
ACEA: Pkw-Bestand in der EU 2024 zu 2,3 Prozent elektrisch
Der Branchenverband ACEA hat eine neue Ausgabe seines Reports „Vehicles on European Roads“ publik gemacht, der sich auf das Jahr 2024 bezieht. Bei der Bestandsaufnahme hinkt der Verband immer etwas her, da die Daten immer erst zeitversetzt greif- und analysierbar sind. Eine Haupterkenntnis des Berichts ist, dass 2024 im Bestand insgesamt 2,3 Prozent der Pkw in der EU vollelektrisch (sogenannte BEVs) waren. Außerdem 1,3 Prozent aller Transporter, 0,3 Prozent aller Lkw und 3,2 Prozent aller Busse.
Zum Vergleich: Ein Jahr zuvor hatte der ACEA im analogen Report für 2023 noch einen E-Anteil von 1,8 Prozent bei den Pkw, 1,1 Prozent bei den Transportern, 0,1 Prozent bei den Lkw und 2,5 Prozent bei den Busse festgestellt. Die Zahlen bewegen sich also nach oben – aber nur langsam. Kein Wunder bei den langen Fahrzeug-Lebenszyklen und bei zwar rückläufigen, aber immer noch hohen Zulassungszahlen für Diesel und Benziner.
Pkw sind nur noch zur Hälfte Benziner
Weiten wir den Blick auf alle Pkw-Antriebsarten, waren 2024 in der EU zu 49,2 Prozent Benziner zugelassen, außerdem zu 28,4 Prozent Diesel, zu 2,3 Prozent BEVs, zu 1,4 Prozent Plug-in-Hybride (PHEV), zu 5 Prozent Hybride, zu 2,7 Prozent Pkw mit Flüssiggas (LPG). Weitere Antriebsarten blieben unterhalb der 1%-Marke. Innerhalb der Europäischen Union gibt es beim Antriebsmix im Bestand natürlich große Unterschiede. Deutschland kommt als großer Pkw-Markt etwa auf 61 Prozent Benziner-Anteil und 3,3 Prozent BEVs. Vor allem skandinavische Länder kommen derweil bereits auf einen höheren E-Anteil im Bestand, etwa Dänemark (12,1%) und Schweden (7,2%). Ebenfalls überdurchschnittlich präsentiert sich der E-Anteil in den Niederlanden (6,1%) und Belgien (5,1%). Außerhalb der EU ragt natürlich Norwegen als langjähriges Elektro-Vorzeigeland mit einem BEV-Anteil am Bestand von 28 Prozent heraus. Und auch Island (12,1%) kann sich sehen lassen.
Transporter weiter Diesel-dominiert
Bei den in der EU zugelassenen Transportern sind zu 90 Prozent Diesel unterwegs und zu 5,9 Prozent Benziner. Danach folgen die genannten 1,3 Prozent BEVs – vor Lieferwagen mit Flüssiggas mit 0,9 Prozent. Die weiteren Antriebsarten sind vernachlässigbar. In Deutschland waren 2024 immerhin 2,5 Prozent aller Transporter vollelektrisch, in den Niederlanden bereits 3,1 und Schweden 4,6 Prozent. Außerhalb der EU fällt wieder Norwegen mit einem Anteil von 6,8 Prozent auf.
Blicken wir auf den Lkw-Bestand: Mit 96,3 Prozent bleibt Diesel in diesem Segment das Maß aller Dinge. Lkw mit Erdgas kommen auf 0,8 Prozent Anteil, Benziner auf 0,5 Prozent und Elektro-Lkw auf 0,3 Prozent. Fast zwei Prozent deklariert der ACEA als „unbekannt“, diese Trucks lassen sich also nicht zuordnen. Zoomen wir auf Deutschland, so lag der E-Anteil 2024 bei 0,7 Prozent – gleichauf mit Erdgas-Lkw. Schon relativ gesehen mehr E-Lkw im Bestand können Dänemark (2%), die Niederlande (1,2%) und Schweden (1,1%) aufweisen. Ebenso die Nicht-EU-Länder Norwegen (2,1%) und Schweiz (1,9%).
E-Busse im Kommen
Im Bus-Bereich wurden EU-weit im Jahr 2024 noch immer zu 89 Prozent Diesel eingesetzt. Elektrobusse kamen auf einen Anteil von 3,1 Prozent, Erdgas-Busse auf 4,5 Prozent und Hybrid-Busse (ohne PHEV) auf 2,6 Prozent. Deutschland liegt mit einem E-Anteil von 3,2 Prozent im Schnitt der EU, hatte 2024 jedoch mehr Hybride (6,9%) und weniger Erdgas-Fahrzeuge (1%) auf den Straßen. Anteilig wesentlich präsenter sind E-Busse dagegen bereits in den Niederlanden (21,4%), Dänemark (15,7%) und Schweden (10,2%). Als zugegeben sehr kleiner Markt kam zudem Luxemburg 2024 auf einen E-Anteil im Bestand von 23,3 Prozent. Außerhalb der EU sind die E-Anteile von Norwegen (11,7%) und der Schweiz (8,2%) stark. Auffällig: Großbritannien mit seinen sehr starken BEV-Neuzulassungen der vergangenen Jahre kam 2024 noch nicht über einen BEV-Anteil von 4,1 Prozent im Bestand hinaus. Die Erklärung: Das Land hält seine (Diesel-)Busse lange am Laufen. Das durchschnittliche Bus-Alter in Großbritannien beträgt laut ACEA 15,9 Jahre – im EU-Durchschnitt sind es 12,2 Jahre.
Daran zeigt sich: Der „Vehicles on European Roads“ vom ACEA analysiert nicht nur den Antriebsmix im Bestand, sondern auch das Fahrzeugalter in den europäischen Nationen, die jeweilige Fahrzeugdichte (Fahrzeug pro 1.000 Einwohner),die Anzahl von Fahrzeugen pro Haushalt und die durchschnittlich 2024 zurückgelegte Strecke. Die interessantesten Ergebnisse hier im Überblick:
- 2024 waren 256 Millionen Autos auf den Straßen der EU unterwegs, was einem Anstieg von 1,4 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.
- Der Anteil von Stecker-Autos (BEV und PHEV) am EU-Pkw-Bestand stieg von 3 auf 3,7 % im Jahr 2024.
- Auf den Straßen der EU sind 31,1 Millionen Transporter unterwegs, was einem Anstieg von 1,9 % entspricht. Die Hälfte aller Transporter sind in drei Länder konzentriert: Frankreich (6,5 Millionen), Italien (4,6 Millionen) und Spanien (4,2 Millionen).
- Auf den Straßen der EU sind 6,2 Millionen Lkw unterwegs, was einem Anstieg von 0,9 % entspricht. Fast die Hälfte aller Lkw sind in drei Ländern zugelassen: Deutschland (969.920), Italien (988.165) und Polen (841.545).
- Derzeit sind etwa 700.000 Busse auf den Straßen der EU unterwegs, was einem Anstieg von 1,8 % entspricht. Mehr als die Hälfte aller Busse sind in Italien (101.303), Frankreich (94.542), Deutschland (85.559) und Polen (80.564) registriert.
- In der EU wurden 2024 durchschnittlich 570 Pkw und 85 Nutzfahrzeuge und Busse pro 1.000 Einwohner gezählt. Italien hat die höchste Anzahl an Autos pro 1.000 Einwohner (701 pro 1.000 Einwohner), Lettland die niedrigste (418 pro 1.000 Einwohner).
- Pkw in der EU waren durchschnittlich 12,7 Jahre alt. Griechenland hatte den ältesten Pkw-Bestand (17,8 Jahre), Luxemburg den jüngsten (8,2 Jahre).
- Das Durchschnittsalter von Transportern in der EU betrug 12,9 Jahre. Unter den größten Märkten der EU hatte Italien den ältesten Transporterbestand (15 Jahre), dicht gefolgt von Spanien (14,7 Jahre) und Frankreich (11,2 Jahre).
- Lkw waren in der EU durchschnittlich 14 Jahre alt. Griechenland hatte den ältesten Lkw-Bestand (22,9 Jahre), Österreich (7,4 Jahre) und Luxemburg (7,7 Jahre) den jüngsten.
- Das Durchschnittsalter der in der EU eingesetzten Busse betrug 12,2 Jahre. Rumänische Busse waren die ältesten in der Region (17,8 Jahre), dicht gefolgt von Griechenland (17,2 Jahre). Nur sechs Länder der EU hatten eine Busflotte, die jünger als 10 Jahre war.
- In Dänemark besaßen fast 40 % der Haushalte kein Auto, während 31 % der französischen Haushalte zwei Pkw besaßen. Die durchschnittliche jährlich zurückgelegte Strecke in den untersuchten Ländern betrug 12.349 Kilometer.




0 Kommentare