CAM: Chinesische Hersteller holen bei eMobility-Innovationen auf

Chinesische Autohersteller dominieren die globale Elektromobilität auch in punkto Innovation immer stärker, wie aus einem aktuellen Ranking des Center of Automotive Management (CAM) hervorgeht. In den Top-6 der innovativsten Elektroauto-Konzerne befinden sich mit Geely, BYD und SAIC drei Unternehmen aus China.

Bild: Zeekr

Tesla bleibt der weltweit innovationsstärkste Autohersteller im Bereich der Batterie-elektrischen Mobilität vor dem Volkswagen-Konzern, so das CAM. Es folgen aber mit Geely und BYD direkt zwei Vertreter aus China. Die SAIC-Gruppe liegt auf Rang 6, erreicht aber in der Studie den zweitgrößten Zuwachs bei der Innovationsstärke.

Für die Auswertung hat das CAM-Team insgesamt 512 Innovationen in Serien-Elektroautos des Jahres 2023 einzeln bewertet. Und von diesen 512 Innovationen stammen 45 Prozent von chinesischen Herstellern, die deutschen OEM kommen nur auf 20 Prozent der globalen Innovationsstärke. Die stärksten Zuwächse erzielen der Geely Konzern (+51,8 Index-Punkte (IP)) gefolgt von SAIC (+35,4 IP), der VW Group (+33,5 IP), BMW (31,3, IP) sowie BYD (25,2 IP) und Tesla (25,2 IP).

Im Gesamtranking aller summierten Innovationen seit 2012 liegt hingegen Tesla mit 214 IP weiter vorne – das CAM betont aber, dass die Wettbewerber den Abstand zum Top-Innovator verkürzen konnten. VW liegt mit 199 IP knapp unter der Schwelle als „Top-Innovator“ und wird daher als erster „Fast Follower“ bezeichnet. Es folgen wie erwählt Geely und BYD mit 156 bzw. 139 IP. Rang 5 geht wie im Vorjahr an den Hyundai-Konzern mit 120 IP. Mit 104 Indexpunkten kommt SAIC ebenfalls noch auf ein dreistelliges Ergebnis.

PlatzierungHerstellerTotalPerformance 2023Klassifikation
1Tesla214,0+25,2Top Innovator
2VW Group199,0+33,5Fast Follower
3Geely155,8+51,8Fast Follower
4BYD138,8+25,2Fast Follower
5Hyundai120,3+24,0Follower
6SAIC104,1+35,4Follower
7MB Group86,7+8,1Follower
8BMW80,0+31,3Follower
9Stellantis78,5+21,0Follower
10GM74,5+11,9Follower
11Renault62,9+6,9Follower
12BAIC47,7+7,1Follower
13Rivian39,3+11,0Newcomer
14Ford37,2+8,2Laggard
15Xpeng32,0+16,9Newcomer
16Tata28,4+6,5Laggard
17GAC28,3+21,1Laggard
18Lucid26,4+5,2Newcomer
19Toyota25,6+8,8Laggard
20GWM24,7+2,9Laggard
21Nissan21,0+3,5Laggard
22Nio19,7+5,6Newcomer
23Mazda95,+0,0Laggard
24Honda8,0+0,0Laggard
25Aiways7,3+0,0Newcomer

Die Mercedes-Benz Group fällt hingegen mit 87 Indexpunkten auf Rang 7 zurück, bleibt aber vor BMW (80 IP) und Stellantis (79 IP). Der US-Konzern General Motors fällt mit 75 IP auf Rang 10 zurück. „Nachzügler der Elektromobilität bleiben die japanischen Hersteller Toyota und Nissan, die nur auf den Plätzen 19 und 21 rangieren“, so das CAM.

Stärkster „Newcomer“ ist wie im Vorjahr Rivian, das auf 39,3 IP kommt. 2023 kamen hier zwar nur 11 IP hinzu, dennoch konnte Rivian den früheren Anteilseigner Ford von Platz 13 verdrängen – Ford wird vom CAM als erster „Laggard“, also Nachzügler, bezeichnet. Direkt hinter Ford liegt auf Platz 15 mit Xpeng der nächste Newcomer, der sich mit einem Zuwachs von 16,9 IP von Platz 22 deutlich nach vorne schiebt. Auch GAC holt mit 21,1 IP alleine in 2023 deutlich auf und liegt im Ranging auf Rang 17 – vor Unternehmen wie Toyota, Great Wall und Nissan. Erwähnenswert ist noch die Performance von Nio, das sich selbst als innovatives Unternehmen sieht, im CAM-Ranking der Innovationsstärke aber sogar um einen Rang auf die 22. Position zurückfällt.

Die starken Zuwächse bei Geely begründet das CAM unter anderem mit den Modellen Zeekr 009 und Lotus Eletre – auch wenn die bewertete Innovation zum Teil von Zulieferern stammt. „Der Zeekr 009 ist das weltweit erste Fahrzeug, das mit der neuen Qilin 3.0 Batterie von CATL ausgestattet ist, die dem Van eine Reichweite von bis zu 822 km (CLTC) verleiht“, so das CAM. Auch bei BYD geht es um Batterie-Innovationen, aber hier um hauseigene Entwicklungen – etwa die Cell-to-Body-Technologie, aber auch Modelle wie der Denza D9. „Gleichzeitig wurden Neuerungen bei weiteren Modellen wie dem Yuan Plus, Tang EV und dem Han EV festgestellt“, heißt es in der Mitteilung.

Bei den deutschen Konzernen wurde im Falle von VW zum Beispiel die Premiere des ID.7 positiv gewertet, da er unter anderem „mit 14,1 kWh/100km den niedrigsten Verbrauch im Segment erzielt“.

„Es zeigt sich, dass die innovationsstarken Automobilhersteller im Bereich Batterie-elektrischer Fahrzeuge derzeit auch zu den Marktführern der E-Mobilität zählen. Neben der Innovationskraft, z.B. in Form von hohen Ladeleistungen, Reichweiten oder geringen Verbräuchen, spielt jedoch auch ein niedriger Anschaffungspreis für den künftigen Markterfolg eine zentrale Rolle“, sagt Studienleiter Stefan Bratzel. „Einige chinesische Hersteller punkten derzeit bei beiden Erfolgsfaktoren. Für die Wettbewerber ergibt sich daraus eine doppelte Herausforderung: Sie müssen mindestens so viel innovativer sein, wie sie teurer sind. Und wenn Sie nicht innovativer sind, können Sie auch nicht teurer sein. Zu einer zentrale Erfolgsbedingung für den weiteren Markthochlauf entwickelt sich die Kostenführerschaft entlang der elektromobilen Wertschöpfungskette.“

Quelle: Info per E-Mail

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