Bilanz 2025: VW-Konzern gewinnt bei BEVs an Dynamik – vor allem in Europa
Einige Statistik-Highlights hatte Volkswagen dieser Tage bereits per LinkedIn vorab verbreitet. So wissen wir, dass der Konzern mit 983.100 abgesetzten E-Fahrzeugen (+32% nach 744.800 vollelektrischen Fahrzeugen in 2024) wieder den Wachstumspfad eingeschlagen hat. 2024 waren die weltweiten Elektro-Verkäufe noch um 3,4 Prozent gesunken. Haupt-Verkaufsregion bleibt dabei Europa mit allein 742.800 E-Auto-Verkäufen (+66% YoY). Vor einem Jahr waren es noch 447.600 Einheiten. Was die Plug-in-Hybrid-Verkäufe angeht, meldet Volkswagen weltweit zudem ein Plus von 58 Prozent auf 428.000 Einheiten. Dies aber nur am Rande.
Wir halten fest: Die Elektro-Statistik fällt bei Volkswagen wieder positiv aus. 2025 war fast jeder neunte Neuwagen aus dem Konzern ein BEV. Mit nun 10,9 Prozent ist der E-Anteil konzernweit erstmals zweistellig und konnte zu 2024 um 2,7 Prozentpunkte zulegen. Doch der steigende E-Auto-Anteil ist nicht nur mit den guten Elektro-Verkäufen zu erklären: Über alle Antriebsarten hinweg haben die Wolfsburger 0,5 Prozent weniger Autos verkauft als noch 2024. Mit 8,98 Millionen Auslieferungen ist der Konzern wieder knapp unter die Neun-Millionen-Marke gerutscht. Zoomt man auf Europa legten die Wolfsburger jedoch gegen den Trend um 3,8 Prozent zu. In China und den USA ging’s dafür um acht bzw. 10,4 Prozent nach unten.
Interessant ist dabei, dass sich die zehnprozentigen Verluste in den USA nicht im E-Auto-Bereich widerspiegeln: Volkswagens Elektroverkäufe wuchsen in den USA sogar um 46 Prozent auf 72.000 Einheiten. Und das trotz eines fatalen Schlussquartals mit nur 3.200 Verkäufen, was natürlich mit dem generellen Einbruch des US-Elektroautomarkts nach dem Aus der US-Steuergutschrift zum 30. September 2025 zusammenhängt.
Ein ganz anderes Bild zeigt sich in China: Dort wird die Schwäche bei Volkswagens Gesamtverkäufen (-8% YoY) von den rückläufigen E-Auto-Verkäufen (-44% YoY) klar getoppt. Nur noch 115.500 Elektroautos des Konzerns gingen in China weg. Kein Wunder: Sind doch unter den Top-20 der meistverkauften New Energy Vehicles (Elektroautos und Plug-in-Hybride) in China 2025 nur noch zwei Modelle einer ausländischen Marke gewesen: das Model Y und das Model 3. Alle anderen Beststeller stammten von inländischen Marken. Ein klares Indiz für den inzwischen gereiften chinesischen E-Automarkt.
| Okt. – Dez. 2025 | Okt. – Dez. 2024 | Delta (%) | Jan. – Dez. 2025 | Jan. – Dez. 2024 | Delta (%) | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Europa | 220.300 | 154.400 | +42,7 | 742.800 | 447.600 | +65,9 |
| USA | 3.200 | 12.300 | -73,6 | 72.000 | 49.400 | +45,7 |
| China | 30.300 | 59.300 | -48,8 | 115.500 | 207.400 | -44,3 |
| Rest der Welt | 11.700 | 12.100 | -2,9 | 52.900 | 40.100 | +31,7 |
| Welt | 265.600 | 238.000 | +11,6 | 983.100 | 744.600 | +32,0 |
| BEV-Anteil an globalen Auslieferungen (%) | 11,2 | 9,5 | +1,6 Pkt. | 10,9 | 8,2 | +2,7 Pkt. |
Zur Erinnerung: 2024 hatte die Volkswagen Group ihre Elektro-Verkäufe in China noch um 8,1 Prozent auf 207.400 BEV steigern können, während es damals in Europa um 5,2 Prozent auf 447.900 E-Autos herunter ging. Das vorzeitige Auslaufen einiger Förderungen, auch des deutschen Umweltbonus, hatte den europäischen Elektroauto-Markt 2024 belastet. Jetzt haben sich die Vorzeichen also im wahrsten Sinne des Wortes umgekehrt. In Europa ist Volkswagen erstarkt und kommt eigenen Angaben zufolge jetzt auf einen BEV-Marktanteil von rund 27 Prozent. Zudem sind fünf Konzernfahrzeuge unter den Top 10-Elektroautos des Kontinents.
Blicken wir uns die Entwicklung bei den einzelnen Marken an. Schon bekannt war, dass die Kernmarke VW im Jahr 2025 weltweit rund 382.000 vollelektrische Fahrzeuge ausgeliefert hat (-0,2% YoY). Der Anteil vollelektrischer Modelle an den gesamten Auslieferungen lag damit bei 8,1 Prozent. Volkswagen konnte den Absatz vollelektrischer Fahrzeuge im Jahr 2025 vor allem in Deutschland und in Europa deutlich erhöhen. Die Auslieferungen stiegen auf 93.800 Fahrzeuge im Heimatmarkt Deutschland (+60,7 Prozent) sowie in Gesamteuropa auf rund 247.900 Einheiten (+49,1 Prozent). Weltweit muss der eigentliche Volumenbringer des Konzerns aber weiter gegen die Stagnation ankämpfen.
Mit Skoda, Seat/Cupra und Volkswagen Nutzfahrzeuge sind es die anderen Repräsentanten der Markengruppe Core, die über alle Regionen gerechnet für das Wachstum sorgen. Skoda zeigt unter allen Pkw-Töchtern des Konzerns die höchste Dynamik (+die 120% YoY), und katapultiert sich auf 174.900 E-Auto-Verkäufe. Auf den Škoda Elroq entfielen dabei 95.300 Einheiten, das drittbeste Modellergebnis im ganzen Konzern hinter ID.4/5 und ID.3. Wie hoch der E-Anteil markenintern ausfiel, macht Skoda nicht publik. Nur für BEVs und PHEVs zusammen weisen die Tschechen einen Anteil von 25,7 Prozent am kompletten Skoda-Absatz aus. Die Botschaft: Jeder vierte weltweit abgesetzte Skoda hatte 2025 einen Stecker.
Die Bilanz von Seat/Cupra kann sich mit 79.700 abgesetzten BEVs (+66% YoY) ebenfalls sehen lassen. Konkret wurden 43.700 Exemplare des Cupra Born und 36.000 Cupra Tavascan verkauft. Die BEVs machten somit 2025 fast ein Viertel des Cupra-Absatzes aus (24,2 Prozent).
Volkswagen Nutzfahrzeuge verdoppelt parallel sein BEV-Ergebnis von 28.800 Verkäufen in 2024 auf 58.600 in 2025 (+103% YoY). Das entspricht einem BEV-Anteil von 16,4 Prozent am Gesamtabsatz von VWN. Vom ID. Buzz wurden dabei weltweit 60.700 Exemplare ausgeliefert (+102%). So weit, so gut. Im Schnitt kommt die Markengruppe Core – Volkswagens wichtiges, volumenstarkes Segment – damit auf ein BEV-Wachstum von 29 Prozent.
Weiter geht’s mit der Markengruppe Progressive, in der der Konzern die Premiummarken Audi, Bentley und Lamborghini zusammenfasst. Hier muss Audi allein für den E-Anteil sorgen, denn die Luxusautos der anderen beiden Marken sind noch nicht rein elektrisch unterwegs. Audi konnte sich 2025 konkret um 35,6 Prozent verbessern und 223.000 BEVs absetzen. Eine klare Steigerung gegenüber dem 2024er Ergebnis, bei dem es seinerzeit um 8 Prozent abwärts ging. Besonders beliebt waren 2025 der A6 e-tron (37.000 Einheiten) und der Q6 e-tron (84.000 Einheiten).
Auslieferungen an Kunden nach Marken
| Okt. – Dez. 2025 | Okt. – Dez. 2024 | Delta (%) | Jan. – Dez. 2025 | Jan. – Dez. 2024 | Delta (%) | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Markengruppe Core | 192.000 | 166.000 | +15,6 | 695.200 | 539.200 | +28,9 |
| Volkswagen Pkw | 94.300 | 111.700 | -15,5 | 382.000 | 382.900 | -0,2 |
| Škoda | 56.300 | 28.800 | +95,7 | 174.900 | 79.600 | +119,8 |
| Seat/Cupra | 22.400 | 16.900 | +32,5 | 79.700 | 48.000 | +65,9 |
| Volkswagen Nutzfahrzeuge | 19.000 | 8.700 | +117,9 | 58.600 | 28.800 | +103,4 |
| Markengruppe Progressive | 59.600 | 48.700 | +22,4 | 223.000 | 164.500 | +35,6 |
| Audi | 59.600 | 48.700 | +22,4 | 223.000 | 164.500 | +35,6 |
| Bentley | – | – | – | – | – | – |
| Lamborghini | – | – | – | – | – | – |
| Markengruppe Sport Luxury | 12.800 | 22.700 | -43,5 | 61.700 | 39.100 | +57,8 |
| Porsche | 12.800 | 22.700 | -43,5 | 61.700 | 39.100 | +57,8 |
| Markengruppe Trucks / TRATON | 1.200 | 600 | +91,7 | 3.200 | 1.700 | +85,8 |
| MAN | 880 | 350 | +150,4 | 1.970 | 740 | +167,8 |
| Volkswagen Truck & Bus | 10 | 20 | -70,8 | 60 | 120 | -49,2 |
| Scania | 220 | 80 | +188,3 | 600 | 270 | +126,3 |
| International | 50 | 150 | -64,9 | 590 | 610 | -3,3 |
| Volkswagen Group (gesamt) | 265.600 | 238.000 | +11,6 | 983.100 | 744.600 | +32,0 |
Da die Markengruppe Sport Luxury ohnehin nur aus Porsche besteht, ist das Plus von 57,8 Prozent auf 61.700 BEVs (2024: 39.100 BEVs) auch hier nur einer Marke zuzurechnen. Positiv für den Stuttgarter Sportwagenbauer war vor allem die Entwicklung in den ersten drei Quartalen, denn in Q4 setzte es einen herben Rückschlag (-43,5 %). Dass es dennoch übers Jahr gesehen wieder aufwärts geht, ist vor allem dem E-Macan zu verdanken, dessen Marktstart im September 2024 erst 2025 richtig Wirkung entfaltet hat. Konkret setzte Porsche im abgelaufenen Jahr 45.367 vollelektrische Macan und 16.339 Taycan ab. Der globale Anteil vollelektrischer Fahrzeuge am Gesamtabsatz lag bei 22,2 Prozent.
Last but not least: In der Markengruppe Trucks bzw. Traton machte der Elektro-Absatz einen Sprung um 85,8 Prozent auf 3.200 E-Fahrzeug-Verkäufe, nachdem der Konzern für diese Sparte 2024 noch einen Rückgang von 17 Prozent beim BEV-Absatz verkraften musste. MAN trug im Vorjahr 1.970 statt 740 elektrische Nutzfahrzeuge bei (+168% YoY), Scania steigerte sich auf 600 Einheiten (+126% YoY), wohingegen Volkswagen Truck & Bus (-49% YoY) und International (-3,3% YoY) an Boden verloren.
Doch noch einmal zurück zum Pkw-Segment. Der Volkswagen-Konzern veröffentlicht für 2025 auch eine kompaktes Ranking der elektrischen Bestseller, das sich wie folgt präsentiert:
| Volkswagen ID.4/ID.5 | 163.400 |
| Volkswagen ID.3 | 117.700 |
| Škoda Elroq | 95.300 |
| Audi Q4 e-tron (inkl. Sportback) | 84.900 |
| Audi Q6 e-tron (inkl. Sportback) | 84.400 |
| Škoda Enyaq (inkl. Coupé) | 79.600 |
| Volkswagen ID.7 (inkl. Tourer) | 79.500 |
| Volkswagen ID. Buzz (inkl. Cargo) | 60.700 |
„Die Volkswagen Group war 2025 robust in der Spur – und das in einem anspruchsvollen Marktumfeld“, kommentiert Oliver Blume, CEO der Volkswagen Group. „Wir sind gut vorangekommen auf unserem Weg, unsere Produktpalette umfassend zu erneuern. Unsere neuen Fahrzeuge bekommen eine hervorragende Resonanz und werden vielfach ausgezeichnet. Mit mehr als 20 neuen Modellen setzen wir unsere Produktoffensive auch 2026 mit vollem Tempo fort. Darunter sind weitere innovative Fahrzeuge aus unserer Modelloffensive in China sowie unsere Electric Urban Car Family. E-Mobilität zum Einstiegspreis mit Top-Technologie von Volkswagen, CUPRA und Škoda – der nächste Schritt auf unserem Weg zum globalen Technologietreiber der Automobilindustrie.“
Apropos 2026: Der BEV-Auftragseingang in Europa ist laut offiziellen Angaben des Konzerns um 55 Prozent gegenüber 2024 gestiegen. Treiber seien unter anderem neue Modelle wie der Skoda Elroq, Audi A6 e-tron und Volkswagens Transporter. Zum Vergleich: Über alle Antriebe hinweg stieg der Auftragseingang „nur“ um rund 13 Prozent.
volkswagen-group.com, audi-mediacenter.com, vwn-presse.de, newsroom.porsche.com, skoda-media.de





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