18.03.2020 - 22:02

Elektromobilität: Deutschland, wo bleibst Du?

Die Corona-Krise entlarvt strategische Fehler. Ein Lagebericht von Christoph M. Schwarzer

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Mit dem herausragenden Porsche Taycan haben deutsche Ingenieure ihr ganzes Können gezeigt. Er beweist, dass fortgesetztes Nichthandeln das größte Risiko für die heimischen Marken ist. Zugleich ist es ein allgemeines Armutszeugnis, dass noch immer veraltete Konstruktionen zu den Elektro-Topsellern gehören.

* * *

Wow, was für ein Elektroauto: Der Taycan ist ein Porsche durch und durch. Filigraner gezeichnet als der barocke Panamera und höchstwertig verarbeitet. Präzise, perfekt und dynamisch. Der Taycan ist nicht nur auf dem Drag Strip, sondern auch in Kurven sauschnell. Es ist fast absurd, wie er mit Hinterradlenkung und aktivem Wankausgleich um die Ecke geht.

Und wenn die Ladeleistungsanzeige an der Gleichstromsäule bei 250 Kilowatt (kW) weiterhin steigt, wird klar: Widerstand zwecklos. Das Teil ist geil. Der Preis – ab 105.607 Euro, beim Testwagen Taycan Turbo von electrive.net inklusive etlicher Optionen 175.483,80 Euro – wird den Kaufwunsch wie immer bei Porsche nicht einschränken.

  • Ladekurve des Porsche Taycan
  • Ladekurve des Audi e-tron quattro
  • Das Thermomanagement des Porsche Taycan.
  • Der elektrische Antriebsstrang des Audi e-tron S Sportback.

Der Taycan ist ein herausragendes Elektroauto und ein Beweis für das Können deutscher Ingenieure. Er ist Mahnung und Ansporn zugleich: Entweder, die heimische Autoindustrie bringt zeitnah weitere Modelle auf diesem Niveau. Oder sie wird weltweit Marktanteile an alle verlieren, die handeln. Wer einmal zu Tesla geht, kommt so schnell nicht zurück. Teslas Trumpf ist und bleibt die Alleinstellung in vielen Segmenten. Es gibt zum Beispiel schlicht keine Alternative zum Model 3. Es stellt sich also die Frage: Deutschland, wo bleibst Du, wo sind Deine Spitzen-Elektroautos?

Volkswagen in Bedrängnis

Die größte Sorge in dieser Hinsicht bereitet zurzeit Volkswagen. Es fällt auf, dass die Zahl der Neuzulassungen bei e-Up und e-Golf seit Jahresbeginn besonders hoch ist, und die Nachlässe auf die Listenpreise sind es ebenfalls. Volkswagen braucht diese Batterie-elektrischen Autos, weil sie 2020 als Doppel-Null in die CO2-Flottenbilanz eingehen: So genannte Supercredits sorgen für eine zweifache Anrechnung.

Eigentlich, so sollte man annehmen, könnte der ID.3 ab Spätsommer diese Aufgabe übernehmen. Allen Dementis zum Trotz aber wächst der Zweifel. Vielleicht sind die Softwareprobleme doch größer als kommuniziert. Und überhaupt: Falls der europäische Markt einbricht – wie viele ID.3 werden noch gebraucht, um die CO2-Durchschnittswerte auszugleichen? Wahrscheinlich ein paar weniger. Der Verkaufsstart des ID.3 ist auch eine Glaubwürdigkeitsprüfung. Zuletzt erreichten uns Signale, dass der e-Golf noch bis Anfang November produziert werden soll. Das wirkt nicht vertrauensbildend.

  • volkswagen-id3-iaa-2019-daniel-boennighausen-02-min
    Der VW ID.3 soll den Auftakt einer ganzen ID.-Familie sein.
  • hamburg-ladestation-charging-station-daniel-boennighausen-02-volkswagen-e-golf
    Und soll eigentlich den VW e-Golf ersetzen.
  • volkswagen-e-up-iaa-2019-daniel-boennighausen-min
    Bislang gibt es nur eine Ankündigung für einen Nachfolger des VW e-Up.

Der Wolfsburger Konzern befindet sich in am Beginn einer schweren Krise. Offenbar gelingt der Produktionshochlauf des Golf 8 nicht so wie gewünscht. Nur 8.392 Exemplare wurden 2019 gebaut. Er ist das meistverkaufte Auto Europas, aber irgendetwas stimmt nicht. Betriebsratschef Bernd Osterloh benennt „übereifrige Vorstände, die zu viel Technik in ein Auto stopfen“ wollten und „damit gescheitert“ sind als Schuldige. Eine scheinbare Bestätigung für die These, dass es mit den Bits und Bytes nicht läuft in Deutschland.

Toyota stapelt tief

Beim Golf 8 hakt es, der Produktionsanlauf des ID.3 wird misstrauisch betrachtet, und die größte Katastrophe ist China, wo der Markt im Februar um 75 Prozent eingebrochen ist – hier setzt der Volkswagen-Konzern 40 Prozent der Gesamtproduktion ab. Die massivste Bedrohung nach der Ablösung des Käfers durch den Golf und der Übernahme durch Ferdinand Piëch 1993 ist da.

Heraus geht es nur mit dem entschlossenen Weg in die Zukunft, und der trägt die Kürzel ID.3 und ID.4. Aber selbst eine Preisliste oder den Konfigurator zum Ausleben der Fantasie gibt es nicht. Der Volkswagen-Konzern ist öffentlich in der Offensive, wenn es ums Batterie-elektrische Auto geht: 1,5 Millionen Exemplare im Jahr 2025 sind das Ziel. Das entspricht jedoch nur rund 15 Prozent Anteil nach heutigen Absatzzahlen. Und vergleicht man das mit Toyota, jenem japanischen Riesen, der angeblich gar nichts vom BEV hält, relativiert sich der Ehrgeiz von Volkswagen: Bei ungefähr gleichen Gesamtverkäufen plant Toyota mit gut einer Million für 2025.

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Mennekes

BMW und Mercedes lassen auf sich warten

Dass es bei Tesla eklatante Schwächen beim Service und Beschwerden über schwankende Qualität gibt, ist für die Käufer zweitrangig. Neben Porsche und Volkswagen könnten BMW und Mercedes erstklassige Elektroautos bauen – es bleibt jedoch nur der Konjunktiv.

Auf dem Genfer Autosalon beziehungsweise dem, was davon übrig blieb, hat BMW eine weitere Vorversion des i4 vorgestellt. Endlich ein Wettbewerber zum Tesla Model 3, wäre da nicht das Datum 2021 – ohne Monatsangabe – für den Anlauf. Und von Mercedes gibt es zwar eine ganze Armada vielversprechender Erlkönige vom Kompakt-SUV EQB bis zu den Limousinen EQS und EQE. In Serie ist jedoch nur der Smart erhältlich und, ach ja, der EQC, von dem im Februar 109 Stück auf die Straße kamen.

  • Anfang März stellte BMW eine weitere Vorversion des i4 vor.
  • mercedes-benz-vision-eqs-concept-2019-004-min
    Mit dem Vision EQS gab Mercedes auf der IAA einen Ausblick auf eine E-Luxuslimousine.
  • Nach dem EQC soll der EQA das zweite EQ-Modell werden.
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    Bislang ist der EQC nämlich noch der einzige Mercedes-Stromer.

Im Mai 2013 fuhr der Autor dieses Beitrags zum ersten Mal ein Tesla Model S. Eine US-Version mit Einzelzulassung. Überschrift und Vorspann des Textes gelten in erschreckender Weise größtenteils noch heute: „Kaliforniens elektrische Kampfansage: Mit überragendem Antriebskomfort und schierer Kraft beamt sich das Tesla Model S in die Herzen von Fahrer und Passanten. Das mutige Elektroauto ist konkurrenzlos.“

Audi ist erwacht – fast

Immerhin ist bei Audi die Zeit des Erwachens fortgeschritten. Neben dem e-tron quattro, der durch das stabilste Temperaturmanagement aller Elektroautos überzeugt, bietet Audi den e-tron Sportback an. Noch wichtiger: Im Sommer beginnt der Verkauf des e-tron S mit zwei E-Maschinen an der Hinterachse, die für perfektes Torque Vectoring sorgen. Bei Tesla heißt das Plaid-Antrieb, und der ist bisher lediglich eine Ankündigung von Elon Musk. Quattro modern und der erste Lichtblick für den Slogan Vorsprung durch Technik. Es folgen der e-tron GT auf Basis des Porsche Taycan und der Q4 e-tron als erstes MEB-Modell der Ingolstädter.

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Es ist ein allgemeines Armutszeugnis, dass zurzeit veraltete Konstruktionen wie Renault Zoe, Volkswagen e-Golf und BMW i3 zu den Topsellern gehören, und auch Tesla Model S und Model X sind abseits des Raven-Antriebs von gestern. Außerdem werden zu häufig Batteriesysteme ohne aktives Temperaturmanagement angeboten – Elektroautos sind in vielen Fällen eine technische Resterampe.

Zurück zum Porsche Taycan. Für den Erfolg des Batterie-elektrischen Autos ist es elementar, dass das gesamte Konzept herausragend ist und nicht nur Einzelaspekte. Das ist beim Taycan umgesetzt. In der Wirtschaftskrise sollte der Blick weit geöffnet und nach vorne gerichtet sein. Und das bedeutet für die deutsche Industrie in Gestalt der BMW Group, der Daimler AG und der Volkswagen AG den Auftrag, noch härter daran zu arbeiten, die besten Elektroautos der Welt zu bauen. Der Batterie-elektrische Antrieb ist in diesem Jahrzehnt eine Ergänzung dem Verbrennungsmotor. Lustloses Mitmachen genügt nicht mehr. Oder, um es mit Mercedes zu sagen: Baut das Beste oder nichts.

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30 Kommentare zu “Elektromobilität: Deutschland, wo bleibst Du?

  1. Meikel

    Also, wenn Sie mit den europäischen Produkten nicht zufrieden sind, dann beschweren Sie sich doch bei den Chinesen! Die Technik vom BMW iX3 ist ja eine Entwicklung von Brilliance. Und das Teil wird auch in China (Shenyang) gebaut werden. Der i4 soll zumindest irgendwann in Deutschland gebaut werden.
    Eine Ausnahme bildet der iX3 ja nicht. So kommt auch der Volvo von Geely, der Opel Corsa e und der Peugeot 208 e sind von Dongfeng (genauso der Renault K-ZE bzw. der Dacia Spring Electric) und auch der Smart kommt aus China. Ein Hoch auf die europäische Ingenieurskunst!

    • Mark

      Irgendwann … ist zu spät.

    • BEV

      Das ist nicht richtig, der iX3 wird nur in China gebaut, hat aber wie der i4 auch, die „Gen 5“ von BMW aus Deutschland.

    • M3

      Die Chinesen verbauen z.T. Antriebe von Bosch und co.
      nur weil das Geld aus China kommt und dort zusammengeschraubt werden, heißt noch lange nicht, dass auch die Technik aus China ist. Alles nur gekauft oder sogar geklaut. Wie so vieles aus China.

      An Tesla kommt aktuell keiner ran.

  2. Max

    „Die massivste Bedrohung nach der Ablösung des Käfers durch den Golf und der Übernahme durch Ferdinand Piëch 1993 ist da.“ Ich verstehe diesen Satz nicht, kann ihn mir der Autor erklären? Vielen Dank!

    • Christoph M. Schwarzer

      Lieber User Max,

      danke für Ihr Posting!

      Volkswagen war 1974 und 1993 in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. 1974, weil der Käfer veraltet war. Der Golf war damals ein Risiko, weil technisch alles neu war. Und 1993 war der Staatskonzern nicht mehr ertragsstark genug und zu bürokratisch. Der damalige Personalvorstand Peter Hartz (ja, genau der) kam mit der 4-Tage-Woche als Notlösung. Ferdinand Piech führte Volkswagen mit radikalen Maßnahmen und der Plattformstrategie wieder zum Erfolg.

      Beste Grüße, Christoph Schwarzer

      • Max

        Vielen Dank für Ihre Einordnung! Ich hatte es gänzlich anders verstanden (Golf und Piech als Bedrohung für VW) und war deshalb so überrascht.

  3. VX126

    Lobhudelei auf einen Luxusartikel kann man sich sparen. Es ist nicht förderlich für eine steigende Marktdurchdringung, wenn man ein Fahrzeug mit dem Verkaufspreis eines Reihenmittelhauses vorführt und erwartet, dass Großteile der Technischen Ausstattung in Brot-und-Butter-Modellen enthalten sind, wo heute der Preis das größte Ausschlusskriterium beim Endkunden ist.

    • BEVer

      Jupp. Verstehe auch nicht wie man sowas zusammen schreiben kann. Klingt nach bezahlter Werbung.

      Am Batteriesystem beteiligte Firmen sprechen davon, dass der Hochlauf ein ziemliches Debakel sei. Kein Wort dazu!?

  4. Gunnar

    „Wow, was für ein Elektroauto: Der Taycan ist ein Porsche durch und durch.“
    Herr Schwarzer, bekommen sie für solche Aussagen Geld von Porsche?
    Was soll diese übermäßige Lobhudelei? Und den sehr wichtigen Aspekt der sehr schlechten Effizienz des Taycan ignorieren Sie einfach?
    Ganz starke Leistung.
    Das ist kein sachlicher Artikel, sondern eine primitive Werbeanzeige, mehr nicht.

    • Peter Schwierz

      Leider bekommen wir kein Geld von Porsche. So, wie wir von Tesla auch keines bekommen. Was sollen immer diese Unterstellungen in Richtung freier Medien? Inhaltlich liegt der Kollege völlig richtig: Der Taycan ist das beste Elektroauto seit es Tesla gibt. Das kann man freilich nur bewerten wenn man ihn schon fahren konnte. Die Gelegenheit hatte Herr Schwarzer. Und ich auch. Wie steht es mit Ihnen?

      • Gunnar

        „Was sollen immer diese Unterstellungen in Richtung freier Medien?“
        Immer? Nein, das schreibe ich hier zum ersten Mal. Lassen sie bitte diese Pauschalisierungen.

        „Inhaltlich liegt der Kollege völlig richtig: Der Taycan ist das beste Elektroauto seit es Tesla gibt.“
        Nur weil das ihre Meinung ist, ist das noch lange keine in Stein gemeißelte Tatsache. Für viele ist es eben nicht das beste Elektroauto der Welt, da viele Leute andere Schwerpunkte und Kriterien bei der Bewertung von Fahrzeugen haben.

        „Das kann man freilich nur bewerten wenn man ihn schon fahren konnte. Die Gelegenheit hatte Herr Schwarzer. Und ich auch. Wie steht es mit Ihnen?“
        Überraschung, die hatte ich auch zur Genüge. Und meine Meinung steht in völligem Widerspruch zu ihrer: Für mich ist es nicht das beste Elektroauto der Welt. Viel zu ineffizient. Da haben die von Ihnen in den Himmel gelobten Ingenieure keinen guten Job gemacht.

        • Peter Schwierz

          Die Unterstellung, man sei gekauft worden, hört man als Medienmacher regelmäßig. Vielleicht nicht von Ihnen persönlich, aber auch einmal reicht! Es nervt und diskreditiert unsere tägliche Arbeit. Würden Sie das mögen? Ich glaube kaum.

          Dass wir als Personen, die allesamt regelmäßig alle erdenklichen neuen und alten Elektroautos fahren, den Porsche Taycan gut bewerten, hat auch nichts mit Steinen und meißeln zu tun, sondern ist unsere Meinung. Die müssen Sie selbstverständlich nicht teilen, aber schreiben werden wir sie schon noch. Ansonsten freue ich mich, dass Sie auch schon das Vergnügen hatten. Und in punkto Effizienz bin ich sogar Ihrer Meinung. Damit wären wir also wieder auf der sachlichen Ebene. Dort können wir in unserer Kommentarspalte gerne bleiben!

          • Max

            Ich finde es schade, dass hier zwei Parteien gegenüberstehen, die Aussagen treffen „Das ist kein sachlicher Artikel“ und „Inhaltlich liegt der Kollege völlig richtig“. In meinen Augen schürt dieser Kommunikationsstil unnötige Konflikte und verhindert eine sachliche Debatte. Außerdem verstehe ich, dass Sie, Herr Schwierz, so emotional zu diesem Thema stehen, und ich verstehe nicht, warum Sie so bereitwillig und hoch über dieses Stöckchen springen. Ich appelliere an Sie alle, im Interesse einer sachlichen Diskussion emotional herunterzuschalten, das würde mir als Leser gefallen.

          • Peter Schwierz

            Im Home Office nimmt man dieser Tage jedes Stöckchen mit, das sich bietet, um ein wenig in Bewegung zu kommen. 😉

          • Gunnar

            Nein, das würde ich mögen. Es soll Sie ja auch nerven und zum Denken anregen. Ich hoffe, dass das ein wenig funktioniert. Der Artikel liest sich leider zu sehr als Reklame für Porsche – nicht nur meine Meinung – siehe auch die anderen Kommentare. SIe haben nur positives rausgehoben ohne auch nur mit einem Wort das Negative zu erwähnen. Das wäre sachlich und objektiv gewesen.
            Wenn der Kollege Schwarzer hier einfach nur seine persönliche Meinung wiedergeben wollte, dann hatte man das im Text deutlicher kenntlich machen sollen. Das ist nicht passiert, so entsteht beim Lesen leider ein Geschmäckle.

          • Gunnar

            „Nein, das würde ich mögen“ Sorry, da fehlt das Wörtchen „nicht“. Erst dann macht es Sinn.

          • BEVer

            So wie hier geschrieben wird diskreditieren Sie sich und Ihr Medium selbst als unseriös.
            Abgesehen davon dass solche Fahrzeuge den Gegnern des elektromotorischen Individualverkehrs eine Steilvorlage bieten.

          • Peter Schwierz

            Ach wissen Sie, wir machen das jetzt schon neun Jahre hier. Ich musste schon früher immer schmunzeln, als es hieß, die „Verbrenner-Presse“ sei gekauft. Jetzt wird die Elektro-Presse gekauft. Ich kann da nur noch müde lächeln, ganz ehrlich. Wo auf dieser Plattform Werbung geschaltet wird, steht es drüber. Der Rest ist Redaktion. Punkt. Und Ihre „Gegner des elektromotorischen Individualverkehrs“ werden wohl kaum unser Fachmedium über selbiges lesen. Lassen wir die Kirche mal bitte im Dorf.

          • Jakob Moser

            Welchen anderen Eindruck als bezahlte Werbung für ein volkswirtschaftlich nicht nur unsinniges sondern schädliches Auto haben. Deutsche Ingenieurleistung für einige Oligarchen im Osten und einige Investment-Banker im Westen.
            Die Firma Porsche würde es längst nicht mehr geben, wenn nicht 98% der Autos von der Steuer abgesetzt und daher von der Allgemeinheit subventioniert werden würden. Und die Porsche-Ingenieue würden ihre Leistung bei volkswirtschaftlich nutzbringenden Autoherstellern erbringen.

    • Jakob Moser

      Ja, ein Porsche durch und durch! Gerade gut genug sich selbst – vielleicht sogar noch eine 2. Person – von A nach B zu bringen (ohne Gepäck). Mit enormer Geschwindigkeit (und Energieaufwand und Risiko) von einem Stauende zum anderen zu hetzen. Elektrisch oder Benzin verbrennend. Vielleicht ein technisch tolles Auto, aber gänzlich unnötig.
      Schade um die vergeudete deutsche Ingenieursleistung.

    • Uwet

      Absoluter Quatsch! Als würde bei einem Porsche interessieren, ob der nun 15 oder 18Liter verbrennt oder eben 25 oder 30kWh verbraucht, dafür holt er das beim laden eben wieder rein.

      Der Porsche ist zur Zeit DAS Beste Elektroauto auf diesem Planeten, ob ihnen das nun passt oder nicht 😉

  5. Jörg

    Es ist nicht hilfreich für die Akzeptanz der Elektromobilität, wenn ein Redakteur hier auf electrive.net aktuelle, bezahlbare, alltagstaugliche und lt. Zulassungszahlen sehr erfolgreiche Elektroautos wie die ZOE hochnäsig als „zurzeit veraltet“ und als „technische Resterampen“ bezeichnet.

    Da sind Christoph wohl die Glückshormone übergeschwappt, nur weil er einmal in einem absurd teuren Sportwagen sitzen durfte.

    • eFahrer

      In Zusammenhang mit der Aussage, dass es keine wirkliche Vergleichbarkeit mit dem M3 bei dt. Herstellern zu bestellen gibt, ist diese Facette doch recht passend.
      Ja, der ID3 ist ggf. diese Alternative für die es höchste Zeit ist.

      Nur, das Laden. Auch da ist Tesla „ganzheitlich-global-gut“ während das „Premium“ IONITY (zu Besserem hat es bis jetzt flächendeckend nicht gereicht) sich gerade selbst ruiniert und den oft und immer noch unprofessionellen Rest gleich mit runter zieht. Mit den „Resterampen-Autos über Resterampen-Ladern (aller Innogy und Co) zu reisen, bittet Erlebnisse, die selbst Jochen Schweizer nicht bieten kann. (und nein, ich hab keinen Tesla, nur 180.000 km mit dem „guten Rest“ Er“fahr“ung.)

      • IOn Fahrer Wenner

        Prima kommentiert ! Danke ! Als mittlerweile langjähriger E-Mobilist sehe ich es genauso ! Sollen sich doch die Premiumhersteller mit sich selbst und wenigen Käufern beschäftigen, ich fahre dann lieber einen „veralteten“ Ion !

  6. Hiker

    Der Tycan ist sicher ein gutes Elektroauto. Was viel wichtiger ist, er begeistert Menschen die sonst verbrauchsintensive teure Verbrenner bevorzugen von der Elektromobilität. Auch wenn er in Summe keine grosse Rolle im Markt spielen wird. Danke für den Artikel, für mich ist er stimmig.

  7. Andy_Be_Scheuer_t

    Ich halte den BMW i3 keinesfalls für veraltet.
    Das 2009 erdachte Kernkonzept überzeugt nach wie vor.
    Der Abstands-Tempomat gehört sicherlich mittels Radar optimiert und die Gestaltung des digitalen Tachos sollte ebenfalls dem aktuellen Zeitgeschehen angepasst werden.

    Wenn im Zuge der kommenden Aktualisierung ein letzter Sprung von 42 auf ca. 55-60 kWh brutto in Verbindung mit einer etwas höheren Ladeleistung von durchschnittlich konstanten 70-80 KW kommen sollte, dann wird der i3 nach wie vor seine begeisterten Nutzer finden.

    Schaut man sich die jüngsten des NAV Wintertests an, so weisen der Audi eTron sowie halt auch der i3 die konstantesten Ladekurven auf.

    Beim immer noch als „neu“ zu definierenden Audi ist dies sicherlich zu erwarten, beim mittlerweile im siebten Jahr seiner Produktion laufenden i3 ist dies ein weiterer Beleg für die Qualität des Lademanagements bzw. der hohen Güte der damals involvierten Ingenieure bzw. den von BMW und Samsung spezifizierten / produzierten Prismenzellen.

    Wichtig ist halt eine möglichst hohe Ladeleistung im Durchschnitt, was bringt ein Marketing-Wert von 100 KW Peak, wenn diese nur kurz im unteren drittel des SOC anliegt, um dann schnell in Bereiche 50 bis unter 30 KW zu fallen, wenn 75% SOC erreicht sind, siehe PSA Modelle.

    Sofern Tesla nichts im Segment der 4 Meter Vehikel anbietet, ist und bleibt der i3 das beste Paket in Puncto Platz/Performance/Nachhaltigkeit.

    • Andreas V.

      Ja, aber …
      … BMW hätte natürlich nach wenigen Jahren bereits die Elektropalette nach dem Beispiel des i3 erweitern müssen.
      Aber das hat „Kolben-Klaus“ ja bisher verhindert. Unter der neuen Führung (mit e-Erfahrung) gibt’s jetzt nochmal ’ne allerletzte Chance, auch wenn der Zug schon fast abgefahren ist.

  8. Peter schoof

    Ich kann dem Bericht zum Porsche Taycan nur zustimmen. Das mit Abstand beste Elektrofahrzeug der Welt. Auch der Preis ist stimmig, kostet ein vergleichbarer Tesla zwar weniger, kann jedoch bei weitem bei der Qualität, wie bspw. der Verarbeitung nicht mithalten. Hier hat Tesla einen sehr großen Aufholbedarf, wenn es mit den dt. Premiummarken mithalten will.

  9. Braus

    Nachdem ich die Performance Reihe von Tesla und auch Tycan 4S(war gefühlt etwas lahm) gefahren bin. Glaube ich auch das der Porsche einfach Porschefahrer adressiert, folglich einfach ein Top-Job von Porsche. Der synthetische Sound und die etwas altbackene Instrumentalisierung hilft, um über die Brücke zur e-mobilität zu kommen.
    Zum glück gefällt mir der Porsche nicht, da macht mir der Preis auch nichst aus.

    Mir selbst liegt das Model 3 Performance am besten, weil neben der Sportlichkeit am alltagstauglichsten => 5 Personen, Parklücke kein Problem, guter Kofferaum, bei Tycan ist der mir echt zu klein.
    Nachdem im M3P nun auch die Balance,… selbst eingestellt werden kann (hab ich leider noch nicht gefahren), könnte er auch zum Kurven hetzer werden.

    Bis ich mir endlich so einen M3 leisten kann, fahre ich dann halt weiter meine „e-Resteverwertung“ nun schon im 8. Jahr.

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Gefunden bei electrive.net
https://www.electrive.net/2020/03/18/elektromobilitaet-deutschland-wo-bleibst-du/
18.03.2020 22:24