21.07.2021 - 16:26

Lucid Motors plant Marktstart in Deutschland für 2022

Das kalifornische Elektroauto-Startup Lucid Motors plant, ab dem kommenden Jahr seine Autos auch in Deutschland auszuliefern. Das bestätigte Deutschland-Chef Roberto Russo gegenüber electrive.net. Ebenfalls in 2022 sollen die Auslieferungen in weiteren europäischen Ländern starten.

Dass Lucid den Markteintritt in Deutschland plant, hatte sich bereits seit einigen Tagen angedeutet. Russo selbst hatte bei LinkedIn verkündet, ab sofort als Country Manager Germany für Lucid Motors tätig zu sein. Im Gespräch mit electrive.net konkretisierte Russo nun die Pläne. „Wir wollen ab 2022 unsere Autos in Deutschland ausliefern“, sagt Russo. „Im Laufe des Jahres werden wir weitere Details zu unserem europäischen Markteintritt bekanntgeben.“ Neben Deutschland will Lucid auch Märkte wie Österreich, Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Island, Italien, Monaco, die Niederlande, das E-Vorzeigeland Norwegen, Spanien, Schweden und die Schweiz bedienen. Vorbestellungen für den Lucid Air waren in Europa schon seit Januar 2020 möglich.

Bis zum Auslieferungsbeginn in Europa, so der Tenor, wolle man sich auf die Produktion und Markteinführung des Lucid Air in den USA konzentrieren. Lucid hatte die Serienversion des Air im September 2020 vorgestellt. In den USA sollen zunächst die beiden Top-Versionen „Grand Touring“ (für die maximale Reichweite von 832 Kilometern) und „Dream Edition“ (für die maximale Leistung von 794 kW) angeboten werden – zu Preisen ab 139.000 bzw. 169.000 Dollar. Später sollen der „Tour“ (ab 95.000 Dollar) und das Basismodell Pure des Air zu Preisen ab 77.400 Dollar folgen. Alle Preise sind noch ohne die anfängliche Steuergutschrift von 7.500 Dollar pro Fahrzeug.

Wann genau welche Versionen des Air in Europa angeboten werden sollen, will der erfahrene eMobility-Spezialist Russo noch nicht bestätigen. Ab 2012 hatte er als Sales Manager bei Tesla die europäische Markteinführung des Model S begleitet, später als freiberuflicher Vertriebsexperte andere Autobauer bei Verkauf und Markteinführungen ihrer EV-Modelle beraten.

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Klar ist: Die Fahrzeuge werden aus dem eigenen Werk Casa Grande im US-Bundesstaat Arizona stammen. Dort laufen auch bereits die ersten Erweiterungsarbeiten, um Kapazitäten für das angekündigte zweite Modell der Marke zu schaffen – das E-SUV Gravity, das die Plattform namens LEAP (Lucid Electric Advanced Platform) wie der Air nutzt.

Als technische Besonderheit setzt Lucid bei dem Air auf ein 900-Volt-System, das noch schnellere Ladezeiten ermöglichen soll. Ein 20-minütiger Ladestopp soll Strom für 300 Meilen (482 Kilometer) in den Akku befördern – bei den beiden Top-Modellen ist dieser 113 kWh groß. Zudem soll der Air mit einer guten Aerodynamik (cW-Wert von 0,21) den Stromverbrauch senken. Angaben zum SUV-Modell gibt es hier noch nicht.

Beim Verkauf seiner Fahrzeuge setzt Lucid Motors wie berichtet auf einen reinen Direktvertrieb ohne zwischengeschaltete Händler. In den USA sind neun „Lucid Studios“ geplant – eine abweichende Vertriebs-Strategie für Europa wäre eine Überraschung. An den Standorten der „Studios“ sollen auch Service-Center entstehen.
linkedin.com

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6 Kommentare zu “Lucid Motors plant Marktstart in Deutschland für 2022

  1. BEV

    Wenn in paar Jahren dann noch das kleinere Model davon kommt, wirds spannend.

    Interessant wird auch wie sie das mit dem Laden gelöst haben. So viele Lader, die bis 900V gehen, wirds nicht geben (Ionity?).
    Am SuC V3 würden die Kabel in die Buchse forne links auch nicht passen.

  2. Peter

    Da bin ich ja mal gespannt
    Und dann wird ein Riesen Akku spazieren gefahren
    Ob man da nach einer Sinnhaftigkeit fragt
    Ich glaube nicht , der Otto normal Verbraucher ist denke ich mit einem 60 bis 65 Akku gut bedient und guter Ladeleistung

    • Simon Saag

      Lucid ist auch ein Premium- bzw Luxushersteller. Wir reden hier bei dem großen Akku von 140.000+ Dollar, wie in den USA üblich wohl netto. Das ist nix für Otto Normalverbraucher. Der kommt in der Tat mit 60-70 kWh aus, fährt dabei aber auch nicht eine Fünf-Meter-Limousine für sechsstellige Preise!

      • BEV

        Wenn das nötig ist um das ganze zu finanzieren, damit man später dann auch Autos für Otto Normalverbraucher anbieten kann, dann solls mir recht sein.
        Man muss erst mal geile Autos bauen und kann sich dann nach unten vorarbeiten. Mir nuckelnden Sparmodellen springen keine Investoren aus dem Busch.

        • Simon Saag

          Kommt darauf an. So wie ich das bisher bei Lucid verstanden habe, wollen die im Premium-Segment bleiben und nichts in Richtung Model 3 oder kleiner bringen. Aber ich lass mich da gerne überraschen!

          • .

            Das ist ganz klar falsch. Die wollen unbedingt schnellstmöglich ein 25.000$ Auto rausbringen. Das dauert aber laut denen 7 Jahren ohne Partner und mit einem Partner immer noch 4-5 Jahre. 6 bekannte Automobilhersteller haben schon Interesse gezeigt.

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https://www.electrive.net/2021/07/21/lucid-motors-plant-marktstart-in-deutschland-fuer-2022/
21.07.2021 16:58