13.12.2019 - 06:36

P3 Charging Index: Porsche Taycan derzeit bestes Langstrecken-Elektroauto

Der Elektro-Sportwagen von Porsche landet vor dem Volkswagen ID.3 und dem Tesla Model 3

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Die reine Reichweite oder maximale Ladeleistung sagt nur bedingt etwas darüber aus, wie schnell man auf längeren Fahrten mit einem oder mehreren Ladestopps tatsächlich vorankommt. Die Ingenieurberatung P3 Automotive hat aus diesem Grund den P3 Charging Index entwickelt, um für Nutzer eine echte Vergleichsmöglichkeit zu schaffen.

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Der Vergleich zweier Elektroautos im Prospekt ist relativ einfach: Wessen Batterie bietet mehr (nutzbaren) Energiegehalt, wer hat die höhere Norm-Reichweite, welches Auto hat die höhere maximale DC-Ladeleistung? Wer schonmal ein Elektroauto gefahren ist, kennt aber die Probleme an diesem Vergleich: Norm-Verbräuche und -Reichweiten sind kaum zu erreichen, die maximale Ladeleistung ist oft nur in einem sehr kleinen Bereich verfügbar, zudem beeinflussen viele Faktoren wie etwa die Temperatur und der aktuelle Ladestand der Batterie die tatsächliche Ladeleistung.

Aus dieser Überlegung heraus hat P3 Automotive den P3 Charging Index entwickelt, der nun zum ersten Mal veröffentlicht wird und electrive.net exklusiv vorliegt. Damit für den Nutzer ein Wert für die Vergleichbarkeit unterschiedlicher Modelle entsteht, sind dem Unternehmen zufolge vor allem zwei Fragen wichtig: Welche Reichweite wird benötigt, um zum nächsten Zwischenstopp bzw. Ziel zu kommen? Und wie lange dauert der Ladevorgang, um diese Reichweite nachzuladen?

Der Index selbst ist ein Quotient der real nachgeladenen Reichweite innerhalb von 20 Minuten zu dem Zielwert von 300 Kilometern nachgeladener Reichweite. Dass die Ladegeschwindigkeit in Relation zum Verbrauch gesetzt wird, soll laut P3 zu „mehr Transparenz in Bezug zur echten Alltagstauglichkeit der E-Autos auf der Langstrecke“ führen.

Sprich: Ein Auto, dass auf den Ideal-Indexwert von 1,0 kommt, kann in 20 Minuten jene 300 Kilometer nachladen – und so mit nur einem Ladestopp 600 Kilometer weit fahren, wenn die Batterie bei Fahrtbeginn voll war. Der Wert von 300 Kilometern wurde gewählt, weil typische Langstreckenfahrer zumindest alle 250 bis 300 Kilometer ohnehin eine kurze Pause machen würden, so P3.

Doch was sind nun „reale“ Werte für Ladeleistung und Verbrauch? Um bei der Ladeleistung ein repräsentatives Ergebnis zu erhalten – bei dem kurzzeitige Spitzen bei der Ladeleistung bei sehr niedrigen Ladeständen und das Abregeln der Ladeleistung bei hohen Ladeständen nicht erfasst werden –, kalkuliert P3 hier die durchschnittliche Ladeleistung in einem „Ladefenster“ von 20 bis 80 Prozent State of Charge (SoC). Der gerechnete Verbrauch basiert auf der WLTP-Angabe, es wurde aber jeweils ein Zuschlag auf Basis des ADAC Ecotests addiert, um einem realen Wert näher zu kommen.

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Im Ergebnis schneidet aktuell der Porsche Taycan am besten ab. Den möglichen Idealwert von 1,0 erreicht zwar keines der aktuell verfügbaren Modelle, der Porsche kommt ihm mit 0,72 jedoch am nächsten – dicht gefolgt vom VW ID.3 in der Version mit der größten 77-kWh-Batterie mit 0,7 und dem Tesla Model 3 mit 0,66 Indexpunkten.

Allerdings fehlen sowohl beim Taycan als auch beim ID.3 noch die Verbrauchswerte aus dem ADAC Ecotest, beim ID.3 auch eine detaillierte Ladekurve. Hier hat P3 nach eigenen Angaben eigene Schätzungen vorgenommen. „Wir können die Ladekurven gut einschätzen, da wir seit 10 Jahren alle Fahrzeuge kennen“, sagt Markus Hackmann, Managing Director E-Mobility der P3 Group und einer der beiden Autoren der Studie. „Wenn man an der ein oder anderen Stelle nach Ankündigungen und Werten zum Ladeverhalten von Volkswagen schaut, dann kann man bereits erste Ankerpunkte identifizieren“, ergänzt Christian Gehring, Mit-Autor und Senior Consultant E-Mobility bei P3. „Natürlich werden solche Abschätzungen mit Veröffentlichung bzw. Messungen von unserer Seite entsprechend nach oben oder unten korrigiert.“

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Für den ID.3 rechnet P3 im Ladefenster mit durchschnittlich 108 kW, was den MEB-Stromer hinter dem Taycan, Audi e-tron und Model 3 auf dem vierten Platz bei der Ladeleistung einsortiert – noch vor dem Model S. Da der ID.3 mit dem (geschätzten) Ecotest-Zuschlag immer noch das Auto mit dem niedrigsten Verbrauch der Auswertung ist, kann der VW in den angesetzten 20 Minuten Strom für 211 Kilometer nachladen.

Dass der Taycan noch vor dem ID.3 liegt, ist vor allem auf die hohe Ladeleistung seines 800-Volt-Bordsystems zurückzuführen, denn der Verbrauch des Elektro-Porsche ist von P3 als der höchste im Vergleich angesetzt. Von den laut Hersteller maximal möglichen 270 kW bleiben über das untersuchte Ladefenster von 20-80 Prozent SoC durchschnittlich 224 kW übrig – macht 216 Kilometer Reichweite in 20 Minuten. Trotz der mehr als doppelt so hohen Durchschnitts-Ladeleistung liegen die nachgeladenen Kilometer nur knapp über dem ID.3-Niveau.

Die maximale Ladeleistung sagt wenig aus

Die an einem Supercharger V3 möglichen 250 kW beim Tesla Model 3 liegen jedoch außerhalb des Fensters, zudem hat der Tesla laut P3 „über den Ladevorgang im gesamten Testfeld die schnellste Absenkung der Ladeleistung“. Somit reicht es „nur“ für durchschnittliche 128 kW, während der mit nominell 150 kW langsamere Audi e-tron quattro diesen Wert im Ladefenster sehr konstant halten kann und auf 149 kW im Schnitt kommt. Die Folge: Während der Tesla in den ersten zehn Minuten stolze 126 Kilometer nachladen kann, kommen in der zweiten Hälfte der angesetzten Ladedauer „nur“ noch 71 Kilometer hinzu. Da die Ladeleistung des Audi bis 70 Prozent SoC langsam ansteigt, lädt er in der zweiten Hälfte mit 88 Kilometer sogar etwas schneller als zu Beginn (85 Kilometer).

Gerade der Vergleich mit dem e-tron ist interessant, da hier die Auswirkungen der weiteren Faktoren wie Batteriegröße und Verbrauch besonders groß sind. Während das Model 3 selbst mit dem rechnerischen Zuschlag zu den effizientesten Autos im Vergleich gehört, kommt der Audi auf den zweithöchsten Verbrauch – und fällt so mit einem Indexwert von 0,58 trotz der besseren Durchschnitts-Ladeleistung wieder hinter den Tesla zurück. Mit seinem konstanten Ladeverhalten kann sich der Audi in der Auswertung jedoch knapp vor dem Tesla Model S und Model X halten, die beide auf 0,53 Indexpunkte kommen – trotz eines um rund 5 kWh niedrigeren Verbrauchs.

Ein ähnliches Bild zeigt sich auch etwas weiter unten: Der Mercedes-Benz EQC kommt mit 99 kW auf eine deutlich höhere Durchschnittsladeleistung als der Hyundai Kona mit 63 kW. Wegen der deutlich höheren Effizienz des koreanischen Elektroautos liegen sie im P3 Charging Index mit 0,42 (EQC) und 0,41 (Kona) aber nahezu gleichauf in ihrer Langstreckentauglichkeit.

Weitere Auswertungen sind geplant

Bei Vergleichen zwischen dem EQC und Kona sowie Model 3 und e-tron wird aber auch klar, dass es sich um Autos aus komplett unterschiedlichen Segmenten handelt. Hier kann sich P3 künftig eine weitere Differenzierung der eigenen Auswertung vorstellen. „Sofern mehr Fahrzeuge am Markt verfügbar sind, würde ich nicht ausschließen, dass man den Index auch segmentspezifisch anpassen könnte“, so Gehring. „Stand heute gibt es aber zu wenige Fahrzeuge, sodass bei dem Aspekt Langstrecke alle in einen Topf geschmissen werden dürfen (und auch sollten).“

Zudem habe man sich bei den aktuell ausgewerteten Fahrzeugen auf die Top-Varianten fokussiert, um eine Vergleichsbasis zu haben. Das Ziel wäre, sofern verfügbar auch andere Batterie- und Antriebsoptionen der Fahrzeuge in den Index auszunehmen – damit etwa ein Model-3-Interessent mithilfe der Auswertung abschätzen kann, ob die Standard Range Plus für seine Langstrecken-Bedarfe ausreicht oder doch der Griff zur reichweitenstärkeren (und schneller ladenden) Dual-Motor-Version besser wäre.

Fahrzeuge wie der BMW i3 fehlen in der Auswertung dagegen komplett, obwohl einige Nutzer auch solche „Stadt“-Elektroautos auf gelegentlichen längeren Fahrten nutzen. „Der P3 Charging Index ist in der ersten Version für alle Fahrzeuge entwickelt worden, die mit einem Anspruch der Langstreckentauglichkeit in den Markt gebracht worden sind“, erklärt Gehring. Dass ein Fahrzeug wie der i3 selbst mit der 42,2-kWh-Batterie in dem Index nicht gut abschneiden würde, liegt auf der Hand: Die festgesetzten 300 Kilometer sind hier gerade in der Norm, aber kaum bei Autobahn-Tempo zu erreichen. Für die Langstrecken-Auswertung habe man solche Fahrzeuge aus diesem Grund nicht berücksichtigt, so Gehring. Aber man könne und wolle andere Use Cases untersuchen und entsprechend bewerten. Hier können Sie den ersten P3 Charging Index als PDF herunterladen >>

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40 Kommentare zu “P3 Charging Index: Porsche Taycan derzeit bestes Langstrecken-Elektroauto

  1. StefanSausK

    Was soll dass denn?
    Eine deutsche Beraterfirma bewertet hier die Ladeleistung und 2 deutsche Autos, die noch nicht mal auf der Strasse unterwegs sind liegen vorn. Die zugrunde gelegten Daten sind Herstellerangaben…. Letztendlich ist die Ladekurve ja eine Einstellungssache und Tesla weiss da mit vielen 100 Millionen echten Kilometern bestimmt besser was sie machen als der Wettbewerb und die Batterien sollen ja schliesslich auch lange halten.
    Leider nicht seriös.

  2. Lukas v.B.

    20%-80% SoC ist in meinen Augen kein repräsentativer Vergleich. Warum sollte ich mich selbst auf 60% nutzbare Akkukapazität beschränken?

    Beispiel BMW i3 94Ah= 60% Akku hieße ich müsste alle etwa 120km laden. Das erreicht beinahe meine tägliche Pendelstrecke.
    Die Ladegeschwindigkeit ist dagegen mit etwa 45kW recht konstant zwischen 5 und 87%.
    Gerade kleine Akkus sind bei diesem Vergleichsmodell im Nachteil, selbst wenn die Fahrzeuge sehr effizient sind.

  3. Daniel B

    Ich weiss ja nicht, was P3 da gemessen hat, aber Björn Nyland hat schon vor einiger Zeit die Ladegeschwindigkeiten verschiedener Fahrzeuge verglichen. Und da lag das Tesla Model 3 immer deutlich vor dem Taycan:

    Zeitbedarf für 200 km nachladen:
    – Model 3: 8 Minuten
    – Taycan: 12 Minuten
    – e-tron: 20 Minuten

    Zeitbedarf für 250 km nachladen:
    – Model 3: 10 Minuten
    – Taycan: 16 Minuten
    – e-tron: 25 Minuten

    Zeitbedarf für 300 km nachladen:
    – Model 3: 14 Minuten
    – Taycan: 20 Minuten
    – e-tron: 33 Minuten

    Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=KBk2rQxJgKY

      • Ralf Pätzelt

        Nach dem Diagramm oben, hätte das Model 3 bei 100 % SOC die gleiche Reichweite wie der Porsche … Da wurde doch sicher n Model 3 Short Range + bewertet … noch dazu, wo die EPA gerade ne erschreckend geringe Reichweite für den teuersten Taycan ermittelt hat. Welcher Taycan wurde da eigentlich gewertet?

        • Daniel

          Die 201 Meilen EPA Reichweite gelten für den Taycan Turbo. Der Turbo S wird sicher niedriger liegen.

      • Hans Krantz

        Teslabjørn verwendete eine Mischung seiner eigenen Verbrauchszahlen und WLTP-Zahlen, um den Teslas gut aussehen zu lassen. (Niedriger als WLTP für den Teslas und höher für zB den E-Tron). Und er ging von 10% Ladezustand aus, was natürlich für die meisten Autos besser ist, aber bedeutet, dass Sie Ihre Reise sehr gut planen müssen – und für die meisten Eigentümer keinen echten Durchschnittswert darstellt.

        • Martin

          „its based on real world date“

          Er hat den Testverbrauch genommen und das ist das einzige was in der Praxis zählt, kein theoretischer WLTP Wert.

    • Nico

      Vorallem würde ich gerne sehen, wie man 300km Reale Reichweite im ETron oder Taycan Nachladen will, bei deren Verbrauch…..

    • Ewaldo

      Wann hat Björn Noland denn den Tayacan getestet?

    • Gunther Wiehl

      Thema p3 Test:

      Wenn das Model 3 zwischen 5% und 60% geladen wird dann schlägt das Model 3 den Taycan um Längen

      https://youtu.be/GEfmk0ZNfx8

      200km in 14min
      250km in 20min….

  4. Nico

    Sehr interessante Analyse und vor allem gibt diese deutlich mehr Aufschluss über die tatsächliche Ladegeschwindigkeit. Leider sind aber auch diese Werte nicht im Realbetrieb zu erreichen.
    Laut EPA hat der Taycan nur eine Reichweite von ca. 320km mit vollem Akku. Sprich bei einem Ladefenster von 60% kann man nicht mehr als 192km nachladen…..
    Und wir wissen alle, dass die EPA Werte realistischer sind als die WLTP Werte oder auch die ADAC Werte. Diese Werte scheinen auch durch eine Zauberformel berechnet zu warden, jedenfalls stimmen sie für das Model 3, Etron, I Pace und Model X bei weitem nicht mit den Verbrauchswerten von Nextmove überein.

  5. Hugh

    Was für ein Model 3 war das überhaupt? Es gibt 3 Versionen!

  6. HAF

    Unabhängig davon welche Varianten der jeweiligen Modelle berücksichtigt wurden – wie kann man bitte eine „Studie“ veröffentlichen, bei denen alltagserprobte Modelle (Tesla, Audi, Jaguar) gegen Vorserienfahrzeuge bzw. noch nicht verkäufliche Modelle verglichen werden (Taycan hat gerade so den Marktstart, ID3 lässt noch lange auf sich warten).
    Und welchen Wert hat der Vergleich, wenn ein +150.000€ Auto den Test knapp vor einem ca. 50.000€ M3 gewinnt. Da muss doch auch Kosten/Nutzen eine Rolle spielen. Nur um 100km später zu laden, gibt doch keiner 100.000€ mehr aus.
    Wer gewinnt nächstes Jahr? Ein Rivian mit 180kWh Akku und einer voraussichtlichen Reichweite von ca. 640km, bei dem bis jetzt nur der Startpreis feststeht…..
    Sieht sehr nach „Sponsored by Porsche“ aus diese „Studie“

  7. Nicklas

    „Der Wert von 300 Kilometern wurde gewählt, weil typische Langstreckenfahrer zumindest alle 250 bis 300 Kilometer ohnehin eine kurze Pause machen würden, so P3.“

    An sich der richtige Ansatz, so würde ich es auch bewerten.

    Allerdings zählt für eine Langstreckentauglichkeit ganz entscheidend die Effizienz des Fahrzeugs.
    Davon ausgehend, kann ich mir nicht vorstellen, dass ein Taycan mit etwa 330 km Reichweite (100 % SoC) in 20 Minuten 300 km nachladen kann. Und ein Model 3 LR RWD soll mit etwa 500 km (100% SoC) weniger langstreckentauglich sein? Irgendwas an diesem Index ist murks.

  8. Frederik

    Leider sind in dieser Studie einige Fehler und Ungereimtheiten drin:
    -Ladekurven:
    Taycan: Die Ladeleistung ist hoffnungslos zu groß, ein Durchschnitt von 224 kW bedeutet eine Ladezeit von 13:20 Minuten für 20-80% (hochgerechnet 16,5 Minuten von 5-80%, Porsches Angabe dafür ist 22,5 Minuten). Den tatsächlichen Verlauf kann man im Ladevideo von TFLnow sehen, den Bjørn Nyland auch für sein Video verwendet hat (u.a. die Begrenzung auf ~150 kW ab 40% bis 70%, dann abfallend, Link zu dem Video hier in den Kommentaren zu finden)
    Model 3: bei einem SoC von 20% sind noch 250 kW möglich, nicht nur 210. Das zieht sich bis zum Ende durch
    ID.3 (77kWh): knapp 26 Minuten 20-80% (Durchschnitt 108kW) halte ich für sehr optimistisch, vor allem aber die Form der Kurve, 75 kW bei 80% sind in dem Preissegment unrealistisch
    Model S/X: interessant, dass die Ladeleistung auf 120 kW begrenzt ist
    – Verbrauch:
    ID.3: WLTP 77/550=14 kWh/100km sieht so aus, als ob das passt, aber der Vergleich zu den anderen Modellen passt dann nicht, denn bspw:
    Model 3: WLTP 75/560=13,4 kWh/100km, angegeben sind aber ~16 kWh/100km, die wohl inklusive Ladeverlusten (AC) sind
    Die ADAC Ecotest Korrektur von 23% verbessert die Schlussfolgerungen im Vergleich kaum
    Model S/X: gleicher Verbrauch? What? Da sind offensichtliche Fehler drin
    Taycan: Wer weiß ob der Schätzwert stimmt (keine Wertung)
    Das Problem ist, dass die beiden Autos auf den Plätzen 1 und 2 neue Modelle sind, bei denen man eigene Annahmen treffen musste. Insgesamt sind das aber extrem optimistische bis unrealistisch gute Annahmen bei den beiden Modellen
    Die Begründung, warum die Ladung erst bei 20 Prozent startet, ist komisch, da der „ideale Ladebereich“ nicht erst 20-80% sondern eher 5-70% ist (nicht jeder will mit 5% am Lader ankommen, aber die Begründung zielte nicht darauf ab)

    • Fabian

      Ich glaube mit idealer Ladebereich ist eben das gemeint, was Wir als Nutzer für das gute Gefühl halten. Und da finde ich 20% schon gut, weil eben genau ich nicht bis auf die 5% runter Fahren möchte. Und daher finde ich die Ladestärke ab diesen Punkten zu beurteilen gar nicht so verkehrt aus der Nutzersicht und wie ich Laden möchte/tue…

      • Roman Maier

        Keiner fährt auf Langstrecke zur Tankstelle, wenn der Tank noch fast 1/4 voll ist, warum sollte man das nun mit einem BEV machen?

        • Roman Maier

          Als BEV Nutzer fährt man eher dann laden wenn es optimal ist, bei den meisten Fahrzeugen als bei ~7%

        • Rolf Reinhart

          Weil Du nie wissen kannst, ob die nächste Tankstelle funktionieren wird…

      • Martin

        Fabian, 20% sind sehr relativ. Ein Model 3 LR mit 5% im Akku kommt immer noch ca. gleich weit wie mein Kia Soul 27kWh bei 20%.

    • Philipp

      sehr gut rechercherchierte Antwort, da sind ja echt massive Verzerrungen drin! Und das man erst bei 20% startet war vermutlich wirklich um das Model3 noch weiter auszubremsen, da sonst selbst mit den ganzen anderen Schummeleien der Porsche nicht hätte gewinnen können.

      Was mich aber Interessiert und viel zu wenig diskutiert wird: Warum ist denn der Porsche so irre schlecht beim Verbrauch. Das der ETron im Vergleich zu den Teslas so schlecht ist, kann man leicht der Aerodynamik anlasten. Aber was zur Hölle ist denn da bei Porsche passiert?!?

    • C Getto

      Sponsered by VW-Konzern!
      Der verbrauchsgünstigste und marktgängige Hyundai Ioniq E wird gar nicht erst erwähnt – könnte ja vielleicht falsche Bedürfnisse wecken?

  9. Thomas Wagner

    Wir wissen es doch schon lange:
    die deutschen Auto-Hersteller sind immer die Besten 😉
    Beim Verbrenner war das schon so,
    beim Gebrauch von betrügerischer Software war das schon so und bei den Elektroautos ist das natürlich aus so !
    Ob diese Fahrzeuge überhaupt schon lieferbar sind,
    spielt dabei selbstverständlich keine Rolle 🙁

    • Christoph Breuer

      .. und was auch keine rolle zu spielen scheint ist, wieviele ladestationen denn wo verfügbar sind, die in der lage sind, den taycan mit der technisch möglichen max. leistung zu laden …

    • Martin

      Gut zusammengefasst, Herr Wagner!

  10. Beratungsresistent

    Mit der Studie hat sich P3 wohl selbst das größte Ei gelegt.

    Ist bekannt ob die Studie von jemandem finanziert wurde?

  11. Jürgen

    Den Index würde ich gerne mal in der Parxis getestet sehen. Ich hoffe es wird 2020 wieder einen E-Cannonball geben bei dem Tycan und ID3 sich mal mit dem Wettbewerb auf einer Langstrecke messen können. Bisheriger SIeger immer Tesla Mod 3.
    Ich denke der Index scheitert an der nicht vorhandenen 250KW LAdeinfrastruktur im Vergleich zur vorhandenen eigenen 150KW Infrastruktur von Tesla.

  12. Christoph Breuer

    leider blendet die studie das tatsächliche vorhandensein einer derart leistungsfähigen infrastruktur aus. da ist tesla allen anderen wohl weit voraus. an den weit verbreitete 50 kW ladern, die nicht-tesla fahrern in der realität zur verfügung stehen, sieht porsche und audi jedenfalls alt aus. hoher verbrauch trifft dann nämlich auf vergleichsweise niedirige ladeleistung, weil die infrastruktur nicht mehr hergibt.

  13. Jens D.

    Der Vergleich wäre dann sinnvoll, wenn man für jedes Model im Vergleich den optimalen Ladebereich genommen hätte und auf dessen Grundlage eine Aussage über die Langstreckenleistung trifft. Die Ladekurven der Autos in der Grafik oben zeigen es schon deutlich: Ein Model 3 fährt man besser mit 5% an den Charger und verlässt diesen bei 70%.
    Hier einen künstlichen Vergleich herbeizuführen, der bei 20% bis 80% liegt ist unsinnig.

  14. Jörn N.

    Ich liebe Indizes. Sie setzen absolute Informationen in sinnvolle Verhältnisse und gewähren eine Einordnung. Es erschließt sich mir daher überhaupt nicht der Nutzen eines Indizes der ALLE Fahrzeugklassen mit ihren unterschiedlichen Nutzungsanforderungen und Preiskategorien in einen Topf wirft, um eine vermeintliche Nutzer- oder Alltagsfreundlichkeit zu vermitteln. Liebe P3: Das geht besser! Gut gedacht, aber leider nicht gut gemacht.

  15. Sternpate

    Wieder ein Bericht, der für die deutsche Autoindustrie hingebogen wurde.
    Es mag sein, dass Stammtischbrüder die Angaben hier glauben. Ich bin jedoch ganz sicher: es wird der Tag kommen an dem ein Model S und ein porsche taycan von Hamburg nach München fahren. Und dann werden wir sehen was Sache ist…
    Ich würde wetten, dass Tesla gewinnt.
    Der neue Vergleich aus USA mit real Verbräuchen spricht eine deutliche Sprache.

  16. Thoralf Will

    Die Studie hat sachliche, harte Fehler.
    Diese werden im Artikel unreflektiert wiedergegeben.

    Dass man bei fehlenden Werten schätzen muss, finde ich übrigens durchaus akzeptabel und gar nicht kritikwürdig.
    Aber es sollte klar hergeleitet werden, warum die Werte so geschätzt wurden.
    Und auch das fehlt.

    Kein guter Artikel.

  17. Rene

    Das ist ja ein Witz! Diese Woche gerade wurden die EPA Werte des Tycan veröffentlicht; eine absolute Pleite:
    https://electrek.co/2019/12/11/porsche-taycan-turbo-201-mile-epa-range/
    201 Meilen gegen 348 Meilen beim Tesla S. Dies wegen seines massiv höheren Verbrauchs (49 KWh gegenüber 32 KWh pro 100 Meilen). M.a.W. mit dem Porsche fährt man von Ladestation zu Ladestation, so es denn eine hat!?! Und die tolle Ladeleistung wollen wir dann einmal in der Praxis sehen, nicht im Prospekt.

    • Rolf Reinhart

      In der Praxis ist es derzeit so, dass keine Ladesäule die theoretische Ladeleistung des Taycan liefern kann. Es geht immer nur relativ kurz auf ca. 238 kw und fällt dann auf 180 und über 50 % auf max. 100 bis 130 ab.
      Der Wagen kann vermutlich mehr, aber den Säulen wird es wohl zu warm.

  18. Matthias

    Den ADAC-Verbrauchswerten glaube ich schon lange gar nicht mehr. Die rechnen zb für das Model S mit horrendem Verbrauch den ich im Alltag noch nie gesehen habe. Ebenfalls konnte noch nie jemand nachvollziehen, wie die Bedingungen gewählt wurden im Test wo der e-tron weniger verbrauchte als ein Model X.

  19. Werner

    Ein Model S hat eine Normreichweite von 600km, müsste also gar nicht nachladen.
    Und wenn der Taycan nicht eine der seltenen Ionity Ladesäulen trifft, fährt dem noch ein Zoe um die Ohren.

  20. Jo-S

    Mich hat die Vorgehensweise und das Ergebnis von P3 auch sehr gewundert, daher hab ich mal selbst nachgerechnet – mit realen Ladekurven von Model 3 und Taycan – oh wunder sieht das ganze damit komplett anders aus – vor allem auch wenn man die sinnlose Begrenzung des Ladebereichs von 20-80% SoC anpasst.
    Hier meine Analyse: https://1komma5.de/porsche-taycan-vs-tesla-model-3-p3-index/

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13.12.2019 06:43