Studie zu E-Flotten: Europas Firmen lassen sich zunehmend auf Elektroautos ein

Elektrische Unternehmensflotten sind vielen Ländern Europas das neue Normal. Das geht aus einer neuen Studie von DKV Mobility hervor. Konkret plant mehr als die Hälfte der befragten Betriebe, binnen zwei Jahren weitere vollelektrische Fahrzeuge anzuschaffen. Deutschland sticht vor allem mit einer Eigenheit bei der betrieblichen Ladeinfrastruktur heraus.

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Bild: E.ON / Malte Braun

Die 15-seitige Analyse der DKV Mobility schlägt einen Bogen von der geplanten Flotten-Beschaffungen über die Ladeinfrastruktur-Ausstattung bis zu den Hemnissen, die einer weiteren Integration betrieblicher Elektroautos entgegenstehen. Für die Marktforschungsstudie wurden dazu 1.732 Flottenverantwortliche interviewt. Herausgekommen ist dabei ein Report mit dem Titel „Elektromobilität in Unternehmen: Wo steht Europa – und was bremst die Expansion?“, der interessante Einblicke in acht EU-Märkte gewährt, darunter auch Deutschland.

„Unser Report zeigt, dass die Elektrifizierung von Unternehmen in Europa deutlich an Dynamik gewinnt. Gleichzeitig wird klar, dass der Umbau der Flotten für viele Unternehmen eine komplexe strategische Aufgabe bleibt“, äußert Sven Mehringer, Managing Director bei DKV Mobility und verantwortlich für die Bereiche Energy & Vehicle Services. Konkret bildet die Analyse die Märkte in Deutschland, Italien, Frankreich, Niederlande, Spanien, Polen, Tschechien und Rumänien ab. Die Befragung führte das von DKV Mobility beauftragte Marktforschungsinstitut Innofact AG im November 2025 durch.

Zu den Haupterkenntnissen: Trotz sukzessive mehr Elektroautos in den Firmenflotten dominieren klassische Antriebe weiterhin die europäischen Unternehmensflotten. „Diesel ist nach wie vor die häufigste Antriebsart, gefolgt von Benzin“, so die Studienmacher. Elektrifizierte Antriebe, wie Batterie-elektrische Fahrzeuge oder Plug-in-Hybride, gewinnen jedoch zunehmend an Bedeutung.

Besonders deutlich zeigt sich der Wandel in Ländern wie den Niederlanden, die im europäischen Vergleich bereits einen überdurchschnittlich hohen Anteil rein elektrischer Fahrzeuge in Unternehmensflotten aufweisen. Konkret sind bei den befragten niederländischen Firmen 31 Prozent Benziner, 23 Prozent Diesel, 21 Prozent Elektroautos und 16 Prozent Plug-in-Hybride. Deutschland bewegt sich im oberen, europäischen Mittelfeld mit 36 Prozent Diesel, 32 Prozent Benziner, 16 Prozent Elektroautos und neun Prozent Plug-in-Hybriden.

Im europäischen Vergleich zeigen sich jedoch deutliche Unterschiede bei der Geschwindigkeit der Elektrifizierung. Die weiteren untersuchten Nationen warten mit einem Elektroauto-Anteil zwischen 6 und 15 Prozent auf. Vor allem Unternehmen in mehreren mittel- und osteuropäischen Ländern setzen weiterhin stärker auf klassische Antriebe und hybride Übergangslösungen.

Jedoch zeigt sich: Wer E-Fahrzeuge hat, investiert dann auch überwiegend in eigene betriebliche Ladelösungen. Bereits heute verfügen rund neun von zehn Unternehmen mit Elektrofahrzeugen über Ladeinfrastruktur auf dem eigenen Firmengelände. „Eine deutliche Mehrheit plant zudem, diese Infrastruktur in den kommenden zwei Jahren weiter auszubauen“, teilen die Analysten mit. Auffällig beim Bestand: Die Mehrheit der Firmen mit Ladelösungen haben eher Schnelllader als Normallader auf ihrem Areal. Nur in Deutschland verhält es sich andersherum: Hierzulande sind überwiegend Wallboxen verbaut. Einig sind sich wiederum grenzüberschreitend viele Befragten, dass die öffentliche Schnellladeinfrastruktur weiterhin als ausbaufähig bewertet wird.

Apropos: Als wichtigste Hindernisse für die weitere Elektrifizierung nennen Unternehmen vor allem hohe Anschaffungskosten, steigende Strompreise sowie die als begrenzt wahrgenommene Reichweiten von Elektrofahrzeugen. Hinzu kommt aus Sicht vieler Befragter besagte noch unzureichend ausgebaute öffentliche Ladeinfrastruktur. In Deutschland spielt der wirtschaftliche Aspekt eine besonders große Rolle. „Viele Unternehmen nennen steigende Energiepreise und hohe Anschaffungskosten für Elektrofahrzeuge als zentrale Faktoren, die das Tempo der Transformation beeinflussen“, schreiben die Studienmacher. Gleichzeitig planen deutsche Unternehmen überdurchschnittlich häufig Investitionen in eigene Ladeinfrastruktur, um den Betrieb elektrischer Flotten langfristig planbarer zu machen.

Die Studie macht grundsätzlich deutlich, dass die Transformation der Unternehmensmobilität von mehreren strukturellen Faktoren geprägt wird. Drei Themen stehen laut DKV Mobility dabei im Mittelpunkt für das Fuhrparkmanagement: steigender Kostendruck, wachsende Nachhaltigkeitsanforderungen und die Elektrifizierung der Flotten. Besonders größere Unternehmen und der Transportsektor sehen sich mit diesen Anforderungen konfrontiert, weshalb diese Bereiche bei der Elektrifizierung auch vorangehen. Kleinere Unternehmen und andere Branchen agieren dagegen noch vorsichtiger.

Grundsätzlich gilt jedoch: Die Offenheit gegenüber Elektroautos wächst. Das lässt sich daran ablesen, dass rund 56 Prozent der befragten Unternehmen angeben, binnen zwei Jahren mehr vollelektrische Fahrzeuge anschaffen zu wollen, während nur ein kleiner Anteil mit einem Rückgang rechnet. Auch Plug-in-Hybride bleiben für viele Unternehmen ein wichtiger Bestandteil der Flottenstrategie. Klassische Verbrenner hingegen verlieren perspektivisch an Gewicht.

In Deutschland geben 53 Prozent der Unternehmen an, in den kommenden zwei Jahren neue E-Autos anzuschaffen. Interessanterweise sticht Rumänien mit 74 Prozent willigen Unternehmen bei dieser Frage hervor. Wie erwähnt, spielt die Unternehmensgröße bei diesem Punkt eine wichtige Rolle: Große Unternehmen
investieren stärker in Elektromobilität als kleinere. So sagen über alle in die Studie einbezogenen Länder hinweg auch zwei Drittel der großen Firmen, binnen zwei Jahren mehr E-Autos integrieren zu wollen.

„Viele Unternehmen haben sich klar auf die Elektrifizierung ihrer Flotten festgelegt. Entscheidend wird nun sein, ob die Rahmenbedingungen wie die Kostenentwicklung, Energiepreise und Infrastruktur mit dieser Dynamik Schritt halten“, sagt Mehringer.

dkv-mobility.com, dkv-mobility.com (Studie als PDF)

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