07.01.2022 - 15:27

Unser Blick voraus: Diese Elektroautos kommen 2022

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Wegen der wachsenden Auswahl und der fortgesetzten Subventionen steht uns das krasseste Boomjahr der Elektromobilität überhaupt bevor. Wir haben den Überblick – welche Modelle neu auf den Markt kommen und welche Elektroautos vorgestellt werden sollen. Nur eines fehlt – neue Kleinst- oder Kleinwagen mit E-Antrieb.

* * *

2022 wird ein Jahr der Fülle. Wo fangen wir an? Zuerst bei der Förderung: Die Kombination aus der so genannten Innovationsprämie von bis zu 9.570 Euro und der auf ein Viertel reduzierten Dienstwagensteuer für Elektroautos bleibt bestehen. Wirtschaftsminister Habeck von den Grünen hat zwar eine Abschmelzung angekündigt. Die könnte aber erst 2023 in Kraft treten – und so den einen oder anderen Interessenten zu einem vorgezogenen Kauf bewegen.

Die Fülle im Wortsinn gilt allerdings auch für die meisten Premieren: SUV dominieren das Marktgeschehen. Neue Klein- oder Kleinstwagen? Fehlanzeige. Natürlich wäre es jetzt möglich, eine lange Liste mit Spiegelstrichen zu machen und die Elektroautos aufzuzählen, die 2022 auf die Straße kommen. Aber wir bei electrive.net versuchen, etwas Ordnung zu schaffen und das Wichtigste zu bündeln.

Kompakte SUV sind in der Welt der Verbrennungsmotoren äußerst beliebt, und warum sollte es bei den Elektroautos anders sein? Die Margen sind gut, und es ist wegen des Batteriepakets simpler, ein hohes Elektroauto zu bauen als ein flaches. Dass die Aerodynamik und in der Folge die Autobahn-Reichweite leidet, ist offenbar uninteressant.

In Auszügen: Aus dem Volkswagen-Konzern kommen die Schrägheck-SUV ID.5 und Skoda Enyaq Coupé, um dem bald in Brandenburg gefertigten Tesla Model Y Paroli zu bieten. Porsche wird mit dem Macan das erste Fahrzeug auf der Premium Platform Electric (PPE) mit 800 Volt Spannung vorstellen. Und Audi überarbeitet den e-tron und präsentiert den Q6 e-tron.

Die südkoreanische Hyundai Motor Group stellt sich bei den SUVs besonders breit auf. Der Ioniq 5 wird wohl leicht überarbeitet. Noch größer („Full Size“) wird der Ioniq 7 – die Vorstellung des Serienmodells ist 2022 möglich, der Marktstart ist aber erst für 2024 terminiert. Und der beliebte Kia e-Niro kommt in der zweiten Generation. Die dritte Marke des Konzerns, Genesis, startet mit dem SUV GV60, der die Plattform e-GMP mit dem Kia EV6 und dem Hyundai Ioniq 5 teilt. Der Ioniq 6 ist zwar kein SUV, sondern eine Limousine, ergänzt aber die Palette.

Die Tiefstapler von Toyota bringen mit dem bZ4X – sprich ungefähr: „bee zee for cross“ – ein besonders relevantes SUV. Schließlich ist der bZ4X das elektrische Pendant zum RAV4, einem der weltweit meistverkauften Autos. Die Besonderheit: Statt den üblichen acht Jahren Batterie-Garantie bis zu einem State of Health (SOH) von 70 Prozent verspricht Toyota zehn Jahre und 90 Prozent. Entsprechend zurückhaltend muss die Ladestrategie sein. Der bZ4X kommt nahezu baugleich als Subaru Solterra, und auch Lexus ergänzt mit einer Variante namens RZ das Portfolio.

Alternative SUV gefällig? Vielleicht gelingt es Fisker, Ende des Jahres 2022 die Produktion des Ocean bei Magna in Österreich zu starten. Ganz sicher dagegen produziert Polestar den Polestar 3 in den USA, dem ur-typischen Zielmarkt. Und Nissan will mit dem Ariya Kunden zurückgewinnen.

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Zu den deutschen Marken: Für BMW und Mercedes beginnt ein reichhaltiges Jahr. BMW rollt den i4 und den iX aus. Der i7 wird der härteste Konkurrent des Mercedes EQS. Und in China wird ein elektrischer 3er verkauft, der auch auf dem europäischen Markt stark nachgefragt sein dürfte. Mal sehen, ob und wann er auch hier im Showroom steht.

Bei Mercedes wird es langsam schwierig, die EQ-Baureihe sauber auseinander zu halten: Den EQA, EQC und den EQV gibt es. Die Luxuslimousinen EQS und EQE sind auf dem Sprung. Genauso wie das bis zu 7-sitzige SUV EQB. Aus der Kooperation mit Renault stammt der EQT, ein Kastenwagen auf Basis des Kangoo mit Pkw-Anspruch. Zudem dürfte der EQE SUV vorgestellt werden, die Markteinführung des potenziellen EQC-Nachfolgers ist aber wohl erst 2023.

Kastenwagen…Van…da war doch was? Ja, die Camping-Community erwartet sehnsüchtig den Volkswagen ID.Buzz. Seit der Vorstellung des Prototyps 2017 sind immerhin fünf Jahre ins Land gegangen. Die Bänder in Hannover werden bereits umgestellt. Wir rechnen mit der Premiere des Serienautos im Februar und der Auslieferung nach der Sommerpause im dritten Quartal. Volkswagen kündigt für 2025 einen California an. Die Umbaubetriebe werden sich naturgemäß sofort auf den ID.Buzz und dessen Cargo-Version stürzen. Sicher ist wie immer: Billig wird er nicht.

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Kompaktwagen mit Heckklappe gibt es selbstverständlich auch im neuen Jahr. Renault liefert neben dem neuen Kangoo E-TECH Electric und der zugehörigen Nutzfahrzeugversion Rapid (auch als „Open Sesame“ ohne B-Säule rechts erhältlich) den Megane E-Tech aus. Im gleichen Segment wird Opel den Astra-e bringen. Wir bemühen uns bei electrive.net weiterhin, einen längeren Test des Leichtfahrzeugs Rocks-e zu organisieren. Ein weiterer Wettbewerber zum Volkswagen ID.3 stammt aus dem eigenen Haus: Der Cupra Born ist der spanisch-sportliche Bruder.

Das ist im Großen und Ganzen, was von der Autoindustrie für Deutschland zu erwarten ist. Kommen wir zu den Randgebieten, zum Exotischen und Spekulativen. In den USA sind Pickup Trucks seit Jahrzehnten die Verkaufsmeister. Demnächst vielleicht auch elektrisch als Ford F-150 Lightning, Tesla Cybertruck und Rivian R1T. Kein Pickup, aber ebenfalls ein Exot aus amerikanischer Produktion wird der Lucid Air, der 2022 auch in Europa ausgeliefert werden soll – wir halten Sie bei allen Modellen auf dem Laufenden!

Im Labormarkt Norwegen laufen sich die chinesischen Autohersteller warm. Ob ganz sicher und wann genau welcher Hersteller auch in Deutschland antritt, lässt sich nur ungefähr bestimmen. Wir tippen für 2022 auf Nio mit dem ES8, auf Great Wall Motors mit dem Ora Cat und auf XPeng.

Vielleicht tut sich auch etwas bei den lieben Kleinen. Stellantis wird zum Modelljahr 2023 wahrscheinlich sämtlichen Elektroautos auf Basis der e-CMP eine kleine technische Überarbeitung gönnen. Und der gelungene Fiat 500 könnte eine Ergänzung im Panda finden.

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14 Kommentare zu “Unser Blick voraus: Diese Elektroautos kommen 2022

  1. Ivan

    E Auto ist noch immer Versuch Kaninchen ich habe Fiat 500E gehfaren bei 175km. Ist schpass vorbei das ist zu wenig für 38500fr . Tesla 140000fr . Das ist sehr viel geld für eine Schweizerische Familie.

  2. Wolfgang Regner

    FÜR E-Fahrzeuge ist kein Gebrauchtwagen Markt da . Zu teuer den Akku nach der Verschleißgrenze zu erneuern.

    • Karl Seins

      mein erstes Modell S hat inzwischen den 3. Besitzer und 350.000km auf Uhr und Batterie. was sagen sie dazu?

    • H.Dorsch

      Komisch –
      wir haben bisher drei BMW i3 gebraucht gekauft.
      Und bei keinem gab es irgendein Problem.
      Vorteil neben dem Preis: die sofortige Verfügbarkeit.
      Mein Nachbar erzählt was von 6 Monaten Wartezeit auf sein so super tolles Elektro Vehikel … natürlich auf Leasing …
      Alle möglichen Prophten reden so einen Qualm.
      Und der Konsument muss das noch glauben …

  3. Thomas Wolter

    Ich weiß nur eines gaaanz sicher, ich werde mir KEIN DEUTSCHES E Auto kaufen, die Gier dieser Unternehmer ist mir zu wider.

    • MrX

      Sehr qualifizierter Kommentar. Ihr Weltbild besteht also aus gierigen Herstellern und nicht-gierigen Herstellern. So hab ich das noch gar nicht betrachtet. Hört sich an, als ob die gierigen die Bösen sind. Die guten stelle ich mir in der Welt so vor, dass sie Gummibärchen beim Verkauf beilegen. Die gierigen essen sie vor dem Kunden selber auf. :o)

  4. Oliver F. Lehmann

    Noch etwas fehlt: Kombis.

    Klar, USA und China schreien nach SUVs. Aber Europa liebt Kombis.

    Wenn die Automobilhersteller ihren Heimatmarkt ignorieren, dürfen sie sich noch beschweren, wenn sie hier ihre angestammte Dominanz verlieren.

    • Renato

      Oder noch schlimmer: wer auf e-Auto umsteigen will und mangels Alternative vom Kombi zum SUV umsteigt, wird in ein paar Jahren über den hohen Stromverbrauch jammern. Das grosse Effizienzpotenzial wird mit SUV zunichte gemacht. Wir könnten um den Faktor 5 weniger Energie verbrauchen. Werden die Autos aber schwerer und grösser, bleibt nur noch Faktor 2-3. Das ist eine verpasste Chance und fatal für die Umwelt!

      • Christof Liechti

        Mein Auto hat das Alter in dem ich es gerne ersetzen würde. Mangele E-Kombi fahre ich einfach weiter Verbrenner und hoffe, dass balt ein E-Kombi kommt.

        • Robert

          es soll jetzt im Frühjahr der MG5 kommen das wäre dann der erste Kombi sogar mit Anhängerkupplung (500kg zuglast)
          und soll unter 30.000 euro vor Förderung kosten. hoffe er kommt tatsächlich jetzt im Frühjahr

    • Simon Saag

      Kürzlich gelesen, dass Mercedes ab 2025 anfängt, den Kombis keine Nachfolger zu geben. Angefangen mit dem CLA, ab 2030 dann auch bei C- und E-Klasse. Darauf läuft es früher oder später hinaus.

      Aber oft (auch bei Renato) werden SUV/Crossover pauschal verurteilt. Aber nicht jedes SUV ist so wie ein Audi Q7 oder BMW X7. Ich bin in meinem Freundeskreis zum Glück nicht alleine mit E-Autos. Dort wird auch ein Polestar 2 und ein Tesla Model Y gefahren. Und siehe da: Das SUV ist sparsamer als die Limousine!

      Und auch nicht jeder Kombi ist besser als ein SUV. Ja, die Frontfläche ist wegen der Höhe des SUV meist etwas schlechter. Aber wenn ein Kombi praktisch sein soll, hat er eine steile Heckscheibe, was mies für die Aerodynamik ist. Nicht umsonst haben viele, früher mal praktische Verbrenner-Kombis flache Heckscheiben bekommen. Volvo V90, E-Klasse zum Beispiel.

      Ich hatte es auch unter einem anderen Artikel geschrieben: Wir haben uns als Familie mit großen Hund (weshalb wir vor allem einen hohen Kofferraum bleiben) gegen einen Van oder Kastenwagen und für ein Model Y entschieden – bestellt, noch nicht ausgeliefert. Hund, Familie und Gepäck passen rein bei einem Autobahn-Verbrauch von 18-20kWh/100km, je nach Wetter und Fahrweise. Mit einem Model 3 wären wir vielleicht bei 16-18 kWh, würden aber nicht alles reinbekommen. Model 3 Kombi vielleicht dann 17-19 kWh, ein Polestar 2 Kombi (optisch vermutlich mein Favorit) eher nicht unter 22kWh/100km. Hätten wir einen e-Berlingo oder Zafira-e genommen, lägen wir vermutlich bei 26kWh/100km und mehr, so zumindest bei der Probefahrt. Und würden länger laden.

      Lange Rede, kurzer Sinn: Nicht alles über einen Kamm scheren und pauschal „hetzen“.

    • C. Brinker

      Kleine Korrektur… Deutschland, nicht Europa will Kombis. Der Kombihype ist eher ein deutsches Phänomen, in Spanien, Italien ticken die Uhren ganz anders. Wegen der weltweit geringen Kombinachfrage wird es bspw. den EQE auch nur als Limousine geben… aber gegen Limousine mit großem Kofferraum und guter Aerodynamik spricht ja auch nichts

  5. bart

    wenn kommt V2x lademoglichkeit? und wann den wallbox dafur?

    • Dieter Schleenstein

      Hallo, nächstes Jahr, von VW und E3/DC.

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07.01.2022 15:45