oder Flughäfen) haben Taxifahrer dort keine praktikable Möglichkeit, an kabelgebundenen Säulen zu laden. Wie schwierig das Laden für E-Taxis ist, zeigt auch das Aus des einzigen Tesla-Taxis in Berlin zum Jahresende.

Dass wollen einige Forscher zusammen mit einem Taxiunternehmen, Energieversorger und Fahrzeughersteller ändern. Das im Oktober gestartete TALAKO-Projekt will insgesamt zwei Pilotanlagen für das kabellose Laden aufbauen. Hierzu wird das induktive Ladesystem unterirdisch in die Taxi-Warteschlange integriert, oberirdisch ist nur der Schaltschrank zu sehen.

Zu den Partnern des Projekts gehört neben den Unis Duisburg-Essen und Wuppertal, der Stadt Köln, INTIS GmbH, RheinEnergie AG, und TaxiRuf Köln auch der englische Fahrzeughersteller LEVC: Sechs elektrifizierte LEVC-Taxis sollen für das induktive Laden umgerüstet werden. Das Projekt hat eine Laufzeit von drei Jahren und wird mit insgesamt zwei Millionen Euro (unter anderem vom Bundeswirtschaftsministerium) gefördert.

Bis zum Ende des ersten Quartals 2020 soll eine erste Pilotanlage in Mülheim an der Ruhr aufgebaut werden – hier betreibt bereits das Unternehmen Taxi Stephany ein Fahrzeug von LEVC. Im Anschluss soll der Aufbau und Betrieb der Pilotanlage in Köln starten, dort sollen bis zu sechs Fahrzeuge gleichzeitig geladen werden können. Betriebsstart für die Anlage in Köln ist für das dritte Quartal angepeilt.

Die Ladeleistung soll laut dem Forscherteam bis zu 22 kW betragen. Pro Minute Standzeit könnte so Strom für etwas mehr als einen Kilometer geladen werden, sagt Gregor Szybisty von der Universität Duisburg-Essen. „Bei uns stehen wegen der hohen Übertragungsleistung insbesondere sicherheitsrelevante Aspekte im Vordergrund“, so Szybisty. „Hierfür müssen intelligente Sicherheitssysteme entwickelt werden.“ Weitere Forschungsfragen betreffen die Positionierungsgenauigkeit der Fahrzeuge über der Ladespule und die Integration der Pilotanlage in den täglichen Fahrbetrieb.

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Zusätzlich startete im Oktober das Projekt SMATA. Hier wird die Machbarkeit einer intelligenten Taxi-Ladeplattform für die datengetriebene Vernetzung von Taxi- und Ladebetrieb mit Beteiligung relevanter Stakeholder im innerstädtischen Bereich untersucht. Sprich: Über die Plattform sollen die Taxifahrer genau wissen, wo wie viele Ladespots aktuell frei sind.

Ein Parallel-Projekt ist in Hannover angesiedelt. Im Rahmen von „LaneCharge“ wollen Forscher der Hochschule Hannover ebenfalls ein induktives Ladesystem entwickeln. Ziel des auf vier Jahre angelegten Projekts ist die Machbarkeitsdemonstration eines vollfunktionsfähigen induktiven Ladesystems, welches in der letzten Projektphase mit zwei umgerüsteten Fahrzeugen am Taxistand in der Rundestraße auf der Nordseite des Hauptbahnhofs Hannover erprobt werden soll. Vorab werden dazu von der Hochschule Hannover die Leistungsregelung sowie das Kommunikationssystem entwickelt. Dort soll auch ein Testfeld errichtet werden, wo der Prototyp der Ladestation vor dem Einsatz am Hauptbahnhof erprobt werden soll.

Neben der Ladestation selbst und der Integration der Ladespulen in das Straßenbild wollen die Hannoveraner auch die Fahrzeuge selbst anpassen. Ein Projektschwerpunkt ist wie bei TALAKO die Positionierung der Taxis. Die Forscher wollen einen „prädikitver Positionierungsassistenten“ entwickeln, der das E-Taxi optimal über der Ladespule ausrichten soll – so soll der Ladevorgang schneller gestartet werden können und die Energieübertragung im effizientesten Bereich bleiben.

Weitere Projektpartner sind EDAG Engineering GmbH, Technische Universität Braunschweig (TUBS) und SUMIDA Components & Modules GmbH. Darüber hinaus beteiligen sich die assoziierten Partner enercity, Götting KG, Hallo Taxi 3811 GmbH und die Landeshauptstadt Hannover.
Quelle: Info per E-Mail, hs-hannover.de

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